Kichererbsenbratlinge – das Rezept

Schon seit längerem verstaubte in meinem Vorratsschrank eine 500g Packung trockener Kichererbsen.
01 - Zutat Kichererbsen trocken
Nicht dass sie schlecht werden würde – aber gestern Abend rang ich mich trotzdem dazu durch etwa die Hälfte (etwa 250g) der Erbsen in Wasser einzuweichen, um sie heute zu Abend zu Kirchererbsenbratlingen zu verarbeiten. Trockene Kichererbsen sollten ca. 24 Stunden in Wasser eingeweicht werden.
02 - Kicherebsen einweichen
Außerdem benötigt man als Zutaten:

  • eine kleine Zwiebel
  • 2-3 Knochlauchzehen
  • 2 EL Semmelbrösel
  • Salz
  • Pfeffer
  • Koriander (optional)
  • etwas Samba Olek (optional)

Mein erster Ansatz war es, das ganze mit meinem Standmixer zu zerkleinern.
03 - Mixer (schlechte Wahl)
Doch ich kann nur jedem raten: Lasst die Finger davon – das funktioniert absolut nicht. Zum Glück hatte meine Vermieterin hier einen Pürierstab parat, den sie mir freundlicherweise auslieh. Danke dafür auch noch einmal an dieser Stelle, denn ohne diese Leihgabe wäre mein Kochexperiment an dieser Stelle vorbei gewesen. Ich werde mir alsbald aber selbst mal einen solchen anschaffen.
Man gebe also alle Zutaten (Zwiebel, Knoblauch, Semmelbrösel, Gewürze & Samba Olek) in ein hohes Gefäß
04 - Zutaten vermischen
und puriert mit dem Purierstab alles nach und nach zu einer Paste. Dabei sollte man zwischendurch das ganze mal umrühren und auch mit einem Löffel die Reste aus den unteren Kanten des Gefäßes ziehen – dort wo der Pürierstab nicht hinkommt – damit wirklich alles gut zerkleinert wird. Und Vorsicht beim Pürieren, am Anfang neigen die Zutaten sich etwas im “Raum zu verteilen” – am besten das Behältnis etwas abdecken.
05 - Pürieren
Wir erhalten so eine pürierte Masse, die wir nun in ein größeres Behältnis geben.
06 - Fertiges Püree
Das Rezept besagte zwar dass man das Püree mit einem Löffel in eine Pfanne mit Öl geben und dort flachdrücken sollte, aber ich entschloss mich dazu, die Bratlinge doch vorzuformen. Dabei garnierte ich zwei davon (im Bild die beiden unteren) außen mit weiteren Semmelbröseln und zwei nicht um zu testen welche Art sich besser braten lässt.
07 - Bratlinge geformt
Dann gab ich die vier Bratlinge aus Kichererbsen in eine heiße Pfanne, deren Boden gut mit Öl bedeckt war und briet sie dort für ca. 10 Minuten.
08 - Braten I (fast roh) 09 - Braten II
Je länger sie dabei in der Pfanne garten, deste mehr ähnelten sie richtigen Frikadellen. Beim Wenden muß man jedoch aufpassen, dass nicht kleine Stücke von den Rändern abbröckeln – aber mit etwas Vorsicht geht es schon. Und sobald sie etwas dunkler werden, verstärkt sich auch ihre Festigkeit. Dabei saugen sie das in die Pfanne gegebene Öl wie Schwämme auf.
Ich entschied mich dazu, je eine Frikadelle mit und ohne garnierte Semmelbrösel mit etwas Krautsalat zu verzehren. Die beiden verbleibenden lasse ich abkühlen, um die Verwendbarkeit solcher Kichererbsen-Bratlinge z.B. als Brotbelag zu testen.
09 - Gericht final
Aufgeschnitten sahen sie dann ebenfalls einer Fleisch-Frikadelle zumindest sehr ähnlich. Das äußerliche garnieren mit Semmelbröseln hat meiner Meinung nach übrigens keinerlei signifikanten Auswirkungen auf das Ergebnis. Einziger Vorteil den ich erkennen konnte war es, dass sich die Bratlingen mit Bröseln am Anfang leichter wenden ließen während die ohne etwas anbrieten – trotz Teflonbeschichtung.
10 - Bratling offen
Die Bratlinge erwiesen sich dabei als wirklich gut, aber doch deutlich weniger saftig als ihre Fleisch-Pendanten. Daher experimentierte ich ein wenig mit einigen Extras herum, wobei sich das beträufeln mit Zitronensaft und die Verwendung als Tzatziki oder einem Joghurt als Dip als am empfehlenswertesten. Ketchup war zwar auch ok, aber ich fand die Kombination geschmacklich nicht ganz so berauschend.
Alles in allem war ich von dem Geschmack auf jeden Fall positiv überrascht. Eine interessanter und unerwartet leckerer vegetarischer Ersatz für Fleischbratlinge und die Zubereitung ist nur minimal aufwendiger als bei Hackfleisch-Buletten – den Besitz eines Pürierstabes natürlich vorrausgesetzt. ūüėČ

Dal mit roten Linsen (Linsen-Curry) – Rezept

Heute kochen wir ein indisches Dal, eines der wichtigsten Gerichte der indischen Küche, bestehend aus Hülsenfrüchten – meist Linsen, aber auch Erbsen, Kichererbsen oder Bohnen wären denkbar. Dabei wird Dal wird sowohl als Hauptgericht als auch als Beilage verwendet. Im Rezept wurde das ganze kurioserweise als Linsen-Curry bezeichnet, obwohl gar kein Curry zum Rezept gehörte – im Garam Masala befindet sich wie ich erfuhr jedoch Curry, von daher lasse ich das mal durchgehen.
Für meine Zubereitungsart brauchen wir folgende Zutaten:

2 frische Tomaten
01 - Zutat Tomaten

eine halbe Zwiebel
02 - Zutat Zwiebel

etwas frischen Ingwer
03 - Zutat frischer Ingwer

etwas Kokos – am besten wären Kokosflocken, aber hatte aber nur etwas Kokos-Instantpulver, das ich mit etwas warmen Wasser anrührte
04 - Zutat Kokos

160 – 200g rote Linsen
05 - Zutat rote Linsen

etwas Schlagsahne
06 - Zutat Schlagsahne

und zum Würzen Chilipulver, Kreuzkümmel, Koriander, Garam Masala, Kurkuma und Salz
07 - Gewürze

Kommen wir zur eigentlichen Zubereitung und beginnen mit den Tomaten:

Natürlich kann man auch Dosentomaten nehmen, aber ich wollte es heute mal versuchen frische Tomaten selbst zu schälen und zu würfeln. Dabei ging ich folgendermassen vor: Zuerst schnitt ich ein Kreuzmuster in die Tomaten (1) und übergoss sie mit heißem Wasser (2). Die Schalen ließen sich zumindest oben tatsächlich leichter lösen (3) – ich hätte jedoch besser auch unten einschneiden sollen, denn je weiter ich nach unten kam, desto schwieriger wurde es, die Schalen zu lösen. Die geschälten Tomaten Viertelte ich (4) und löste mit Hilfe eines Löffels das Fruchtfleisch daraus (5). Zuletzt würfelte ich das Fruchtfleisch (6). Mit Sicherheit wäre es auch möglich gewesen, das weiche Innere der Tomaten mit zu verwenden – ich entschied mich jedoch für diese Variante.
Ob der Aufwand sich natürlich immer lohnt sei mal so dahin gestellt – Dosentomaten haben hier schon ihre Daseinsberechtigung…
08 - Tomaten schälen

Nun ging ich an die Zubereitung der Linsen. Nachdem ich die Linsen gewaschen hatte
09 - Linsenwaschen

gab ich sie in einen kleinen Topf mit Wasser, kochte sie kurz auf und liess sie auf kleiner Flamme köcheln, bis sie weich und suppig zerfielen. Dabei verlieren sie ihre rötliche Farbe und werden gelb. Sind die Linsen fertig, stellen wir den Topf erst einmal bei Seite.
10 - Linsen kochen

Nun geben wir etwas Öl in einen Topf – besser wäre hier Ghee oder Butterschmalz gewesen, das hatte ich aber nicht im Haus.
11 - Öl in Topf

Sobald das Öl heiß ist, braten wir die Zwiebeln darin an
12 - Zwiebeln anbraten

und würzen das ganze mit etwas Kreuzkümmel. Wer einen Mörser und ganzen Kreuzkümmel hat, kann hier auch grob zerstoßenen Kreuzkümmel verwenden – aber ich griff natürlich auf das zurück was ich im Haus hatte.
13 - Kreuzkümmel

Leider sind mir die Zwiebeln etwas dunkel geworden, die Platte war wahrscheinlich zu hoch eingstellt – also am besten mit niedrigerer Hitze arbeiten
Nun hacken wir das Ingwer klein – ich wählte nur ein kleines Stück vom unteren Ende des Ingwerstücks, ca. 1/3 Esslöffel –
14 - Ingwer fein hacken

und geben ihn ebenfalls in den Topf.
15 - Ingwer dazu geben

Schließlich geben wir noch das Kokos hinzu.
16 - Kokos in Topf

Nachdem alles gut vermischt ist folgen die Tomatenwürfel,
17 - Tomaten in Topf geben

und dann lassen wir bei geschlossenem Deckel das ganze für ca. 10 – 15 Minuten vor sich hin köcheln.
18 - geschlossen Köcheln

Ist alles gut zerkocht, geben wir die Linsen samt der Kochflüssigkeit hinzu.
19 - Linsen dazu geben

Das ganze würzen wir dann mit Kurkuma, Chilipulver und Salz.
20 - Kurkuma 21 - mit Chili würzen 22 - Salzen

Nachdem alles gut vermengt ist löschen wir unser Gericht mit einem Schuß Sahne ab.
23 - mit Sahne ablöschen

Nachdem alles etwas weitere 5 Minuten gekocht hat, würzen wir schließlich noch mit einer guten Prise Garam Masala und Koriander.
24 - Garam Masala 25 - Würzen mit Koriander

Damit ist das Gericht sozusagen fertig – ich garnierte das ganze noch mit etwas Joghurt.
26 - fertiges Gericht

Ich hatte je befürchtet, dass das Gericht etwas lasch werden würde – doch Glücklicherweise vollkommen unbegründet. Wohl vor allem das Garam Masala hatte dem ganzen wirklich einen sehr angenehmen und kräftigen Geschmack gegeben. Nachdem ich den ersten Löffel probiert hatte, war ich wirklich begeistert – ich hätte mich wahrlich hineinknien können. Schnell war der Teller dann auch leer und ich satt. ūüėČ
Alternativ kann man auch indischen Gewürz- oder Basmatireis oder natürlich auch Naan dazu servieren – ich jedoch verzehrte es als eine Art Eintopf. Zubereitungsalternativen wären noch das Anbraten von Chilischoten mit den Zwiebeln oder die Verwendung von Joghurt statt Sahne gewesen. Das Rezept wird auf jeden Fall Einzug in meine Rezeptsammlung halten und es war mit Sicherheit nicht das letzte Mal das ich dieses vegetarische Gericht gekocht habe.

Meine Wertung: 3 MG