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Plimouth Plantation und Mayflower II [04.11.2007]

Dienstag, November 6th, 2007

Nachdem ich am ersten November nach Boston zurückgekehrt war wollte ich den letzten vollen Tag in den USA natürlich nicht ungenutzt vergehen lassen. Auf einen Hinweis meines bereits nach Deutschland zurückgekehrten Kollegen hin wählte ich daher die Stadt Plymouth etwas südlich von Boston als Ziel eines kleinen Ausfluges – eine historisch für die Vereinigten Staaten sehr wichtige Stadt. Doch dazu gleich mehr.
Nachdem ich Boston bereits fast durchquert hatte, geriet ich leider erst einmal in einen zähfließenden Verkehr wie er hier auf der Interstate 93 leider fast täglich herrscht. Doch bald schon floß der Verkehr wieder einigermaßen, so daß ich nach etwas mehr als einer Stunde Fahrzeit endlich mein erstes Ziel erreichte: Die Plimouth Plantation. Nachdem ich den Wagen abgestellt hatte, erreichte ich über eine Treppe das sogenannte Visitor Center.

Plimouth Plantation Entry Visitor Center
Links: Eingang zur Plimouth Plantation – Rechts: Visitor Center

Es handelt sich bei dieser Einrichtung nicht etwa um eine Pflanzung oder Plantage wie der Name vielleicht vermuten lässt, sondern vielmehr um eine Art Freilichtmuseum. Als ich jedoch den Eintrittspreis für eine Kombikarte zu diesem Museum und der hier liegenden Mayflower las, überlegte ich tatsächlich kurz, ob ich es wirklich tun sollte. Die wollten 25 Dollar für einen Erwachsenen. Doch ich war immerhin die lange Strecke gefahren, da konnte ich schlecht umkehren. Daher zahlte ich mehr oder minder zähneknirschend den Preis. Immerhin ging es hier um die Geschichte der ersten britischen Siedler in den USA, die sogenannten Pilgrim Fathers.
Bereits bei der Ankunft war mir aufgefallen, daß sich einige Schulbusse auf dem Parkplatz befanden. Und hier innerhalb des Museums trieben sich dementsprechend auch viele Schulkinder herum. Doch das sollte mich nicht weiter abhalten. Nachdem man das Gebäude verlassen hatte, wählte ich den rechten Weg, welcher sich leicht windend in eine kleine Talsenke hinab. Dort traf ich auf die erste der Ausstellungsbereiche: Ein originalgetreu rekonstruiertes Dorf der Wampanoag-Indianer, jenem Volke, das während der Ankunft der ersten englischen Siedler in dieser Gegend lebte. Aber nicht das Dorf alleine ist das besondere hier, sondern die Darsteller, die das Leben in einem solchen Indianerdorf des 17ten Jahrhunderts originalgetreu darstellten. Bis auf die Tatsache daß sie englisch sprachen, vollführten sie ihre Aufgabe auch mit ziemlicher Inbrunst. Gleich am Eingang des Dorfes saß eine alte Frau in traditioneller Lederbekleidung vor einer Hütte, neben sich ein altertümlicher Kessel über einem Feuer. Als ich dazu kam, war sie gerade von einer Gruppe von Kindern und Erwachsenen umlagert und beantwortete deren Fragen.

Old woman adding wood
Links: Alte Indianerin beantwortet Fragen – Rechts: Beim schüren des Kochfeuers
fireplace cooking
Alte Indianerin vor ihrer Hütte

Ein Stück hinter der Hütte dieser Frau war ein junger Indianer damit beschäftigt, einen Baumstamm mit Hilfe von heißen Steinen, klimmenden Holz und tradtionellen Werkzeugen in ein Kanu zu verwandeln. Dabei erzählte er den dabei stehenden Besuchern, wie man zur damaligen Zeit vorgegangen ist, um ein solches Gefährt zu fabrizieren und daß ein Kanu dieser Art ein ganzes Leben hat halten können.

making a canoe Kanu
Der Kanubauer

In einer langgestreckten Hütte ein kleines Stück weiter saß ein Indianer mit interessanter Frisur, der den Besuchern ein wenig über das Leben in solchen mit Borken gedeckten Hütten vor sich ging.

funny hair inside a hut
Links: Seltsame Frisur – Rechts: Im Inneren einer Borkenhütte

Ein viel größerer Anzugspunkt war jedoch eine Frau vor einer Feuerstelle, die ein Baby in traditioneller Kleidung auf dem Arm hielt. Nur die Haarfarbe passte des Kleinkinds passte nicht so ganz zu dem Bild eines Indianers des nordamerikanischen Kontinents. 😉
Auf einer Feuerstelle vor ihr köchelte eine Art Eintopf aus Mais und Bohnen, von dem eine weißhaarige wohlbeleibte Frau mit nicht in ganz ins 17te Jahrhundert passende Kassengestellbrille kleinere Kostproben an ein paar der Kinder verteilte.

baby indians
Links: Indianerin mit Baby – Rechts: Familie

Eine weitere langgestreckte Hütte etwas abseits der übrigen Häuser war von einer Indianerin mittleren Alters besetzt, die den Besuchern einiges über Nahrungsmittel und Heilmittel der Indianer berichtete. Eventuell impersonierte sie eine Art Medizinfrau. Das besondere war, daß in der Hütte ein offenes Feuer brannte, dessen Rauch unerwarteter Weise gut durch die beiden Luken in der Decke abzog. Nach einiger Zeit wurde sie von der alten Frau abgelöst, die noch ein wenig über die Zirkulation des Rauches in einer solchen Hüttenkonstruktion sprach.

storyteller
Indianerin beim Erzählen

old woman listening
Alte Indianerin mit Kassengestell-Brille

Rauchabzug
Rauchabzug

Ich machte noch ein paar Fotos im Dorf, dann setzte ich meinen Weg fort zur zweiten Freilichtausstellung.

sitting
Indianerin sitzend

canoe maker way
Links: Kanubauer – Rechts: Weg zur Pilgrim-Siedlung

Über einen schmalen Weg an einem kleinen See entlang und einige Treppen hinauf lag auf einer kleinen Anhöhe lag das Dorf der englischen Siedler.

stall village
hut Cows
Siedlung der britischen Kolonisten

Gleich am Eingang stieß ich dabei auf einen wohlbeleibten Mann, der dabei war aus einem Baumstamm mit den Werkzeugen des 17ten Jahrhunderts Bretter zu fertigen – um genau zu sein verwendete er Keile und einen riesigen Holzhammer, um den Stamm der Länge nach zu spalten. Er sprach dabei teilweise in einem altertümlich anmutenden Englisch und war wie so oft von einer kleinen Gruppe von Besuchern belagert, die sein Treiben interessiert beobachtete. Einige der Kinder aus der Gruppe durften ihm auch mal an einigen Stellen zur Hand gehen, indem sie einen Keil ansetzten oder holten.

english settler cleaving wood
Siedler beim Stammspalten

Etwas weiter innerhalb der Siedlung waren einige Männer gerade dabei, eine neue Hütte zu bauen. Des weiteren trieben sich dort neben den Besuchern auch einige Männer und Frauen in historischen Kostümen herum, die auf Fragen der Besucher entsprechend ihrer Rollen reagierten. Aber auch innerhalb der Hütten waren einige Darsteller zu finden. So traf ich auf einen Mann im pinkfarbenen Überhemd, der sehr originalgetreu über die Religionsfreiheit in den Kolonien berichtigte. In einer anderen Hütte saß eine Frau neben einer Feuerstelle, die sich darüber beklagte daß ihr ihre Kleider nicht mehr passen, da sie hier stark abgemagert wäre und daß das Essen so schlecht sei. Alles wirklich sehr authentisch vorgetragen.

Fireplace Guy telling
House Builders
House builders Citizen
Weitere Siedler in historischen Kostümen

Auf einer kleinen Erhebung innerhalb der Siedlung befand sich eine kleine Festung, ausgestattet mit einigen Kanonen im ersten Obergeschoß. Außer denen gabs dort auch nicht viel zu sehen, aber man hatte einen guten Blick auf die Siedlung selbst.

The village

Verließ man das Dorf durch das kleine Tor hier oben bei der Festung, kam man noch an einem kleinen Handwerkszentrum vorbei, wo teilweise mit alten, teilweise mit modernen Mitteln Töpfer- oder Holzarbeiten gefertigt wurden. Ich machte hier aber keinerlei Fotos. Das einzige was ich noch erwähnen möchte, ist eine Colonial Education Site, an der ich vorbei kam, bevor zurück zum Visitor Center gelangte. Hier kann man, soweit ich das Schild richtig gelesenhabe, wohl ebenfalls das Leben des 17ten Jahrhunderts in Form von Gruppenveranstaltungen erleben kann. War aber leider geschlossen als ich dort war.

Colonial Site
Colonial Education Site

Im Visitor Center gab es noch eine kleinere Ausstellung zum Thema Thanksgiving – jener großen Tradition in den Vereinigten Staaten, die ja bis heute auf die Pilgrim Fathers zurückgeführt wird.

Thanksgiving exhibition
Thanksgiving exhibition

Damit schloß ich meinen Besuch in der Plimouth Plantation ab und machte mich auf den Weg zur zweiten Sehenswürdigkeit des Ortes Plymouth: Der Mayflower II.
Dabei handelt es sich um einen originalgetreuen Nachbau jenes Schiffes, mit dem damals die ersten Siedler den nordamerikanischen Kontinent erreicht hatten. Gebaut in England war das Schiff tatsächlich den Weg von dort ins heutige Plymouth gesegelt und brach wie ich erfuhr auch heute noch hin und wieder zu Fahrten auf. Aktuell aber lag an einem speziellen Pier am Hafen und war für die Öffentlichkeit zugängig. Und sie war erheblich kleiner als ich sie mir vorgestellt hatte.

Mayflower II Mayflower II
Mayflower II

Durch das Vorzeigen meines Kassenzettels als Eintrittskarte gewährte man mir Zugang – und im inneren Bereich stieß ich auf eine weitere Ausstellung, die sich mit der Reise und den Umständen dieser ersten Reise von Kolonisten beschäftigte.

Mayflower Exhibition Mayflower Exhibition
exhibition
Mayflower II Ausstellung

Der Besuch auf dem winzigen Schiff gestaltete sich dann recht kurz. Außer dem Oberdeck und dem Unterdeck war nicht viel für Touristen zugänglich. Natürlich waren auch hier einige Darsteller in historischen Kostümen zu Gange und beantworteten die Fragen der Besucher beantworteten.

Mayflower upper deck deck
Links: Oberdeck – Links: Blick ins Unterdeck

Beiboot captains room
Links: Beiboot – Links: Kapitainskajüte

Gleich neben der Mayflower II befand sich der Pilgrim Memorial State Park – eigentlich nur ein kleiner Grünstreifen neben der Straße, in dem sich ein kleiner Tempelbau mit dem soganannten „Plymouth Rock“ darin befand, ein Felsbrocken, der angeblich der erste Felsbrocken sei, der von den Siedlern auf amerikanischen Boden betreten worden ist. Als ich dort war, traf ich dort auf eine Gruppe von buddhistischen Mönchen, welche die Stelle auch gerade besuchten und Freundschaftsbänder an die ebenfalls anwesenden Kids verteilten. Leider bekam ich keines ab. 😉

Plymouth Rock Plymouth Rock Table
Links: Tempelbau – Rechts: Tafel mit Beschreibung

Plymouth Rock Monks
Links: Der Plymouth Rock – Rechts: Buddhistische Mönche

Inzwischen war es schon spät geworden – daher entschloß ich mich meinen Besuch in Plymouth damit zu beenden und mich auf den Rückweg zu machen. Die Entscheidung erwies sich als recht klug – denn kurz bevor Boston zog sich ein kilometerlanger Stau dahin, durch den ich mich über eine Stunde lang kämpfte. Doch im Dunkeln, aber wohlbehalten erreichte ich schließlich mein Hotel.
Alles in allem war der Besuch nicht unbedingt so spektakulär, wie ich erwartet hatte, aber vor allem die Siedlung hatte sich für einen geschichtsinteressierten Menschen für mich als sehr aufschlußreich. Nur den Eintrittspreis von 25 Dollar war ziemlich heftig – hier sollte jeder selbst überlegen ob er das Geld ausgeben möchte.

Zurück in Deutschland

Sonntag, November 4th, 2007

Nach fast 48 Stunden Reisezeit auf Flughäfen, in Flugzeugen, auf Bahnhöfen und im Zug bin ich über Frankfurt und Dresden nun endlich wieder in Jena angekommen. Ich bin wirklich vollkommen kaputt, daher mehr dazu später sobald ich alle ausstehenden Berichte aus USA abgeschlossen habe. Eins nach dem anderen.

The Americana Inn – New York

Samstag, November 3rd, 2007

Wie versprochen hier noch ein kurzer Bericht über das Hotel, in dem ich abgestiegen bin. Da ich über hotels.com und expedia.de nichts passendes gefunden habe, googelte ich einfach ein wenig und stieß dabei auf das „The Americana Inn“ in der 69 West 38th Street, Ecke 6th Ave (Avenue of the Americas) – (Position).

The Americana Inn The Americana Inn - Entry
Links: Gebäude – Rechts: Eingang

Die Preise hier waren für ein Hotel mit Einzelzimmern noch gerade so tragbar, für ein Einzelzimmer zahlte ich knapp 145 Dollar für die Übernachtung – das klingt viel, aber man muß die Location direkt in der Innenstadt nahe des Time Square bedenken und die Summe dann mal in Euro umrechnen. Zu dem aktuellen Kurs erschien mir das noch erschwinglich. Ein kleiner Knackpunkt war natürlich das Shared Bath – nach Beschreibung des Hotels teilten sich immer drei Zimmer ein Bad. Damit kann ich notfalls aber leben.
Um in das Hotel hinein zu kommen mußte man klingeln, es gibt eine Treppe und einen Fahrstuhl um nach oben zur Rezeption im ersten Geschoß zu gelangen. Das Gebäude hat insgesamt 4 Etagen mit Zimmern, von der 2nd bis zur 5st Etage – wobei ich noch einmal darauf hinweisen will, daß die 2nd in den USA gleich dem 1sten Obergeschoß bei uns ist. Der Fahrstuhl hält egal welche Etage man wählt immer in der zweiten Etage, wo sich die 24 Stunden besetzte Rezeption befindet. Somit ist es unwahrscheinlich, daß ein unberechtigter Eintritt. Ich habe keinen Moment Angst um meine Gepäckstücke oder sonstiges Eigentum gehabt. Die Zimmer selbst sind einfach, aber sauber. Meines wie hier auf dem Bild ist ein Einzelzimmer mit kleinem Bett – es existieren aber auch größere Mehrbettzimmer mit bis zu zwei King Size Betten – natürlich zu entsprechend höheren Preisen – diese sind auf der Webseite aufgeführt. Es gibt übrigens Raucher- und Nichtraucherzimmer. 😉 Außerdem sind alle Zimmer mit einer einfachen Klimaanlage unterhalb des (nicht zu öffenenden) Fensters versehen. Diese macht allerdings entsprechend Lärm und eignet sich nicht, um die ganze Nacht zu laufen.

Single Bed room

Das Clientel im Hotel ist sehr gemischt – junge Pärchen, Einzelreisende wie ich, aber auch eine französische junge Familie mit zwei Kindern habe ich dort getroffen. Es gibt aber auch scheinbar einige Dauerbewohner, darunter auf meinem, dem 4th Floor, eine kleine Afroamerikanerin und einen alten Afroamerikaner sowie eine wohlbeleibte Latina. Teilweise etwas schräge Vögel – aber nett und ungefährlich. Die Bediensteten scheinen alle aus Indien oder Pakistan zu stammen – zumindest dem Aussehen nach. Sie sprechen aber ein gutes Englisch mit kaum Akzent und stehen gerne für Auskünfte aller Art bereit, geben Tipps und nehmen auch ausgehende Post entgegen, die sie weiterleiten. Meine Postkarten die ich dort abgegeben habe sind zumindest alle angekommen. An dieser Rezeption habe ich wie ich bereits in den vorherigen Posts aus erwähnt hatte die Sightseeing-Tour und das Airport-Shuttle hier gebucht.
Zu den Shared Bathrooms noch eine Anmerkung: Ist man nicht der erste am Morgen, kann es schon mal passieren, daß sich Haare in der Wanne befinden. Das Extremste was ich dort erlebt habe, war daß eine junge Japanerin im Zimmer nebenan, wohl aus Unwissenheit, den Innenvorhang der Dusche nicht in die Wanne gesteckt hatte und somit einen Teil des Badezimmers unter Wasser gesetzt hatte. Außerdem hatte sie eine nicht kleine Anzahl langer schwarzer Haare in der Wanne zurück gelassen. Da die Duschköpfe wie fast überall in den USA fest in der Wand installiert sind, ließen sie diese auch schlecht wegspülen. Die Reinigungskräfte haben sich aber Kommentarlos drum gekümmert. Wer mit sowas nicht leben kann, muß sich halt weiter außerhalb einquartieren oder einen erheblich höheren Preis zahlen, um in ein Hotel mit eigenem Bad einzuziehen. Ansonsten kann ich das Americana Inn aber allen Budget-Travelern vorbehaltlos empfehlen – es ist im Gesamtvergleich der Hotels in Manhatten recht günstig, einfach, aber sauber und liegt für Exkursionen zu den meisten Attraktionen extrem günstig. Wer mit vielen Fremden kein Problem hat, kann aber auch nach den sogenannten Dorms ausschau halten, eine Art Jugendherbergen mit Etagenbetten in großen Mehrpersonenzimmer. Für mich wäre das jedoch nichts gewesen. 😉
Alternativ hatte ich noch das The Pod Hotel in der 51st Street in Betracht gezogen – jedoch war dieses ausgebucht.
Ich hoffe, daß ich eventuellen New York Reisenden mit diesem kleinen Artikel ein paar Tipps geben konnte. Für Fragen und Anregungen stehe ich natürlich gern zur Verfügung…

Rückflug und warum Zugfahren besser ist [01.11.2007]

Samstag, November 3rd, 2007

Am 01.11.2007 ging es für mich zurück nach Boston. Mein Rückflug sollte am dritten von Boston aus gehen und eine Umbuchung wäre zu teuer gewesen, daher hatte ich mich dazu entschlossen, jenen Flug doch von Boston aus anzutreten. Für die Rückkehr nach Boston hatte ich mich für einen Flug mit Delta Airlines entschieden – vom Preis her war das sogar noch etwas günstiger als Zug fahren, doch ich hatte natürlich nicht die zugehörigen Umstände bedacht.
Das Shuttle zum John F. Kennedy Flughafen, welcher sich am von Manhattan aus gesehen am anderen Ende von Brooklyn befindet, hatte ich bereits am Vortag gebucht – zum Preis von 22 Dollar. Obwohl der Flug erst am späten Nachmittag gehen sollte, war die Abfahrt bereits für 12.45 Uhr geplant. Doch traten bereits beim packen am morgen die ersten Probleme auf: Ich bekam nicht alles in meinen einen Koffer. 🙁 Daher mußte ich mich tatsächlich noch mal auf den Weg machen und suchte verzweifelt nach einem Geschäft, in dem man Gepäck kaufen konnte, das nicht den Namen eines Designers trug und das somit noch einigermaßen erschwinglich war. In der Nähe des Times Square wurde ich dan fündig und erwarb einen kleinen Koffer für etwa 40 Dollar. Dann ging es zurück zum Hotel und nachdem alle Koffer gepackt waren, war eigentlich keine Zeit mehr, noch irgend eine Besichtigung zu tätigen. Also verbrachte ich die restliche Zeit mit Warten. Kurz nach 12.45 Uhr kam dann der Shuttle und durch den dichten Straßenverkehr holten wir noch an zwei weiteren Hotels Gäste ab, bevor wir schließlich in Richtung JFK-Airport fuhren. Der Fahrer, ich vermute mal russischer Herkunft, legte dabei eine recht aggerssive Fahrweise an den Tag und hatte dabei auch noch ständig ein Mobiltelefon entweder am Ohr oder in der Hand, um Textnachrichten zu schreiben. Doch trotz einiger Momente, bei denen ich echt ins Schwitzen kam, erreichten wir das Terminal schadlos.
Mein Ticket erhielt ich an einem elektronischen Terminal problemlos mit der Kreditkarte, beim einchecken der Koffer bekam ich noch ein richtiges Ticket. Dann ging es durch den Sicherheitscheck – der hier wie überall einige Zeit in Anspruch nahm.

Delta Airlines Checkin JFK Airport
Links: Delta-Airlines CheckIn Schalter – Rechts: JFK-Airport

Im Sicherheitsbereich stärkte ich mich erst einmal in einer Burger-King Filiale, dann setzte ich den Weg zum Abfluggate fort. Die Wartezeit dort war dann nur recht kurz, bald schon riefen die Bediensteten zum Einsteigen auf. Das Flugzeug war eine kleine McDonnell-Douglas MD-88 mit fünf Sitzen pro Reihe. Zwar legten wir recht schnell schon vom Terminal, es folgten jedoch über 30 Minuten, die wir auf der Startbahn verbrachten, noch sieben oder acht andere Flugzeuge vor uns.

Inside the MD-88 On the start lane
Links: Interior der MD-88 – Rechts: Auf dem Weg zur Startbahn

Der eigentliche Flug dauerte dann zwar nur ca. eine Stunde, dennoch ist die Summe der verbrachten und vergeudeten Zeit nicht mit der eher wenigen Zeit zu vergleichen, die eine Zugreise gedauert hätte. Über so kurze Strecken sollte man nicht unbedingt fliegen.

Eine kleine positive Überraschung gab es dann noch bei meiner Mietwagenfirma. Ich hatte eine niedrige Klasse gebucht, doch auf dem mir zugewiesenen Platz stand ein Chevrolet Malibu – ein ziemliches Schiff. An der Ausfahrt schickte mich der Wachmann auch noch mal zurück, da er meinte dies wäre das falsche Auto. Und im Büro stellte man tatsächlich fest, daß auf dem Platz ein anderer Wagen hätte stehen müssen. Doch man war kulant und überließ mir den Wagen zum selben Preis.

Dann ging es zum Hotel nach Woburn, wo ich mich diesmal jedoch in eine günstigere Unterkunft eingemietet hatte. Alles in allem sei nur noch mal erwähnt, daß in der Summe Zug oder Bus fahren eindeutig schneller gewesen wäre – aber ich fliege natürlich auch sehr gerne, von daher wiegt sich das wohl letztlich auf… 😉

Grand Central Station, Empire State Building & Central Park [31.10.2007]

Samstag, November 3rd, 2007

Der letzte Tag im Oktober begann für mich in New York erst einmal mit einer schmerzhaften Erkenntnis: Ich hatte Muskelkater – und das nicht zu wenig. Eigentlich hatte ich angenommen daß durch meine Touren durch Boston bereits etwas Training da war, aber dem war offensichtlich nicht wirklich so. Aber es half ja alles nichts. Nach einer Dusche packte ich meine Kameratasche und machte mich auf den Weg, mir einige weitere Punkte in der Stadt anzusehen.
Mein erster Weg führte mich die 5th Ave. hinauf, vorbei an der New York Public Library direkt hinter dem Bryant Park, um von dort in die 42nd Street abzubiegen.

New York Public Library New York Public Library
New York Public Library at Bryant Park

Mein Ziel war der Grand Central Terminal, besser als Grand Central Station bekannt, ein Gebäude im neoklassizistischen Stil. Der am 2. Febuar 1913 eingeweihte Kopfbahnhof ist immerhin auch heute noch die größte Bahnhof der Welt.

Grand Central Station Grand Central Station
Grand Central Station

Auf zwei unterirdischen Etagen aufgeteilt gibt es alleine 41 Gleise in der ersten Etage und noch einmal 26 in der zweiten. Die Gleise selber sind nicht sehr sehenswert – aber die große Halle im Erdgeschoß mit der riesigen amerikanischen Fahne in der Mitte ist ein beliebtes Fotomotiv.

Grand Central Station Grand Central Station
Grand Central Station Grand Central Station
Die große Halle innerhalb der Grand Central Station

Nach einiger Zeit in den Hallen der Station machte ich mich auf den Weg zur nächsten großen Sehenswürdigkeit, die noch auf meinem Besichtigungsplan stand: Dem Empire State Building. Leider war die Spitze des Gebäudes vom Straßenlevel nicht zu sehen, daher mußte ich etwas danach suchen. Acht Blocks senkrecht und vier weitere Waagerecht mußte ich laufen, dann stand ich davor. Glücklicherweise war dieses mal keine Schlange bis vor das Gebäude zu sehen – ich wollte eigentlich keine Stunde warten um auf die Spitze zu kommen. Durch die Eingangshalle gelangte ich zum Express-Fahrstuhl und fuhr mit dem ohne Wartezeit bis in die 80ste Etage. Dort begann dann die erste Warteschlange an der Kasse – die Absperrungen davor wiesen darauf hin, daß zu manchen Zeiten die Wartezeiten sehr viel länger sind.

Empire State Building 80th floor
Links: Eingangshalle zum Empire State Building – Rechts: Wartebereich in der Kasse, 80ste Etage

Nachdem ich meine Eintrittskarte für 18 Dollar erworben hatte – ziemliche Wucherei wie ich finde – mußte ich mich dann auch hier dem üblichen Sicherheitscheck mit Röntgengerät und Metalldetektor unterziehen. Dann begann wieder eine Auf dem Weg zu dem nächsten Fahrstuhl, der die nächsten 6 Etagen überwinden sollte, kamen alle Gäste an einer grünen Wand vorbei, vor der sich jeder Gast Aufstellen sollte, dann wurde ein Foto gemacht und dem Besucher ein Zettel mit einer Nummer in die Hand gedrückt. Was das sollte, erläutere ich etwas später.

Taking greenscreen photos
Fotografen (sh. text)

Die Warterei auf den Fahrstuhl für die letzten 6 Stockwerke hätte 30 Minuten oder länger dauern sollen wie ein Mitarbeiter in die Runde rief. Man bot den Interessierten jedoch an, die letzten Stockwerke über das Treppenhaus zu ersteigen und somit schneller nach oben zu gelangen. Da ich möglichst schnell hoch wollte, wählte ich auch wie viele andere auch diesen Weg und war in wenigen Minuten auf der Etage der Aussichtsplattform. Natürlich gibt es im Inneren einen leicht überteurten Souvenirladen, den ich aber links liegen ließ und mich sofort bis rauf auf die Aussichtsplattform begab, wo sich natürlich massenhaft Leute tummelten.

Tourists at Empire State
Touristen auf dem Empire State Building

Abgetrennt von einem hohen Gitterzaun hat man von hier oben einen wirklich wundervollen Blick über Manhattan. Aber man sehe selbst.

NY Skyline Flatiron Building und SoHo
Links: Blick nach Nordwest – Rechts: Flatiron Building & Soho

West Manhattan Skyscraper
Links: Westen von Manhattan – Rechts: Blick auf Bryant Park und Hochhäuser

South Manhattan New Jersey
Links: South Manhattan – Rechts: Blick nach New Jersey

Chryler Building Financial District
Links: Chrysler Building – Rechts: Financial District

Shadow Taxis
Links: Turmschatten – Rechts: Straßenverkehr

Financial District Macy's
Links: Financial District – Rechts: Macy’s

Nach zig Fotos passierte dann das, was man als ultimativen Horror des Digitalfotografen bezeichnen kann: Auf dem Bildschirm meiner EOS400 stand auf schwarzem Hintergrund die rote Schrift: Bitte wechseln sie den Akku. Verd…..!
War zwar halb so schlimm, denn ich hatte ja alle vier Himmelsrichtungen bereits exzessiv abgelichtet, aber ärgerlich war es dennoch. Also machte ich noch ein paar Bilder mit der Handykamera und ein paar Videoaufnahmen, dann begab ich mich zurück zum Fahrstuhl. Auf der 80sten Etage löste sich dann das Rätsel der Fotos vor grüner Wand auf: Man verkaufte das Greenscreen-Foto nun mit einem nächtlichen Manhattan als Hintergrund und eine Foto-CD zum Preis von 25 Dollar. Ich weiß nicht was mich geritten hat, aber ich habe mir mein Foto tatsächlich mitgenommen, samt CD. Ich nahm dabei an, daß man mich hier vor verschiedene Hintergründe gesetzt hat, doch die CD enthält nur JPGs mit Fotos von New York, die ich teilweise genau so bereits geschossen hatte. Ärgerlich – ein Fehlkauf und eindeutig abzocke. Kann nur jedem davon abraten das Geld auszugeben. Ich dachte halt: Wenn man schon mal in New York ist… Könnte mich jetzt noch in den A**** beißen… 🙁
Vom Empire State Building aus ging es, nach einer kleinen Stärkung bei Wendy’s, zurück zum Hotel, um dort die Akkus meiner Digitalkamera aufzuladen. Während ich beide Akkus einige Zeit ins Ladegerät gesteckt hatte, schrieb ich am Bericht für den Vortag, den man ja etwas weiter unten im Blog lesen kann.
Irgendwann machte ich mich dann aber wieder auf den Weg. Am Times Square holte ich mir die Tickets für den Abend im Gershwin Theater ab (mehr dazu am Ende des Berichtes) und setzte meinen Weg dann nach Norden fort.
Über den Broadway erreichte ich dann den Columbus Circle am Südwestlichen Rand des Central Parks, einem Kreisverkehr, in dessen Mitte sich ein Platz mit Springbrunnen und einer hohen Säule befindet, dessen Spitze eine Figur des Entdeckers Christoph Columbus ziert. Wie ich inzwischen in Erfahrung bringen konnte, handelt es sich dabei um einen Teil des Konzepts des Landschaftsarchitekten Frederick Law Olmsted, einem der maßgeblichen Planer des Central Parks.

Columbus Circle Columbus Circle
Columbus Circle am Soutwest Central Park

8th Ave
Blick in die 8th Ave

Vorbei an einer Säule, die wohl Seemännern gewidmet ist – die Inschrift lautet in etwa (wenn ich es richtig entziffern konnte) „To the valiant seaman who perished in the Maine, by fate vn warned, in death vn afraid“ – betrat ich schließlich den Central Park und begann ein wenig darin umher zu wandern.

Central Park Central Park

Central Park Central Park
Figurengruppe am Südwesteingang des Central Parks

Wenn man so durch diese „grüne Lunge“ der Stadt wandert, glaubt man gar nicht, daß es sich hier um ein komplett landschaftsarchitektonisch künstliches Gebilde handelt. Der 377 Hektar große Park selbst ist ab 1858 entstanden und hat insgesamt 13 Jahre Bauzeit in Anspruch genommen. Vor allem in den späten Fünfzigern und Anfang der Siebziger Jahre verkam er ziemlich häufig, da der Stadt die finanziellen Mittel zu seinem Erhalt fehlten. Seit den 1980er Jahren gibt es mit der „Central Park Conservancy“ eine private Wohltätigkeitsorganisation, die sich um den Erhalt und die Pflege der Anlage kümmert.

Central Park

Sunbathing in Central Park Essex House

Central Park Central Park
Impressionen aus dem Central Park

Central Park
Karusell

Ziemlich weit im Süden des Parkes befindet sich eine riesige Wiese, die im Sommer den Stadtbewohnern als Liegefläche dient und die auch ein fremder wie ich aus dem einem oder anderen Film kennt.

Central Park Central Park Central Park
Links: Karusell – Rechts: Statue Daniel Websters

Im Westen des Parks fanden auch gerade die Vorbereitungen für den großen Marathon durch New York statt – eine Veranstaltung die am Wochenende stattfindet. Leider bin ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Stadt – aber das erklärt warum es so schwer war ein Zimmer zu bekommen.

Preparing the marathon Preparing the marathon
Vorbereitungen für den New York Marathon

Bei meinen Wanderungen kam ich auch an „The Lake“ vorbei, einer der drei größeren Wasserflächen im Park. Dabei konnte ich beobachten, daß gerade einfach eine Staumauer auf Plastikplanen durch den See gezogen war und die nördliche Hälfte für Reparaturen komplett trocken gelegt war.

Central Park - The Lake The Lake - Central Park
„The Lake“

Central Park
Staumauer und Trockenlegung

Ich lief bestimmt eine dreiviertel Stunde durch den Park und kam dabei bis kurz vor das große Reservoir im Norden, wandte mich dann aber in Richtung Westen. Eigentlich hatte ich zuerst vorgehabt, ins Metropolitan Museum of Art im Westen zu gehen, dem einzigen größeren Gebäude übrigens, das jemals auf dem Gelände des Central Parks errichtet wurde, obwohl Pläne für eine weitaus stärkere Bebauung existierten. Statt dessen entdeckte ich aber das Museum of Natural History, welches sich an der Straße Central Park West befindet. Seine Kulisse wurde übrigens in dem Film „Nachts im Museum“ mit Ben Stiller verwendet, falls den jemand gesehen hat.

Museum of Natural History Museum of Natural History
American Museum of Natural History

Durch eine riesige Eingangshalle, in der sich zwei Skelette von Dinosaueriern befanden, betrat ich das Gebäude.

Museum of Natural History
Eingangshalle

Der Eintritt sollte 15 Dollar kosten – ein stolzer Preis – aber wieder ging ich nach dem Motto „…wenn man schon mal in New York ist…“ vor und zahlte den Eintritt zähneknirschend. Das Museum selbst ist in mehrere Sektionen aufgeteilt, die sich über insgesamt vier Stockwerke erstrecken. Im untersten Geschoß befindet sich – wie soll es in den USA anders sein – ein großer Food Court – im nordwestlichen Flügel findet man ein Space Center mit großem Imax-Kino in einer im Raum befindlichen, riesigen Kugel. Hier wird normalerweise in Film über den Urknall und das junge Universum gezeigt – leider fanden als ich dort so ziemlich am Ende meines Rundganges dort ankam keine Vorführungen mehr statt.

Museum of Natural History
IMAX-Kino Kugel

Hier folgen nun ein paar Eindrücke aus dem Inneren des Museums – das Fotografieren war hier eindeutig erlaubt, ich hatte mich dahin gehend extra an der Kasse erkundigt.

Museum of Natural History Museum of Natural History
Links: Massai beim Abzapfen von Kuhblut – Rechts: Araber in traditoneller Tracht

Museum of Natural History Museum of Natural History
Links: Historischer Koreaner – Rechts: Stegosaurus-Skelett

Museum of Natural History Osterinsel-Kopf
Links: Sauropoden-Skelette – Rechts: Osterinsel-Kopf

Bereits während des Rundgangs fiel mir auf, daß je später es wurde immer mehr Kinder in Halloween-Kostümen in das Museum strömten. Wie ich nach Erkundigung bei einer der Aufpasser erfuhr, fand am heutigen Halloween-Abend für diese Kinder eine spezielle Veranstaltung im Museum statt. Zum Glück hatte ich meinen Rundgang inzwischen weitgehend beendet, denn aus diesem Grund wurden nun nach und nach einige Sektionen abgesperrt, die später nicht für diese Kinder zugänglich sein sollten.
Vom Museum aus nahm ich die U-Bahn – ein Erlebnis das ich auch in New York zumindest ein mal mitgemacht haben sollte, so dachte ich. Der Einzelfahrscheinverkauf war leider defekt, daher erwarb ich eine MetroCard mit einem Guthaben von 5 Dollar. Der Vorteil bis diesen Dingern ist, daß man sie aufladen kann, ohne sich eine neue zu ziehen. Ich machte zwar nur eine Fahrt, aber falls ich mal zurück komme… 😉


New York MetroCard

Ist schon etwas Spooky da unten in der U-Bahn – aber ich hielt mich an die Vorgabe aus den Reiseführern, niemanden direkt anzusehen, um ihn nicht zu provozieren. Halte ich zwar für übertrieben, aber einige Gestalten hier unten sahen tatsächlich nicht ganz geheuer aus. Über vier Stationen fuhr ich mit der Blue Line bis zur 42ten Straße. Von dort aus machte ich noch einen Abstecher in den Bryant Park. Hier hatte man eine Eisbahn aufgebaut, auf der man kostenlos laufen konnte. Nur die Schlittschuhe kosteten ein paar Dollar im Verleih. Hier machte ich noch ein paar Aufnahmen.

Bryant Park Bryant Park

Bryant Park Bryant Park
Im Bryant Park

Von dort aus ging ich dann zwei Blocks weiter zurück ins Hotel, um mich auf die Veranstaltung des Abends vorzubereiten.
Um 19:15 Uhr machte ich mich dann bereits auf den Weg, um rechtzeitig am Gershwin Theater in der 51sten Straße zu sein – denn ich hatte mir Karten für das Musical Wicked besorgt, welches dort heute ab 20:00 Uhr lief. In der Annahme, daß ich meine Jacke und meine Tasche an einer Gardrobe abgeben konnte, hatte ich die Kameratasche mitgenommen – nicht um Fotos vom Stück zu machen, sondern eher später am Abend. Denn es war ja Halloween. Doch leider gab es keine Gardrobe, so daß ich beide Stücke mit in den Vorführraum nehmen mußte. Ein paar Fotos vor der eigentlichen Vorführung habe ich dann doch geschossen – allerdings mit der 5MP Handykamera. Die SLR rauszuholen wäre wohl etwas auffällig gewesen. Sie hier veröffentlichen möchte ich sie jedoch nicht, da ich nicht von dem Veranstalter verklagt werden möchte. Ein kleine Geschichte noch am Rande: Die Platzanweiserin, eine voluminöse Afroamerikanerin meinte zu mir, ich solle doch Lächeln, es sei doch Halloween. Als ich erwiederte daß ich aus Deutschland stamme und recht wenig mit diesem Fest anfangen könnte, meinte sie anstatt „Happy Halloween“ „Helau“ zu mir. Ist zwar ähnlich, aber dennoch hat sie da wohl etwas verwechselt. 😉
Das Stück selber war dann einfach nur genial. Natürlich sollte man dazu den in Europa leider eher unbekannten Film „The Wizard of Oz“ von 1939 mit Judy Garland kennen. Wicked erzählt die Geschichte der Witches (Hexen) aus dem Stück und lässt diese dadurch in einem ganz anderen Licht erscheinen. Kann man schlecht erzählen, muß man einfach sehen – ich kann nur sagen daß ich sehr bewegt war von der Aufführung. Am Ende nach den Standing Ovations, die hier scheinbar normal sind, wurde ein Plakat des Musicals mit Unterschriften von allen Darstellern angepriesen, das es nur zu Halloween gab und dessen Erlös für wohltätige Zwecke verwendet werden sollte. Aber der Preis von 75 Dollar für ein solches Stück war mir dann doch etwas überzogen.
Es war als ich den Rückweg antrat bereits spät und die Feiern zu Halloween zeigten hier und dort ihre Spuren. Es waren nicht viele, aber dennoch trieben sich einige Einheimische auch zu so später Stunde noch in Kostümen in der Stadt herum. Ein paar Schnappschüsse gelangen mir dann auch noch.

Halloween Costumes
Spongebob Costume Halloween Costumes
Links: Spongebob-Kostüm – Rechts: Weitere Halloween-Kostümierungen

Als ich dann im Hotel ankam, war ich wirklich todmüde und begab mich alsbald ins Bett. Morgen war ja auch noch ein Tag – so dachte ich zumindest…

Brooklyn Bridge, Ellis Island & Freiheitsstatue [30.10.2007]

Freitag, November 2nd, 2007

Der Dienstag begann zwar ebenfalls kalt, aber die Sonne schien vom blauen Himmel herab und wärmte die Stadt glücklicherweise recht schnell auf. Ich war bereits früh aufgebrochen und hatte den Tourbus vom Times Square aus genommen, um bis vor das Woolworth Building zu gelangen. Von hier aus sollte meine erste Tour des Tages starten: Eine Überquerung der Brooklyn Bridge. Zwischen den beiden Fahrbahnen verläuft nämlich ein Fußgängerüberweg, der bis hinüber nach Brooklyn führt.

City Hall & Woolworth Building Brooklyn Bridge
Links: Blick zurück in Richtung City Hall – Rechts: Aufgang zur Brooklyn Bridge

Meine Hoffnung, von hier aus einige weitere Blicke in Richtung Statue of Librty erhaschen zu können erwiesen sich als richtig. Aber auch von der anderen Seite aus konnte man gut in Richtung Uptown und Empire State Building schauen.

Miss Liberty Skyline
Links: Blick in Richtung Freiheitsstatue – Recht: Blick in Richtung Midtown

Skyline Empire State Building
Links: Skyline von New York – Rechts: Nahaufnahme Empire State Building

Bis nach Brooklyn hinein ging ich jedoch nicht, sondern drehte nach einer Komplettüberquerung um und machte mich auf den Rückweg. In diese Richtung stand mir die Sonne dann auch im Rücken, so daß ich einige Schnappschüsse von der Brückenpfeilerkonstruktion machen konnte.

Brooklyn Bridge Brooklyn Bridge
Links: Fahrbahn – Rechts: Brooklyn Bridge
Brooklyn Bridge Brooklyn Bridge

Brooklyn Bridge Flag on Brooklyn Bridge
Weitere Eindrücke von der Brooklyn Bridge

Anschließend ging es zurück zum Bus, mit dem ich an der St. Pauls Chapel vorbei in Richtung Battery Park fuhr. St. Pauls ist im übrigen eine der ältesten Kirchen, noch aus den Gründungszeiten der Stadt und überlebte wie durch ein Wunder den Einsturz des World Trade Centers fast unbeschadet. Man schreibt das hier göttlicher Fügung zu, ich sage aber eher, daß es sich hier um gute europäische Wertarbeit handelt. 😉

St. Pauls Chapel (Ground Zero)
St. Pauls Chapel – Ground Zero

Im Battery Park zerbiß ich dann den ersten Fluch des Tages zwischen den Zähnen, als ich die lange Schlange an der Fähre sah. Ich hatte ja gehofft daß ich durch meinen gestrigen Kartenkauf etwas schneller auf das Schiff gelangen konnte, doch entgegen der Aussage des Bediensteten von gestern war die Schlange nicht etwa an der Kasse für die Tickets, sondern halt am Eingang zum Schiff.

Warteschlange Warteschlange
Warteschlange an der Fähre in Richtung Freiheitsstatue und Ellis Island

Etwas mehr als eine Dreiviertel Stunde stand ich nun in dieser sich langsam immer weiter nach vorne schiebenden Schlange. Bevor es aber endlich auf die Fähre ging, kam der übliche Sicherheitscheck. In einem Zelt wurden alle Taschen wie am Flughafen durch ein Röntgengerät geschickt und die Besucher mit Metalldetektoren überprüft. Dann endlich kam ich auf das Boot und erkämpfte mir mit Mühe und Not einen Platz an der Reling.

On the Circle Line Ship Leaving Manhattan
Links: Auf dem Boot angekommen – Rechts: Leaving Manhattan

Die Überfahrt zur Freihheitsstatue sollte keine zehn Minuten dauern. Während der Anfahrt konnte ich bereits erste Fotos von der berühmten Dame schießen.

Miss Liberty Liberty Island

Liberty Island Liberty Island

Liberty Island Freiheitsstatue
Anfahrt auf die Liberty Island und die Freiheitsstatue

Viele sagen ja, ein Besuch auf Liberty Island, jener Insel mit der Statue wäre nicht unbedingt notwendig. Gerade weil man aktuell auch nicht in die Statue hinein kann. Dennoch verließ ich das Schiff und drehte zumindest eine Rund über das kleine Eiland – vor allem um auf ein paar Nahaufnahmen der alten Dame zu machen.

Statue of Liberty Statue of Liberty

Statue of Liberty Statue of Liberty
Nahaufnahmen der „Statue of Liberty“

Dabei gelangen mir nicht nur ein paar schöne Nahaufnahmen von der Statue selbst, sondern auf einige Schnappschüsse des Financial Districts und dem Rest von Manhattan.

Financial District Skyline

Skyline Manhattan
Manhattan, von Liberty Island aus gesehen

Aber außer dem Ausblick, der Statue, einem Imbissrestaurant und einer winzigen Ausstellung gibts aber tatsächlich recht wenig hier auf der Insel zu sehen. Daher nahm ich nach einer kompletten Umrundung der Insel auch gleich die nächste Fähre, um meine Rundfahrt in Richtung Ellis Island fortzusetzen.

Flag Pole Freiheitsstatue
Links: Stars & Stripes auf Liberty Island – Rechts: Freihheitsstatue von hinten

Entering the boat
Rückkehr auf die Fähre

Die New York vorgelagerte Insel Ellis Island dient bis Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts als das Tor zur neuen Welt Amerika. Millionen von Amerikanern aus aller Welt haben diese Insel besucht, um von hier aus nach Amerika einzuwandern und hier ihr Glück zu suchen – oder aber um abgeleht und zurückgeschickt zu werden. Das Eiland ist U-förmig aufgbaut – auf der einen Seite befindet sich der Verwaltungsbereich, der heute auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist, auf der anderen Seite befinden sich die ehemaligen Wohnbereiche der Einwanderer, die wie ich später auf einem Modell sah um eine Art kleinen künstlichen See mit Sandstrand herum gebaut sind – ich nehme einfach mal an für den Zeitvertreib der Einwanderer, die in den Gebäuden auf Übersetzung nach New York warteten.

Ellis Island Ellis Island Harbor
Links: Anfahrt auf Ellis Island – Rechts: Der alte Hafen von Ellis Island

Das mehrstöckige, ehemalige Verwaltungsgebäude ist heute ein Museum, welches den Einwanderungsprozess ziemlich eindrucksvoll beschreibt.

Ellis Island Ellis Island - Sign
Links: Eingang zum Museum von Ellis Island – Rechts: Schild

Ellis Island
Turm am Hauptgebäude

Im unteresten Stockwerk befinden sich Informationsstände, eine Ausgabestelle für kostenlose Audiotouren und eine Ausstellung, welche die Einwanderungsströme über die Zeit beschreibt. Außerdem finden sich hier kleine Terminals, an denen man nach seinen eigenen Vorfahren recherchieren kann. Ich wollte zwar auch mal überprüfen, ob Verwandte von mir über Ellis Island eingewandert sind – jedoch war die Belagerung der Terminals ziemlich stark und wenn mal einer frei war, war in allen Fällen der Trackball an der Tastatur defekt, so daß ich das Programm nicht bedienen konnte.

Luggage Luggage
Alte Gepäckstücke in der Eingangshalle

Language tree Ancestor research terminal
Links: „Sprachbaum“ mit Wörtern, die ins Amerikanische übernommen wurden – Rechts: Terminal

Im ersten Obergeschoß – in den USA als 2nd Floor bezeichnet, das Erdgeschoß ist hier der 1st Floor, was vor allem USA- Neulingen oftmals Probleme macht, wenn sie ins Ergeschoß ihres Hotels wollen – fand sich der Registration Room, heute eine riesige Halle, in der früher die Neuankömmlinge auf ihre Registrierung als Einwanderer warteten. Einige Bildtafeln zeigten eine Etage höher wie es dort früher aussah, als Ellis Island noch „in Betrieb“ war.

Registration room Registration room
Der „Registration room“

Old Photos of Registration room Old Photos of Registration room
Alte Bilder des „Registration room“

Von hier an war die Besucherführung dann etwas verworren – es existierten zwar Hinweisschilder, aber es fehlte irgendwie ein klarer Rundgang durch die riesige Anzahl von Räumlichkeiten, in denen unter anderem Besitztümer der Einwanderer, alte Ausweise, Plakate, Karikaturen und Prospekte für die Überfahrten ausgestellt waren. An dieser spare ich mir eine detallierte Beschreibung und lasse lieber die Bilder sprechen.

Column with old graffiti Ellis Island
Links: Säule mit alten Graffitis – Rechts: Fotos von Einwanderern

Old clothes Caricaturs
Links: Alte Kleidungsstücke – Rechts: Karikaturen zur US Einwanderungspolitik

Prospekte Old Passports
Links: Überfahrts-Prospekte – Rechts: Alte Ausweise der Einwanderer

Little italian boy Over there - Over here
Links: Italienischer Junge bei der Ankunft – Rechts: Over there – Over here (was in den USA besser ist)

Photo Photo
Weitere Fotos von Einwanderern im Gang zwischen den Ausstellungsräumen

Eine bewegende Dokumentation der vielen unterschiedlichen Menschen, die es aus Europa nach Amerika zog, da sie sich hier eine bessere Zukunft erhofften.
Wenn man sich von der Anlegestelle nach rechts wendet, findet man noch eine kleine Plattform, von der man nicht nur einen weiteren wunderbaren Blick in Richtung Manhattan hat, sondern auch ein riesiges Rondell aus Tafeln befindet, auf denen tausende von Namen von Eingewanderten Personen verzeichnet sind. Meinen Familiennamen fand ich darauf aber leider nicht. 😉

Ellis Island Name plate on Ellis Island
Links: Plattform auf der Seite des Hauptgebäudes – Rechts: Namenstafel

Wie ich bereits oben erwähnte, gab es für Besucher keinen Weg auf die andere Hälfte der Insel – zumindest habe ich keinen gefunden. Daher stellte ich mich anschließend in die Schlange zur nächsten Fähre, die mich zurück in Richtung Battery Park brachte.

Leaving Ellis Island Leaving Ellis Island
Abfahrt von Ellis Island

Ich nahm von dort aus den nächsten Bus in Richtung Pier 17, das ich bereits im Post vom Vortag kurz erwähnt hatte, um von dort die Tour durch Brooklyn anzutreten. Doch als ich dort anlangte, erfuhr ich das es zu spät war: Die letzte Tour für diesen Tag war abgefahren. Und mein Ticket lief morgen früh um gegen 9:30 Uhr ab, und die ersten Tour startete genau um diese Zeit. Damit hatte ich keine Chance mehr, an der reguläre Brooklyn-Tour teilzunehmen, ohne zusätzlich noch einmal 39 Dollar zahlen zu müssen. Enttäuscht nutzte ich die Gelegenheit, mir einmal das Pier 17 näher anzusehen, was sich jedoch eher als Enttäuschung erwies. Die Pracht von Fishermans Wharf in San Francisco hat es tatsächlich nicht und im inneren befindet sich nur eine weitere Einkaufs-Mall. Einzig wegen des schönen Blickes auf die Brooklyn Bridge von der anderen Seite der Mall oder vielleicht wegen der beiden Museums-Segelschiffe würde sich für den einen oder anderen hier ein Besuch lohnen.

Pier 17 Pier 17
Pier 17

New York Brooklyn Bridge
Links: Blick auf die Stadt vom Pier aus – Rechts: Brooklyn Bridge vom Pier aus gesehen

Sailers
Segelschiffe am Pier 17

Während ich anschließend auf den nächsten Downtown-Tourbus in Richtung Times Square wartete, kehrte gerade eine Brooklyn Tour zurück und eine beleibte Afroamerikanerin fragte in die Schlange der Wartenden, ob jemand interesse hätte, per Express ohne Zwischenstopps zurück in das Zentrum zu fahren. Diese Tour würde jetzt der Bus nehmen. Und nicht nur ich, sondern auch viele andere aus der Schlange schlossen sich dieser Aufforderung an und stiegen in den besagten „Express-Sightseeingbus“ ein. Ein junger, hagerer Amerikaner kaukasicher Abstammung, der irgendwie einen leicht intellektuellen Eindruck machte, war hier der Tourguide. Obwohl es sich um keine reguläre Tour handelte, sonder einfach um eine Express-Rückfahrt, erzählte er munter einige kleine Geschichten zu der Gegend, durch die wir hier fuhren. Dabei kamen wir unter anderem am Battery Park, dem Custom House sowie an der unteren Seite der World Trade Center Baustelle vorbei, eben den kompletten West Side Highway hinauf bis zur 42en Straße, wo man uns aussteigen ließ. Von hier war es ein Fußmarsch von etwas mehr als 5 Minuten bis zum Times Square, wo sich wie zu fast jeder Tages- und Nachtzeit tausende von Menschen herumtrieben.
Was machte ich nun mit dem angefangenen Abend? Ich wanderte etwas herum, aß eine Kleinigkeit und stieß dann auf einen der Tourbusse, die für den Night Loop bereit standen. Na klar, das war es – ich beschloß an der nächtlichen Rundfahrt teilzunehmen. Ein dicklicher Amerikaner in blauem Parker mit dicker Kassengestell-Brille (wie man hier sagen würde) diente hier als Guide. Mit nur einem Stop am Empire State Building ging es dann ohne weiteren Halt durch Greenwich Village und China Town bis zur Williamsburg-Bridge, wo der Bus nach Brooklyn übersetzte.

Times Square at dusk
Times Square at dusk

Chinatown Chinatown
Chinatown bei Nacht

Soup 'n' Burger

So bekam ich doch noch meine kleine Tour zu dieser Seite der Stadt. Unterhalb der Brooklyn Bridge hielt der gegenüber des Financial Districts hielt der Bus an zwei Punkte, von wo auf man einen eingermaßen guten Blick auf die hell beleuchteten Hochhäuser des unteren Teils von Manhattan hatte. Leider konnten wir nur Fotos vom Bus aus machen – aussteigen konnten wir nicht. In Ermanglung meines Statives, welches im Hotel lag, wurden die Fotos, die ich an beiden Haltepunkten dort schoß dann auch nicht so gut wie man es sich eigentlich wünschen könnte. Aber ich machte das beste daraus.

Financial District at night Financial District
Nachtaufnahmen des Financial Districts von Brooklyn aus

Wenn ich noch ein weiteres mal nach New York komme – dies ist auch eine Empfehlung an alle anderen Besucher – gehe ich wohl mal Nachts über die Brooklyn Bridge und gehe die kleine Straße auf der rechten Seite in Brooklyn hinunter – lt. Google Maps ist es wohl die Old Fulton Street – dort unten befindet sich eine kleine Terrasse, auf der man mit Hilfe eines Statives und etwas Zeit mit Sicherheit wundervolle Fotos vom nächtlichen Financial District schießen kann.
Leider fuhren wir dann nicht über die Brooklyn Bridge, sondern durch den weiter unten gelegenen Brooklyn Battery Tunnel zurück nach Manhattan und begaben uns zurück in Richtung der Innenstadt.
Ich beschloß die Tour kurz vor dem Ende am Kaufhaus „Macy’s“ zu verlassen und nutzte die Gelegenheit, diese bekannten Einrichtung einen Besuch abzustatten.Dies ist das zweite Macy’s Kaufhaus überhaupt in den USA, das allererste befand sich in einem schmalen Gebäude in Greenwich Village, ist heute aber ein normales HiFi-Geschäft. Wer an der Downtown-Tour teilnimmt, bekommt das vom Guide berichtet.
Die Pracht innerhalb des Macy’s Kaufhauses ist wirklich ziemlich beeindruckend. Auf sieben Stockwerken wird hier alles geboten, was der gehobene Geschmack wünscht. Von Parfum und Kosmetika über Markenkleidung bis hin zu Hotelbedarf und Möbeln findet sich dort wirklich alles was das Herz begehrt. Sogar eine McDonalds-Filiale und eine Bon au pain Café befindet sich innerhalb des Gebäudes, das fast zwei Straßenblöcke einnimmt. Und ab dem dritten Stockwerk sind die Rolltreppen noch aus Holz gebaut – wie man mir erzählte eine alte Handwerksarbeit aus Europa, die sich auch in den Täfelungen der Fahrstühle wiederfindet.

Macy's - First Floor Macy's - wooden escalators
Links: Macy’s Erdgeschoß – Rechts: Holzrolltreppe

MacDonalds inside Macy's Macy's - Furniture department
Links: Macy’s McDonalds – Rechts: Möbelabteilung

Inzwischen war es schon recht spät geworden und meine Beine taten mir langsam weh – daher wandte ich mich nach einem Besuch im Macy’s in Richtung Hotel, wo ich alsbald im Bett landete und einschlief. Eine wirklich unglaubliche Stadt….

Dusk over Boston

Freitag, November 2nd, 2007
'Dusk' von JaBB

Aufgenommen beim Landeanflug auf Boston bei der Rückkehr aus New York.

Rundfahrt, Ground Zero und Battery Park [29.10.2007]

Donnerstag, November 1st, 2007

Um kurz vor 8:00 Uhr (AM) begann mein erster Tag hier in New York. Glücklicherweise war ich der erste der drei Gäste, die sich den Shared Bathroom hier im Hotel teilen, der ihn an diesem Tag benutzte.
Noch am voherigen Abend hatte ich mich beim „diensthabenden“ an der Rezeption erkundigt, welche der Touren durch die Stadt, die hier angeboten würden sich denn am besten eignete. Sofort war er herausgesprudelt, daß ich doch die Gray Line nehmen solle (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen öffentlichen Buslinie in Boston) und daß ich es gleich hier im Hotel zum Vorzugspreis buchen könne. Neun Dollar mußte ich ihm gleich geben, vierzig weitere waren bei der Abfahrt fällig. Klar daß das Hotel da mitverdient – aber was solls. Auf der Straße bei einem der fliegenden Händler überall in der Stadt ist es teurer. Dafür sollte ich ein 48 Stunden gültiges Ticket erhalten, mit dem ich an allen Touren teilnehmen konnte. Dazu zählten laut des kleinen Flugblattes daß mir der Hotelangestellte gab der Uptown Loop durch Harlem und rund um den Central Park, der Downtown Loop durch Soho bis hinunter in den Financial District, eine Tour durch Brooklyn und eine Nachttour. Einzeln gekauft würden diese lt. Prospekt 156 Dollar (4 x 39 Dollar) kosten – und einzeln nur besagt 49 Dollar. Kurz zur Erklärung sei noch erwähnt, daß es nach meiner Erkenntnis hier zwei Rundfahrt-Unternehmen gibt – besagt Grey Line mit roten Doppeldeckerbussen und die NY Sightseeing mit blauen Doppeldeckerbussen. Beide bieten sogenannte „Hop on – Hop off“ Rundfahrten an, das heißt an definierten Haltestellen hält der Bus und die Touristen können aussteigen, sich die Gegend ansehen und einen der nächsten Busse nehmen, um die Tour fortzusetzen. Damit will ich EInführung in das Thema Rundfahrten-Business hier in New York aber auch schon abschließen.
Abfahrt für den Uptown-Loop sollte um 9:00 Uhr irgendewo in der 8ten Ave zwischen 46er und 47er Straße sein. Danke des einfachen Aufbaus der Straßen hier in Upper Manhattan war es dann auch kein Problem, die entsprechende Stelle zu finden. Nachdem ich den restlichen Betrag bezahlt hatte, erhielt ich eine Art rosa Kassenzettel, der als Ticket diente.

Normalerweise bin ich ja mehr ein Freund der Selbsterkundung ohne Guide – aber in Anbetracht der Größe der Stadt und der eingeschränkten Zeit dachte ich mir, daß eine Einführunde Rundfahrt doch dieses mal recht sinnvoll wäre. Als Tourguide stellte sich ein breit gebauter Latino in Lederklamotten mit geflochtenem, ebenfalls in Leder gefasstem Zopf vor. Ich hatte mit natürlich einen Sitzplatz auf dem oberen, offenen Deck gesucht, da ich natürlich ein paar Fotos schießen wollte. Allerdings war das Aufstehen während der Fahrt untersagt, da ansonsten der Kopf leicht Bekanntschaft mit einer niedrig hängenden Ampel oder einem Straßenschild machen konnte. Und das ist tatsächlich nicht übertrieben, denn man konnte die Dinger sitzend bereits oftmals fast mit ausgestrecktem Arm erreichen. Herauslehnen war auch nicht erwünscht, damit kein vorbeifahrender LKW oder anderer Bus Bekanntschaft mit Armen oder Kopf machen konnte. Trotz dieser Einschränkungen versuchte ich das beste draus zu machen. Die Uptown stellte sich zwar als geschichtlich recht interessant heraus, aber abgesehen vom Central Park und den Museen gab es nur ein paar Kirchen, die wirklich noch fotografierenswürdig waren. Unser Guide wußte so einiges aus der Historie dieses Teils der Stadt zu erzählen und spickte seine Geschichten auch immer mit persönlichen Anektoden. So erfuhren wir zum Beispiel, wozu die Wasserbehälter auf den Dächern dienen – nämlich zum Druckausgleich für die Gebäude. Außerdem fuhren wir an jenem Haus vorbei, vor dem John Lennon erschoßen wurde. Fotos machte ich aber hier noch nicht viele.

Museum of Natural History Wasserbehälter
Links: Museum of Natural History – Rechts: Wasserbehälter

Harlem Harlem
Eindrücke aus Harlem

Museum of Modern Arts
Museum of Modern Arts

Vor allem war es auf dem Oberdeck am morgen – man verzeiche mir den Ausdruck an dieser Stelle – einfach nur Arschkalt. Ich war zwar mit einer Jacke bekleidet, dennoch fror ich ziemlich erbärmlich, während wir links des Central Parks durch Harlem hindurch und rechts wieder herunter fuhren. In der 59th Street am unteren Ende des Central Parks verließ ich den Bus erst einmal – denn ich hatte etwas durchaus interessantes entdeckt, was ich mir unbedingt näher ansehen wollte. Hier starten an einem kleinen Nebenplatz seitlich des Parks zwar auch die berühmten Kutschenrundfahrten rund durch den Central Park.

Pferdekutschen Statue
Links: Pferdekutschen – Rechts: Statue im Südwesten des Central Parks

Pferd

Doch dies ließ ich eher links liegen, denn ich hatte den lokalen Apple Retail Store an der Fifth Ave. mit seinem gläsernen Würfel über dem Eingang entdeckt.

Apple Store New York Apple Store New York
Apple Retail Store

Natürlich sah ich mir diesen auch von innen an – natürlich auch mit dem Hintergedanken, daß ich ja gleich etwas aufwärmen wollte. Auch das Interior des Apple Stores war nicht übel – weitaus besser als in jenen in Boston, aber gleichwertig mit dem in San Francisco.

Apple Store New York Apple Store New York
Apple Store New York Apple Store New York
Aus dem Inneren des Apple Stores

Nach einiger Zeit im Store, ich hatte mich inzwischen etwas aufgewärmt, ging es weiter, zurück zur Haltestelle der Sightseeing Tours, um dort in den Bus für die Tour nach Downtown einzusteigen.
Über den Times Square, wo wir noch einmal hielten und weitere Fahrgäste einluden ging es hinunter in Richtung Greenwich Village und durch Little Italy sowie China Town, vorbei an der (24 Stunden geöffneten) US Post Office an der Penn Station, dem Empire State Building, vor dem sich bereits eine riesige Schlange gebildet hatte, und dem Flatiron Gebäude, das seinen Namen von seiner seltsamen Form hat, die einem alten Plätteisen zum Bügeln ähnelt. Außerdem passierten wir das „Museum of Sex“ mit seinem Hinweisschild: „Please do not touch, lick, stroke or mount the exhibits“ 😉

Times Square Penn  Station
Links: Times Square – Rechts: Tor zur Penn Station (jenes durch das ich in die Stadt gekommen bin)

Post Office Advertisment at Penn Station
Links: US Post Office – Rechts: Werbung gegenüber der Penn Station

Empire State Building Museum of Sex
Links: Empire State Building – Rechts: Museum of Sex

Flatiron Building Flatiron Building
Flatiron-Building

Greenwich Village Straßenverkehr
Links: Feuertreppe – Rechts: Straßenverkehr (Blick in Richtung Woolworth Building)

Der Guide hier war nicht ganz so gut wie der erste – ein älterer Afroamerikaner, der seine Texte mehr einfach herunterleierte und wenig Zusatzinformationen gab. An verschiedenen Stationen hier hätte ich zwar aussteigen können, aber mein erstes Ziel war eher der Financial District. Direkt vor dem Woolworth Building hielt der Bus dann auch und ich machte mich hier auf den Weg für eine Erkundung. Der erste Weg führte mich natürlich zum Ground Zero, der sich direkt einen Block weiter befand. Zwar sieht man außer einer großen Baustelle hier leider recht wenig, aber jedem von uns sind die Ereignisse vom 11. September 2001 ja noch gut in Erinnerung und wie ich tummelten sich hier unten natürlich auch viele andere Touristen.

Ground Zero Ground Zero
Ground Zero – ehemaliges World Trade Center

Am Eingang zur Metro-Station befindet sich jedoch ein Informationsstand und einige Tafeln, auf denen die zukünftigen Pläne für diesen Platz aufgezeigt sind – natürlich wie hier üblich mit einer Portion Pathos.

Metro Station Ground Zero Ground Zero
Links: U-Bahn Station am Ground Zero – Rechts: Informationstafel
Ground Zero
Informationstafeln

An einer Stelle etwas neben der Metro-Station war ein Loch im Zaun, die einen Einblick in die Baustelle gab. Es hatte sich bereits eine kleine Schlange gebildtet von Leuten die durch dieses Loch Fotos machen wollten – natürlich reihte ich mich in diese Schlange ein und wartete geduldig, bis ich an der Reihe war.

Baustelle Ground Zero
Blick auf die Baustelle

Ich entschloß mich dazu die Ground Zero Baustelle einmal zu umrunden, aber vorher aß ich noch einen Kleinigkeit in einem Deli nahe der Baustelle.
Die Umrundung brachte nicht viel, ich überquerte eine Brücke über einen Stadthighway, durchquerte das Financial Center One, in dem mir ein Sicherheitsmann verbot Fotos zu machen und erreichte dann nach einer Wegstrecke an der unteren Seite die Brücke auf der östlichen Seite der Baustelle. Hier konnte man vom oberen Ende der Treppe noch einmal einen guten Schnappschuß ins Innere der Baustelle tätigen.

Fußgängerbrücke am Ground Zero Ground Zero
Links: Innerhalb der Fußgängerbrücke – Rechts: Blick auf die Baustelle

Crans
Kräne

Dann ging es zurück zu dem kleinen Park am Woolworth Building, wo sich auch das alte und neue Rathaus von New York befinden. Da ich noch nicht gleich weiter wollte, machte ich auch hier noch einen kleinen Rundgang. Dabei konnte ich auch einen ersten Blick auf die Brooklyn Bridge werfen, die ich mir jedoch für morgen aufzuheben gedachte.

NY Cityhall Brooklyn Bridge
Links: NY Cityhall – Rechts: Brookly Bridge

Woolworth Building Old Townhall
Links: Woolworth Building – Rechts: Altes Rathaus

Cityhall Durchfahrt Cityhall NY
Torbogen unter dem neuen Rathaus

Der nächste Rundfahrt-Bus brachte mich dann weiter in Richtung Südspitze von Manhatten, wo ich etwas nördlich des Battery Parks wieder ausstieg. Hier befindet sich auch das alte US Custom House (Zollhaus), das jetz als Museum genutzt wird. Der Eintritt ist frei – aber ich hatte anderes vor. Doch bevor ich dorthin ging, wollte ich ein anderes, kleineres Wahrzeichen ansehen: Den Wall Street Bullen. Ich brauchte hier einige Zeit, um das Tier mal OHNE dumm herumhampelnde Touristen an Kopf oder Hinterteil vor die Linse zu kriegen, aber nach einiger Zeit gelang es mir endlich.

Bull Bull
Bull back
Der Wall Street Börsenbulle

Nun konnte ich mich endlich dem Battery Park zuwenden, der südlichsten Spitze von Manhatten. Gleich kurz hinter dem Eingang steht eine Skulptur, genannt „The Sphere“ von Fritz Koenig, die einstmals vor dem World Trade Center gestanden hat und während der Ereignisse des 11. Septembers beschädigt wurde. Nun steht sie seit dem 11 März 2002 hier und vor ihr brennt seit dem 11. September 2002 eine ewige Flamme, um an die Opfer des 11. Septembers zu erinnern.

The Sphere by Fritz Koenig

Etwas weiter unten befindet sich Castle Clinton – ein Rundbau aus dem Jahre 1811, der einmal als vorgelagerte Artilleriestellung diente und heute ein National Monument ist. Vor ihm halten sich gleich mehrere Typen in Freiheitsstatuen-Kostüm auf, mit denen man sich (natürlich gegen Bezahlung) fotografieren lassen kann. Im Innenhof des Castle Clinton erhält man die Tickets für die Überfahrt zur Freiheitsstatue und nach Ellis Island. Mit Audiotour kosten sie 18 Dollar, ohne 12, Kinder zahlen Audiotour 11 und ohne 5 Dollar.Da die Schlange dort kurz war und die Bediensteten dort als ich fragte meinten, daß sie sonst bis raus in den Park geht, kaufte ich mir gleich mal ein solches Ticket (ohne Audiotour) – mit dem Hintergedanken am nächsten Tag nicht so lange warten zu müssen. Dachte ich….

Castle Clinton Castle Clinton
Castle Clinton

Miss Liberty Ticket counter inside Castle Clinton
Links: Freiheitsstatuen-Darsteller – Rechts: Ticketkasse im Castle Clinton

Anschließend sah ich mir den Park ein wenig an und konnte vom Ufer bereits erste Blicke auf die beiden morgigen Ziele erhaschen. Es hätten zwar jetzt noch Überfahrten stattgefunden – aber die Sonne stand zu tief um noch gute Fotos schießen zu können.

Batterie Park Batterie Park
Impressionen aus dem Battery Park

Freiheitsstatue Ellis Island
Links: Freiheitsstatue – Rechts: Ellis Island

Im Park befindet sich auch ein Ehrenmal für die Gefallenen der zweiten Weltkrieges, sechs Steinplatten, die einen bronzenen Adler flankieren.

Ehrenmal Batterie Park Ehrenmahl
WW II Ehrenmahl im Battery Park

Außerdem konnte ich ein Fotoshooting beobachten, welches dort gerade statt fand.

Fotoshooting Fotoshooting
Fotoshooting

Nun ging es zurück zum Bus, um die Fahrt fortzusetzen. Zu dieser späteren Stunde schienen auch die letzten Touristen aus ihren Betten gefallen zu sein – es war so gegen 16:00 Uhr schätze ich, denn es hatte sich das erste Mal eine kleine Schlange vor dem Bus gebildet und ich mußte tatsächlich zwei Busse abwarten, die alle recht voll besetzt waren, bis ich schließlich einsteigen konnte. Zum Glück fahren diese Busse im 5 bis 10 Minuten-Takt. Die weitere Tour führte uns am Gebäude der Vereinten Nationen vorbei und dem ihm schräg gegenüber liegenden Trump Tower, der nach Aussage des Guides (es war wieder der breit gebaute Latino, den ich bereits von der Uptown-Tour her kannte) ausschließlich mit sündhaften teuren Appartments ausgestattet ist.

United Nations United Nations
Vereinte Nationen (United Nations)

Trump Tower
Trump Tower

Es ging weiter an Pier 17 vorbei – angeblich dem New Yorker Gegenstück zum Fishermens Wharf in San Francisco, von dem ich aber da eine Autobrücke zwischen ihm und dem Bus verlief keine guten Fotos schießen konnte. Wir durchfuhren auch noch einmal China Town, wo mir ein paar weitere Aufnahmen gelangen, unter anderem von einem Ritual vor einem Buddishmus Zentrum.

Chinatown

Buddistentempel Buddistentempel
In Chinatown

Der letzte Stop war schließlich am Rockefeller Center, wo ich dann wieder ausstieg. Am Bekanntesten ist dieses Rockelfeller Center wahrscheinlich durch seine Eislaufbahn und den großen Christbaum, der kurz vor Weihnachten dort aufgestellt wird. Es gibt aber auch eine Aussichtsplattform, die ich jedoch nicht besuchte. Ich weiß nicht mehr wie teuer es genau war, aber der Preis war das Hauptargument gegen diesen Besuch gewesen.

Rockefeller Center Rockefeller Center

Rockefeller Center Rockefeller Center

Es folgte ein Fußmarsch zurück zum Times Square, oder besser gesagt zum Hilton Theatre in der 42ten Straße, wo ich mir mein Ticket für die Vorstellung an diesem Abend um 20:00 Uhr abholte. Dieses hatte ich bereits von Boston aus via ticketmaster.com vorbestellt. Wenn man schon mal in New York ist, muß man sich auch schon mal ein oder zwei Musical ansehen, so denke ich. Und hier lief „Young Frankenstein“, das neuste Stück von Mel Brooks, basierend auf seinem gleichnamigen Film von 1974 mit Gene Wilder, Peter Boyle und Marty Feldman. Sehr genialer Film – falls den noch jemand kennt. 😉

Young Frankenstein


Als ich meine Karte nach Vorlage meines deutschen Personalausweises erhalten hatte, begab ich mich erst einmal zurück ins Hotel. Meine Beine waren von dem vielen Laufen doch etwas mitgenommen. Den Abschluß des Abends bildete schließlich ein Besuch im Hilton Theatre. Fotos durfte ich natürlich keine machen, aber das Stück war wirklich spitze und das Theater bis auf den letzten Platz ausverkauft. Am Ende gab es standing ovations für das Ensemble. Kann ich jedem nur Empfehlen – eine Aufführung in London oder wenn es mal nach Deutschland kommt dort sollte aber auch in Ordnung sein.