Oberleitungsschaden & 90 Minuten Verspätung
23.08.2010 00:28 reisen4 Kommentare
Alles begann eigentlich mal wieder sehr vielversprechend: Meine S-Bahn kam pünktlich und fuhr ohne unnötige Zwischenstops, z.B. um andere Züge vorbei fahren zu lassen, bis zum Frankfurter Hauptbahnhof durch. Und auch der ICE 725 der mich heute ab 17.54 Uhr nach München bringen sollte traf pünktlich ein. Ich ging also davon aus, dass wie auch die letzten Male zuvor alles glatt laufen und ich pünktlich um 21:05 Uhr am Münchner Hauptbahnhof ankommen würde. Doch es sollte anders kommen. Von den beiden Jungs die am Tisch gegenüber, die bei eingeschalteter Dudelmusik mit ihren Nintendo DS spielten und dem bei ständigen Kommentier-Geplapper und schrillem Lachen begleitend spielenden kleinen Mädchen am Tisch etwas weiter vorne im Abteil ließ ich mich dabei weniger stören – so etwas gehört manchmal einfach zum Zugfahren dazu. Und auch als der Zug nach dem ersten Stop am Hauptbahnhof in Aschaffenburg plötzlich auf freier Strecke nahe des kleinen Örtchens Heigenbrücken hielt (wie ich dank GPS Ortung mit dem iPhone festellte), ahnte ich noch nichts böses. Wer häufiger Zug fährt weiß dass dies machmal passiert und nicht gezwungenermaßen schlechtes bedeuten muss. Einige Minuten standen wir nur so auf dem Gleis, dann ertönte aus den Lautsprechern die Stimme der Chef-Zubegleiterin, die uns mitteilte dass es auf der Strecke vor uns einen Oberleitungsschaden durch einen umgestürzten Baum gegeben hätte und dass wir uns nun gedulden müssten bis der Zug weiterfahren könne. Es dauerte keine 20 Minuten – wobei ich hier nicht wirklich auf die Uhr geschaut hatte – bis der Zug schließlich die Fahrt fortsetzte und sich recht langsam fortsetzte. Wie man uns wieder via Lautsprecher mitteilte, würden wir nun auf einem anderen Gleis und mit etwas reduzierter Geschwindigkeit bis Würzburg weiter fahren. Damit schien das ganze eigentlich schon ausgestanden und ich hätte das hier auch gespart – aber nach kurzer Fahrt, ein Regionalexpress war kurz zuvor an uns vorbei gefahren – hielten wir erneut. Wieder ertönte die Stimme der Zubegleiterin, die uns nun erzählte dass genau dieser eben vorbei gefahrene Regionalexpress einen weiteren Oberleitungsschaden gemeldet hätte und wir nun bis zum nächsten Städtchen zurück fahren und dort das Gleis wechseln müssten. So gesagt, so wurde es auch getan. Einige Zeit lang fuhr der Zug in die andere Richtung, hielt erneut und setzte dann seinen Weg erneut in Richtung Würzburg fort. So kamen wir bereits auf etwa 80 Minuten Verspätung – die Anschlusszüge in Würzburg und Nürnberg wurden jetzt natürlich nicht mehr erreicht – obwohl der Zug jetzt scheinbar richtig Gas gab und ein paar Minuten wieder heraus holen konnte. Doch durch das verpassen der Anschlusszüge wurde ein zusätzlicher Halt in Ingolstadt verkündet – was die gut gemachte Zeit wieder größtenteils verbrauchen sollte.
Das DB-Personal verteilte wenig später auch schon an jeden Fahrgast ein sogenanntes Fahrgastrechte-Formular, einen Bogen mit dessen Hilfe man die teilweise Fahrpreiserstattung beantragen konnte. Außerdem durfte sich jeder Fahrgast im Bord-Bistro ein alkoholfreies Softgetränk bzw. einen Kaffee ausschenken lassen, was gleich nach der Bekanntgabe zu einem wahren Run auf dem Wagen 25 führte, wo sich besagtes Bistro befand. Bis kurz vor München verlief die Fahrt dann wieder ohne besondere Vorkommnisse. Es wurde verkündet dass wir gegen 22:24 Uhr den Münchner Hauptbahnhof erreichen würden. Doch plötzlich stoppte der sich bereits in Anfahrt auf die Bayrische Hauptstadt befindliche ICE erneut am Bahnhof in Dachau und blieb dort etwas über 5 Minuten stehen, bevor er den letzten Teil der Strecke bewältigte. Eine nun männliche Stimme verkündete über die Lautsprecher, dass ein außerplanmäßiger Personalwechsel stattgefunden und wir deshalb in Dachau gehalten hätten – was hier genau passiert sein mag blieb unserer Fantasie überlassen.
Um 22:35 Uhr erreichten wir dann endlich den Münchner Hauptbahnhof – auf die Minute genau eineinhalb Stunden später als ursprünglich geplant. Das war zwar nicht meine schlimmste Verspätung, bei der die Gesamtreisezeit ja wie ich hier berichtet hatte bei 7 Stunden lag. Trotzdem halte ich weiterhin das Reisen mit der Bahn für die angenehmere Variante verglichen zur Autofahrt. Die Anzahl der Verspätungen hält sich im Vergleich zu den Staus in denen ich früher vor allem Freitags gestanden habe wenn ich mit dem Auto von München in Richtung Norden fuhr eindeutig die Waage. Das ganze hier soll dabei nur als Tatsachenbericht dienen und ist kein Beitrag zum aktuellen DB-Bashing – das möchte ich zum Schluss noch einmal hervor heben. Ich fahre trotz der Verspätungen hin und wieder gerne Bahn – genauso gut hätte ich zu dieser Zeit ja auch mit dem Auto in einem Stau stehen können.
Tags: db, deutsche-bahn, ICE, Oberleitungsschaden, Verspätung
30 Minuten Bremsanlagenverspätung
23.07.2010 22:11 privat, reisenUnkommentiert

Heute bin ich mal eine Stunde später als sonst in München aufgebrochen und habe den ICE 528 mit Abfahrt 16:50 Uhr vom Münchner Hauptbahnhof genommen. Hauptgrund war erhöhter Arbeitsaufwand, aber ich hoffte natürlich auch dass ich dieses Mal einen ICE erwischen würde, der pünktlich in Frankfurt ankommt. Doch da hatte ich leider umsonst gehofft. Nachdem ich, dieses Mal recht knapp, mein Abteil und den reservierten Sitzplatz im hinteren Teil des Zuges erreicht hatte, ertönte schon wenig später das vertraute knacken in den Lautsprechern und die Stimme des Zugdienstleiters ertönte: Man habe Probleme mit der Bremsanlage und es würde zu Verspätungen bei der Abfahrt kommen, da man dies überprüfen müsste. Kurz darauf sah ich auch schon einen Bahnbediensteten, der an dem Eingang vor mir die gegenüberliegende Tür mit einem speziellen Schlüssel öffnete und auf der anderen Seite des Zuges auf die Gleise sprang. Ich befürchtete schon das schlimmste: Einen Komplettausfall des Zuges oder zumindest des eines Zugteiles – doch es ging mehr oder weniger glimpflich ab und wir verließen mit 25 Minuten Verspätung den Münchner Hauptbahnhof. Durch einen kleinen Halt auf freier Strecke kurz vor Aschaffenburg – das Gleis an dem unser Zug ankommen sollte war noch belegt – summierte sich die Gesamtverspätung heute auf insgesamt 30 Minuten. Wäre ja auch zu schön gewesen wenn wir mal pünktlich gewesen wären. Mir persönlich konnte es zwar egal sein – ich sehe so etwas inzwischen als Bahnvielfahrer auch mit einer sehr stoischen Betrachtungsweise – aber für Passagiere die ihre Anschlußzüge nicht erreichten, und das waren bestimmt nicht wenige, ist so etwas ärgerlich und trägt keinesfalls zur Rufverbesserung der Bahn bei. Dabei ist es in anderen Ländern aber wie ich gehört habe auch nicht besser. Ein Pärchen, das im ehemaligen Ostblock (Bulgarien und Ungarn) mit dem Zug unterwegs war, erzählte mir vor kurzem von Verspätungen von mehreren Stunden bis hin zu Totalausfällen der Züge. Daher möchte ich mich hiermit vom aktuellen Bahn-Bashing distanzieren – ich berichte nur wie es wirklich gewesen ist. Ich würde mich aber dennoch sehr freuen, wenn ich mal Fahrplankonform ankommen würde. Mal schauen wie es bei der Rückreise am Sonntag wird…
Tags: bahn, db, deutsche-bahn, ICE, Verspätung
20 Minuten Klimaanlagenverspätung
16.07.2010 22:31 reisenUnkommentiert

Heute habe ich mal den ICE eine Stunde später gewählt. Um ehrlich zu sein rechnete ich schon mit Verspätungen, meine Erfahrungen der letzten Wochen hat mich da irgendwie zum gebrannten Kind gemacht. Doch am Anfang sah es tatsächlich gut aus: Die S-Bahn fuhr ohne Unterbrechung, ich kam rechtzeitig am Münchner Hauptbahnhof an und auf der Anzeigetafel gab es keinerlei Ankündigungen von Verspätungen. Und auch bis zum Eintreffen des ersten Teils des heute zweiteiligen ICEs gab es keinerlei Anzeichen dass der Zug unpünktlich wäre. Ich stieg ein, erreichte meinen reservierten Sitzplatz in einem Abteil, in dem die laufende Klimaanlage für angenehme Temperaturen sorgte. Doch ich hatte mich zu früh gefreut – um 16.50 Uhr bewegte sich der Zug nicht und wenig später wurde uns über das Lautsprechersystem mitgeteilt, dass in einem anderen Wagon die Klimaanlage ausgefallen wäre und dass man den Wagen nun evakuieren würde. Nach der schlechten Presse der in der letzten Zeit durchaus verständlich und gut für die Fahrgäste, die nicht schwitzen mussten. Aber das ganze brachte uns eine Verspätung von 20 Minuten ein, die wir auch auf der restlichen Strecke nicht mehr aufholten. Ansonsten verlief die restliche Fahrt aber erfreulich Ereignislos. Finde es aber trotzdem peinlich, dass die DB Klimaanlagen schon bei 32 Grad versagen.
Tags: db, deutsche-bahn, ICE, reisen, Verspätung
ICE-Verspätung und Classic Beef Wrap
11.07.2010 23:55 convenience food, kulinarisches, privat, reisen1 Kommentar
Ich habe ja nichts gegen den Sommer. Neben einer Kalten muss es auch eine warme Jahreszeit geben, gerade wenn man auf einem Planeten mit Achsneigung wie diesem hier lebt – aber muss es dann gleich so unerträglich heiß werden? Als ich heute am späten Nachmittag wieder in Richtung München aufbrach, fand ich es wirklich schon fast unerträglich mit Koffer und Notebooktasche durch die erbarmungslose Sonne zum S-Bahnhof zu laufen. Trotz dem Wetter angepasster Kleidung kein wirklich erfreulicher Weg. Zumindest konnte ich dort ein schattiges Plätzchen hinter dem Wartehäuschen ergattern und war so für die paar Minuten bis zum Eintreffen der S-Bahn zumindest vor der unmittelbaren Einstrahlung geschützt. In der S-Bahn selbst waren zwar alle oberen Klappfenster geöffnet, aber die Temperatur im Innenraum war dennoch alles andere als angenehm. Doch das sollte eigentlich gar nicht das Hauptthema sein.
Am Frankfurter Hauptbahnhof angekommen erwartete mich nämlich gleich die nächste Überraschung.

“Mein” ICE hatte mal wieder Verspätung – und alles fing genau so an wie am Freitag, an dem ich sieben Stunden in diversen, teilweise heillos überfüllten Zügen verbracht hatte. Zuerst war mal wieder nur von 10 Minuten Verspätung die Rede, dann 15, 20 und schließlich 25 Minuten. Das selbe Schema wie einige Tage zuvor. Dazwischen wurde angesagt dass der ursprüngliche ICE aus Köln wegen eines Notarzteinsatzes (eventuell wegen einer ausgefallenen Klimaanlage wie man hier bei Spiegel.de lesen kann) sich mindestens 90 Minuten verspäten würde – die Verdachtsmomente wieder viele ungeplante zusätzliche Stunden auf dem Bahnsteig und im Zug verhärteten sich immer mehr. Denn genau dieser ICE sollte ja von Frankfurt aus weiter nach München fahren. Doch dieses Mal hatte die Bahn offensichtlich Gnade mit ihren Fahrgästen, denn tatsächlich nicht ganz eine halbe Stunde später traf ein anderer ICE mit abweichender Zugnummer ein, der als Ersatz-ICE für die Fahrt nach München dienen sollte. Und dieses Mal wurde es – obwohl der Bahnsteig berstend voll gewesen war – recht leer im Zug. Da die Lautsprecher nicht explizit verkündet hatten, dass dieser ICE 2821 der Ersatz für stark verspäteten bzw. ausgefallenen ICE 725 war – ich hatte mich einfach an einen Herrn vom Zugpersonal gewandt und gefragt – sind viele wohl nicht auf die Idee gekommen in diesen Zug einzusteigen. Falls dem so gewesen sei tut mir das zwar leid für all jene, die weiter am Bahnsteig gewartet haben – aber manchmal muss man eben das nehmen was gerade da ist.
Der Rest der Fahrt verlief mit insgesamt auf 40 Minuten auflaufende Verspätung dann ereignislos. Per Lautsprecher teilte man uns mit, dass der ursprüngliche ICE 725 durch betriebsfremde Personen im Gleis, Personenschaden und Feuerwehreinsatz auf sich um unbestimmte Zeit verspäten würde und daher dieser Zug als Ersatzzug verkehre. In der Haut der Fahrgäste, die heute von Köln nach München reisen wollten möchte ich nicht stecken – vor weit nach Mitternacht werden die wohl nicht in Bayerns Hauptstadt sein.
Gegen kurz nach 22:00 Uhr erreichten wir schließlich München und wie nicht anders zu erwarten gewesen war die S-Bahn in meine Richtung offensichtlich gerade abgefahren. Also hatte ich ein zwanzig Minuten und entschied mich dazu der McDonalds-Filiale im Untergeschoß einen kleinen Besuch abzustatten. Dabei fiel meine Wahl heute mal auf den Classic Beef Wrap – obwohl ich auch die Idee des NürnBurgers, einem Burger mit drei Bratwürsten, Röstzwiebeln und Senf ganz lustig fand wie ich zugeben muss. Aber ich hatte mich für den Wrap entschieden, der in einer Pappumverpackung zum aufreißen geliefert wurde.

Von der Tatsache mal abgesehen, dass die Abbildung aus der Werbung mal wieder stark übertrieben war – denn von aus dem Tortilla quellenden Salatblättern und Beef sieht man bei echten Wrap nicht viel – muss ich zugeben dass dass dieses Ding wirklich sehr lecker ist.
Zwischen den regulären Salatblättern finden sich dabei tatsächlich auch einige Stücke von Ruccola – aber am dominantesten finde ich den wirklich sehr Geschmack nach mit Pfeffer gewürzten Rindfleisch, dass mit Röstzwiebeln, etwas Käse und Sour Cream versehen ist.

Mit Sicherheit kein wirklich diätisches Lebensmittel, so ein Wrap hat immerhin 570kcal oder 16 WW ProPoints pro Portion, aber einmal in der Woche kann man schon mal sündigen.
Tags: Classic Beef, db, deutsche-bahn, ICE, mcdonalds, McWrap, reisen, Verspätung, wrap
Mega-Verspätung
9.07.2010 23:35 privat, reisen9 Kommentare
Wie üblich machte ich mich heute gegen 15:00 Uhr auf den Weg zum S-Bahnhof, um mich auf den Weg in Richtung Hessen zu machen. Ich hatte zwar etwas gehadert ob ich nicht lieber doch im schönen München bleiben sollte, aber aus privaten Gründen hatte ich mich dennoch entschlossen den Weg auf mich zu nehmen. Doch die ganze Reise stand scheinbar unter keinem guten Vorzeichen – bereits am Münchner Ostbahnhof hielt meine S-Bahn unerwartet lange und letztlich wurden alle Fahrgäste aus- bzw. umzusteigen und eine andere Bahn in Richtung Hauptbahnhof zu nehmen. Entsprechend überfüllt war diese natürlich und an einen Sitzplatz war von vornherein nicht zu denken – man war froh wenn man einigermaßen unbehelligt irgendwo stehen konnte ohne einen der Ein- bzw. Aussteigenden zu behindern. Und wie man ja weiß scheinen die meisten Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln stumm zu sein, denn anstatt darum zu Bitten doch Platz zu machen wird einfach geschubst, gedrängelt und gestoßen. Schließlich erreichte ich aber wie gewohnt den Hauptbahnhof und hatte sogar – zumindest rein theoretisch – noch 10 Minuten bis mein Zug ging.
Theorie ist ja was schönes, aber die Praxis der Deutschen Bahn machte mir natürlich einen ziemlichen Strich durch die Rechnung. Wie man aus den Lautsprechern erfuhr, hatte es einen Notarzteinsatz im ICE 623 gegeben und man rechne mit 80 Minuten Verspätung – der ICE 620 sollte aber “nur” 10, später 15 Minuten später eintreffen.

Das kam mir von Anfang an etwas seltsam vor, denn wie ich von früheren Fahrten weiß wird besagter ICE 623 aus Köln in München zum 620er und fährt zurück in Richtung Köln. Doch vielleicht stellte man ja einen Ersatzzug zur Verfügung oder hatte sich eine andere Lösung ausgedacht. Doch Pustekuchen – aus den 15 wurden schnell 40 Minuten. Spürbare Verärgerung machte sich breit und in die Menschenmassen die am Bahnsteig warteten kam Bewegung. Viele verließen das Gleis um offensichtlich irgendwo anders zu warten, noch etwas zu essen oder was auch immer. Auch ich besorgte mir noch etwas Flüssiges – das heutige Wetter riet dazu viel und regelmäßig zu trinken – verbrachte aber die meiste Zeit auf dem Gleis und las. Nach fast einer Stunde kam dann endlich der Zug – besagter ICE 623 – und wurde umgehend zum ICE 620 umgelabelt. Menschentrauben bildeten sich an den Ausgängen, aus denen natürlich erst einmal die ankommenden Fahrgäste strömten. Ich konnte – so dachte ich zumindest – gelassen bleiben, denn wie üblich hatte ich eine Sitzplatzreservierung. Doch weit gefehlt, denn schon bald stauten sich die Menschen auf den Gängen. Kein vor und kein zurück. Irgendwann erbarmte man sich aber und ließ all jene mit Reservierung passieren und ich konnte endlich zu meinem Platz gelangen, der zwar Besetzt war, aber anstandslos freigegeben wurde. 68 Minuten Verspätung waren es inzwischen – und es sollte noch besser werden. Eigentlich hält dieser ICE nicht in Ingolstadt, doch wie man uns kurz vor diesem Bahnhof über Lautsprecher mitteilte hätte die Streckenleitung der Bahn beschlossen, dass wir dort zu halten hätten um weitere Fahrgäste aufzunehmen. Nun wurde der Zug richtig voll – die hineinströmenden Fahrgäste blockierten selbst die Gänge und ließen sich teilweise dort sogar auf dem Boden nieder, was aber niemanden störte da es ja eh nicht mehr vor oder zurück ging. Es wurde via Lautsprecher sogar verkündet, dass der Zug seine Kapazitätsgrenze erreicht hätte und dass die Fahrgäste doch bitte gebeten würden die Türen frei zu machen – ansonsten würde der Zug hier in Ingolstadt enden. So ganz nahm man diese Drohung aber nicht für voll, denn kurz darauf konnte ich uniformierte DB-Bedienstete (früher Schaffner) im Laufschritt am Zug entlang eilen um den Zug Abfahrfertig zu machen. Die Verspätung war auf 90 Minuten gestiegen, als wir endlich Ingolstadt verließen.
Doch wer glaubt dass damit bereits das Maß erreicht ist, irrt gewaltig. Kurz vor Nürnberg wurde wieder via Lautsprecher verkündet dass wir kurz vor Nürnberg auf einem Nebengleis halten und die Fahrtrichtung ändern würden. Grund war wie man uns mitteilte, dass im Leitstand des Lokführers die Klimaanlage ausgefallen sei und man bei über 50 Grad Innentemperatur gesundheitliche Bedenken hätte, den Mann weiter das Fahrzeug zu fahren. Also stoppte der Zug ein weiteres Mal unplanmäßig und während der mindestens 15 Minuten Haltezeit sahen wir den Lokführer draußen an uns vorbei spazieren, um sein klimatisierten Führerstand auf der anderen Seite zu erreichen. Glücklicherweise funktionierte die Klimaanlage in meinem Wagon zumindest dies Mal – auch da hatte ich ja schon ganz anderes erlebt.
Nun ging es weiter und über Nürnberg und Würzburg verlief die Fahrt erst einmal ereignislos. Sehr nett fand ich aber, dass meine gegenüber sitzende Mitreisende, die in Würzburg ausstieg, einer Nonne im Alter von über siebzig Jahren doch tatsächlich ihren Platz frei machte – eine sehr nette Geste muss ich sagen.
Kurz vor Aschaffenburg kam dann die nächste Überraschung: Man verkündete uns dass der Zug dieses Mal NICHT am Frankfurter Hauptbahnhof halten würde, sondern nur in Frankfurt Süd und in Frankfurt Flughafen. Super muss ich sagen, denn meine S-Bahn ging nur vom Hauptbahnhof. Jetzt stand ich vor der Wahl in Süd oder am Flughafen auszusteigen. Letztlich entschied ich mich für Frankfurt Süd, um dann von dort zum Hauptbahnhof zu reisen. Gehalten hatte ich im Rahmen meiner Reisen nach Köln schon einige Male in Frankfurt Süd, aber ausgestiegen war ich dort noch nicht. Bekanntestes Gebäude hier in Frankfurt-Sachsenhausen ist übrigens der Henninger-Turm, den ich schon einige Male gesehen, aber nie abgelichtet hatte. Das holte ich gleich mal nach während ich auch die S-Bahn wartete.

Bahnhof Frankfurt Süd mit Henninger-Turm
Dort angekommen ging es mit der S4 über Lokalbahnhof, Konstabler Wache und Taunusanlage zum Hauptbahnhof. Wie es das Glück wollte, war die S-Bahn in meine Richtung scheinbar gerade abgefahren und ich durfte noch einmal 30 Minuten warten bis ich endlich in einer fast auf Saunatemperatur aufgeheizten S-Bahn die Fahrt in Richtung meines Endziels antreten durfte. Ein Taxi vom Flughafen wäre hier vielleicht die bessere Wahl gewesen – aber ich hatte ja meine Fahrkarte bis zum Endbahnhof, da wollte ich diese zusätzliche Ausgabe sparen. Kurz nach 22:00 Uhr erreichte ich dies endlich – 7 Stunden nach meinem Aufbruch in München! Normalerweise schaffe ich das Ganze in 3:45 Stunden. Ein neuer Negativrekord.
Heute war das erste Mal dass ich wirklich bereut habe, mich fürs Bahnfahren entschieden zu haben – aber ein Switch auf Alternativen ist jetzt, kurz nachdem ich eine neue Bahncard 50 comfort erhalten habe natürlich nicht mehr so einfach möglich. Bleibt nur zu hoffen dass dies die Ausnahme bleibt. Obwohl ich beim Autofahren natürlich nicht so viel erlebt hätte.
Mann, Mann Mann….
Tags: db, deutsche-bahn, ICE, münchen-frankfurt, richtungswechsel, Verspätung
Verspätung, Gleiswechsel und Verwirrung
11.06.2010 21:12 privat, reisenUnkommentiert
Natürlich bin ich heute mal wieder zum Wochenende mit der Bahn gefahren. Bis auf häufige “Änderungen der Wagenreihenfolge” hatte es dort aber so gut wie keine nennenswerten Probleme gegeben. Ein paar Minuten Verspätung, aber nichts außerhalb der Toleranzgrenze. Aber heute gab es mal wieder ein ziemliches Chaos. Grund war ein Brand irgendwo bei Garching mit Feuerwehreinsatz, der den ICE der eigentlich eine Stunde vor meinem in Richtung Frankfurt fährt eine Verspätung von 50 Minuten einbrachte.

Hätte mich ja eigentlich nicht tangiert, wären da nicht die vielen Fahrgäste gewesen die genau an dem Bahnsteig warteten, wo eigentlich mein Zug fahren sollte, sie aber noch auf ihre Fahrgelegenheit warteten. Die Bahn hatte zwei Angestellte in Uniform am Aufgang des Gleises postiert, welche die Fragen der anderen Gäste beantworteten. Ich brauchte meine gar nicht mehr zu stellen, da die teilweise sehr aggressiv nach vorne drängenden anderen Gäste sie bereits gestellt hatten: Der nachfolgende Zug würde pünktlich eintreffen und würde höchstwahrscheinlich von diesem Gleis abfahren. Also ging ich aufs Gleis hinaus und harrte der Dinge die da kommen sollte. Der Vorgängerzug war inzwischen eingetroffen und die Fahrgäste bestürmten die neben den Türen wartenden Zugbegleiter wieder mit ihren Fragen. Irgendwann plärrte es aber in den Lautsprechern und ich mußte mich ein Stück auf einen von ihnen zubewegen, um im allgemeinen Krach die Ansage zu verstehen. “Der ICE xyz nach Frankfurt würde abweichend vom Gleis 14 abfahren.” wurde dort zum Glück noch mal wiederholt und nun auch von mir und vielen anderen Fahrgästen verstanden. “Gleis 14?” hallten die Fragen der weiter weg stehenden Bahnfahrer und wurden von mir und den anderen umherstehenden bestätigt.
Ein Blick auf die Uhr zeigte: Noch drei Minuten bis zur planmäßigen Abfahrt des Zuges. Panik schien durch die Menschen zu gehen und teilweise rücksichtslos stürmten alle, ihre Rollkoffer hinter sich her ziehend oder vor sich her schiebend (diese neueren Teile mit vier Rollen eignen sich übrigens absolut nicht für schnelles Laufen) in Richtung des neuen Gleises. Dort stand aber noch gar kein Zug, was mal wieder zeigte dass die ganze Panik vollkommen umsonst war.
Wenig später traf dann ein ICE ein – aus Köln kommend – trug aber eine vollkommen andere Nummer. Nachdem die eintreffenden Fahrgäste ausgestiegen waren, erschien “Bitte nicht einsteigen / Do not board” auf den Seiten der Wagons, was natürlich einige Leute nicht davon abhielt trotzdem in den Zug zu laufen. Da kann ich echt nur mit dem Kopf schütteln. Ich wartete noch, es konnte ja immer noch passieren dass man diesen Zug zum Reinigen weg fuhr und ein weiterer kam. Aber falsch vermutet, eine weitere Lautsprecheransage teilte mit das der ICE
Letztlich wurden es dann 38 Minuten Verspätung und dann hatten man auch noch den Gleis für meine S-Bahn geändert und ich hatte gerade mal 3 Minuten Zeit um von der einen Seite der Frankfurter Bahnhofshalle zu laufen. Zum Glück erwischte ich dort die S-Bahn noch gerade so. Ob ich im Auto mit den ganzen übermotorisierten Spinnern und Dränglern und den Staus aus München raus weniger Streß gehabt hätte sei aber mal so dahin gestellt. So konnte ich wenigstens ein wenig lesen und am Rechner arbeiten. Bahn fahren hat schon gewisse Vorteile – für Brände und Streckensperrungen kann man der Firma ja schlecht einen Vorwurf machen.
Tags: bahn, db, deutsche-bahn, gleiswechsel, hauptbahnhof, münchen, Verspätung
Verspätungen & Frühstück
9.11.2009 08:55 breakfast, kulinarischesUnkommentiert
Heute früh musste ich mal wieder mit der S-Bahn in Richtung München fahren – das dritte Mal seit ich nun hier bin – da mein Kollege mit dem Poolwagen “Homeoffice” macht – und zum zweiten Mal gab es erhebliche Verspätungen. Ich war bereits um kurz nach 7:15 Uhr am Gleis und hoffte gleich den nächsten Zug erwischen zu können um womöglich noch vor 8:00 Uhr in der Firma zu sein. Doch da hatte ich meine Rechnung ohne den MVV gemacht – denn wie uns eine mit leichtem bayrischen Dialekt behaftete, tiefe Männerstimme am Gleis wenig später etwas gelangweilt klingend mitteilte, wäre aufgrund von Schäden an einer Gleisanlage mit erheblichen Verzögerungen ab dem Ostbahnhof zu rechnen und entschuldigte sich – eher gelangweilt klingend – für jegliche Unannehmlichkeiten. Gerade dachte ich so bei mit “… ach, das betrifft uns hier ja gar nicht …” ergänzte sie noch dass auch die S2 Richtung Petershausen betroffen sei, also genau die Linie die ich nehmen wollte. Und so kam es dann auch, dass ich bis etwa 8:00 Uhr am sich immer weiter füllenden Gleis warten musste, bis endlich ein Zug kam und alle aufgabelte. An verschiedenen Haltestellen kam auch noch mehrfach die automatisierte Ansage, die Fahrgäste mögen doch bitte aus den Türen treten, damit diese automatisch schließen könnten – was unsere Fahrt noch einmal jeweils um einige Minuten verzögerte. Um kurz vor 8:30 Uhr war ich dann endlich im Betrieb – eine Verzögerung von über einer Stunde. Bin wirklich not amused.
Nachdem ich angekommen war, führte mich mein Weg erst einmal in die Kantine, wo ich mich mit einer Semmel mit Fleischpflanz’rl und einem Becher Kaffee eindeckte. Dazu gab es heute dann noch eine Kaki und die letzte Banane vom Einkauf der letzten Woche, die bereits ein wenig “gereift” war.
Heute habe ich mir auch ein Messer mitgebracht, damit ich endlich die Kaki zum Verzehr zerschneiden kann. Ich hoffe daher heute im Laufe des Abends endlich den angekündigten Bericht verfassen zu können.
Also dann: Guten Appetit

Tags: banana, banane, brötchen, breakfast, essen, fleischpflanzerl, food, frikadelle, kaki, kantine, münchen, mvv, nahrung, nahverkehr, s-bahn, semmel, Verspätung
Nur zehn Minuten
25.01.2009 21:49 köln, privat, reisenUnkommentiert
Heute ging es schließlich zurück in Richtung Köln. Sonntags anzureisen ist meiner Meinung nach von mehrfachen Vorteil – zum einen brauch ich nicht Montags früh um halb fünf aufzustehen und mich zum Jenaer Westbahnhof quälen, zum anderen habe ich unsere Consultant-WG so einen Abend in der Woche, den Sonntag, mal für mich alleine. ![]()
Um 15:36 Uhr verließ ich pünktlich Jena und fuhr mit dem Regionalexpress aus Gera bis auf den schönen Weimaer Kulturbahnhof. Doch bereits kurz vor der Ankunft teilte uns der Schaffner über Lautsprecher mit, dass mein Anschlusszug – ein Intercity aus Dresden zur Weiterfahrt nach Wiesbaden – etwa zehn Minuten später ankommen solle. Na toll, das fing ja schon gut an.
Kurzzeitig wechselte die Verspätungsanzeige zwar noch einmal auf 15 Minuten, sprang dann aber zurück auf 10 und mit dieser Verspätung traf besagter Intercity dann auch in Weimar an. Und glücklicherweise stimmte dieses mal die Wagenreihenfolge, so dass der Wagon in dem ich eine Sitzplatzreservierung hatte auch dort zum stehen kam wo es gemäß Wagenstandsanzeige auch stehen sollte. Wie oft habe ich es schon erlebt dass der Wagon genau am anderen Ende des Zuges war – ohne dass die Fahrgäste vorher von dieser Reihenfolgenänderung informiert worden sind – oder, meine absolute “Lieblingsvariante”, die Wagons in wilder Reihenfolge an den Zug angekoppelt waren und ein gar lustiges Wagon Suchspiel begann. Aber heute war wie gesagt glücklicherweise mal alles in Ordnung. Als ich Einstieg wollte mich der Schaffner bereits zu einem Wagin weiter hinten verweisen, als ich ihn jedoch darauf hinwies dass ich genau für diesen Wagen eine Sitzplatzreservierung hatte, ließ er mich schließlich gewähren. Zwar war mein Platz bereits besetzt, aber als ich den jungen Mann auf meine Reservierung hinwies, räumte er ohne großes Murren den Platz an einem der Tische. Und das war auch gut so, denn der Zug war mal wieder hoffnungslos überfüllt. Der Knüller war jedoch: es gab sogar eine Steckdose. Zuerst schien sie zwar nicht zu funktionieren, aber ich erkannte schnell, dass nur die Sicherung in Form einer kleinen schwarzen Knopfes herausgesprungen war. Nachdem ich sie wieder hineingerdrückt hatte, konnte ich mein Macbook problemlos daran anschließen und die fast dreistündige Fahrt durch das Ansehen der letzten Folgen der zweiten Buffy-Staffel versüßen.
Drei Minuten fuhr der Zug auf dieser Strecke sozusagen noch heraus, so dass wir den Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen schließlich mit nur sieben Minuten Verspätung erreichten. So hatte ich sogar noch sechs Minuten Zeit bis zum eintreffen meines Anschlußzuges, der vom Gleis gegenüber abfahren sollte. Zu weiteren Verspätungen kam es dann nicht mehr. Der Zug, ein ICE, kam pünktlich und brachte mich ohne Verzögerung über Siegburg/Bonn zum Kölner Hauptbahnhof. Ich brauchte nur noch die Straßenbahn besteigen und in mein hiesiges Zuhause zu fahren. Warum nicht immer so? Die zehn Minuten Verspätung kann ich der Bahn aufgrund des restlichen fast reibungslosen Fahrt wirklich mal nachsehen.
Tags: Bahnhof, deutsche-bahn, ICE, reisen, Verspätung
Trotz allem pünktlich
24.01.2009 11:35 köln, privat, reisenUnkommentiert
Mit leisen Zischen öffnete sich die Tür des ICE und ein nicht endend wollender Strom von Fahrgästen ergoß sich auf den Bahnsteig sechs des Kölner Hauptbahnhofes. Ich hatte mir einen Platz ganz vorne in der Menschentraube der Leute ergattert, die in den Zug einsteigen wollten. Als ich gegen fünfzehn Uhr mein Online-Ticket bestellte und ausdruckte und dabei keine Reservierung mehr für einen Sitzplatz im ICE nach Frankfurt Fernbahnhof bekommen konnte, war mir bereits klar dass es schwierig werden würde, die Zugfahrt nicht stehend verbringen zu müssen. Daher hatte ich mich am Bordbistro platziert, denn hier war die Möglichkeit noch am größten, noch einen Sitzplatz zu bekommen – zum überteuerten Preis eines ICE-Kaffees, aber seis drum. Von der anderen Seite der Tür beäugte mich eine gutbürgerlich gekleidete Frau mittleren Alters und signalisierte mir mit ihren bei jeder Lücke des Stromes von aussteigenden nach vorne zuckenden Körpers unterschwellig, dass sie am unbedingt vor mir einsteigen wollte. Als der Fluss von Aussteigenden schließlich entgültig versiegte, tat ich ihr den Gefallen und ließ sie als erste den ICE betreten. Eine Position weiter vorne oder hinten in der Einsteigereihefolge brachte hier aus meiner Sicht keine signifikanten Vorteile. Als ich den gastronomischen Bereich schließch erreichte, bewahrheiteten sich meine Befürchtungen – denn im Bistro waren sowohl die Sitz- als auch die Stehplätze komplett besetzt – und als ich das Bistro durchquert und auf Gang voller stehender und am Boden sitzender Leute stieß, gab ich die Hoffnung auf noch einen freien Sitzplatz zu finden und blieb einfach ebenfalls im Gang stehen. Die Fahrt bis zum Fernbahnhof Frankfurt Flughafen dauerte ja nur etwa eine Stunde – die kann man sich mit einem guten Hörbuch auf dem iPod auch mal stehend vertreiben.
Obwohl pünktlich um 17.54 Uhr angekommen verließ der Zug den Kölner Hauptbahnhof leider erst mit etwa fünfzehn Minuten Verspätung, denn man musste ja noch auf einen Anschluss-ICE warten. Während wir auf die Abfahrt warteten, fiel mir bereits die Schaffnerin (oder sollte ich doch eher der Schaffner sagen) auf, die zwar eindeutig weiblich aussah, aber doch für eine Frau etwas zu stämmig erschien. Meine Vermutung erwies sich während der anschließenden Fahrkartenkontrolle als offensichtlich richtig – solche Hände hat keine Frau. Na ja, jeder soll natürlich nach seiner Facon glücklich werden und eigentlich gehts mich ja auch nichts an, aber ich wollte es zumindest erwähnt haben. ![]()
Was mich in solchen Zügen übrigens extrem nervt ist weniger die Tatsache stehen zu müssen als solche Fahrgäste, die trotz offensichtlicher Überfüllung des Zuges sich samt ihres sperrigen Gepäckes durch die stehenden Menschenmassen in den Gängen drängen, weil sie wohl noch hoffen irgendwo einen freien Sitzplatz zu finden. Und davon fanden sich ziemlich viele in diesem Zug. Ich enthielt mich dennoch jeglicher Bemerkung – konnte aber an den Blicken meiner ebenfalls im Gang stehenden Fahrgäste deutlich erkennen dass ich nicht der einzige war, den so ein Verhalten störte.
In Frankfurt Flughafen Fernbahnhof angekommen blieb schließlich noch Zeit ein Zigarettchen zu rauchen und mich dann in den Gleisabschnit B zu begeben, wo mein Wagon eigentlich – glaubte man der Wagenstandsanzeige – ankommen sollte. Für den Zug in Richtung Weimar hatte ich noch eine Reservierung bekommen. Als der Zug aber dann schließlich mit 5 Minuten Verspätung eintraf, befand sich die tatsächliche Position meines Wagens zwei Buchstabenabschnitte weiter hinten. Mein kleiner Sprint bis zu meinem Wagon war aber, wie sich erst später herausstellte, eigentlich gar nicht notwendig gewesen, denn der Zug war nicht gerade überfüllt wie ich zuerst befürchtet hatte. In Richtung Dresden fuhren dann heute doch nicht so viele Personen – konnte man ja nicht wissen. Als besonders positiv möchte ich erwähnen, dass entgegen meines Reiseplanes, wo ein Intercity (IC) angegegben war. heute dann doch ein richtiger ICE kam – komplett mit Steckdosen am Sitzplatz. Ich dachte schon gar keinen ICE mehr auf der Strecke in Richtung Dresden zu sehen – es ist lange her das die Bahn mal einen echten ICE hier einsetzte.
Auf der Fahrt bis nach Weimar passierte dann glücklicherweise nicht mehr viel. Am Frankfurter Hauptbahnhof stiegen noch eine größere Menge Fahrgäste zu und es kam zu ein paar Rangeleien zwischen einem Typen mit großem Rucksack und einer renitenten älteren Dame, die nicht zurückweichen wollte und sich fast schon mit Gewalt und den Worten “Ich muß aber hier durch!” auf dem Gang an ihm vorbei drängelte – aber ansonsten verlief die Fahrt bis Weimar, wo ich wieder umsteigen musste ereignislos. Um 21:55 Uhr erreichten wir schließlich den Weimarer Bahnhof und ich hatte somit noch ganze acht Minuten Zeit, bis mein Regionalexpress am selben Gleis 2 einfuhr, an dem ich auch mit dem ICE angekommen war.
Wie immer stieg ich möglichst weit hinten ein, um am Bahnhof Jena-West möglichst nah am Ausgang herauszukommen. Ob dies heute jedoch so klug war sei mal so dahingestellt – denn wer konnte schon damit rechnen dass ich im hintersten Wagon auf eine Meute junger Männer mit bierkastenbestückten Bollerwagen, Partyhütchen und einheitlichen T-Shirts traf. Da war ich wohl in einen Jungesellenabschied hineingeraten, der von Erfurt in Richtung Jena fuhr. Obwohl ziemlich lautstark verhielten sich die deutlich angetrunkenen Fahrgäste aber friedlich und bis auf das gedämpfte Gröhlen und dem regelmässigen Aufblitzen von Kompaktdigitalkamerablitzen aus dem vorderen Bereich des Wagons, der durch eine Schiebetür vom Abteil abgetrennt war, bemerkte man kaum etwas von den Feiernden.
So erreichte ich schließlich um 22.20 Uhr endlich Jena – genau wie im Fahrplan angegeben. Und das trotz Verspätungen beider Hauptzüge. Trotz einiger Unschönheiten wie das stehen im Gang
Tags: bahn, Bahnhof deutsch-bahn, ICE, reisen, Verspätung
Personen im Gleis
18.01.2009 22:51 köln, privat, reisen2 Kommentare
Zur Rückfahrt noch Köln nach einer Familienfeier in Nordhessen durfte ich heute wieder die Dienste der Deutsche Bahn AG in Anspruch nehmen. Bis Fulda lief verlief die Fahrt dann auch noch normal – aber leider nur bis dort. Als ich auf meinem Abfahrtgleis ankam, konnte ich bereits auf der Anzeigetafel lesen, dass es mal wieder zu 15 Minuten kommt. Angeblich wegen “Personen im Gleis” vor Leipzig wie man uns über die Lautsprecher verkündete.
Als der Zug dann sechzehn Minuten nach dem ursprünglichen Abfahrtzeitpunkt endlich den Bahnsteig erreichte, erlebte ich mal wieder die Situation die ich fast noch mehr hasse als Verspätungen: Exreme Überfüllung des Intercity-Zuges. Ich konnte bereits durch die Fenster beobachten, dass die Leute bereits in den Gängen standen und als ich einstieg standen die Leute bereits neben der Tür. Daher entschloss ich mich dazu, mir gleich hinter der Tür einen Stehplatz zu suchen und die Fahrt im Stehen zu absolvieren. Für 46 Euro (eine Strecke mit Bahncard 50) hätte ich eigentlich zumindest einen Sitzplatz erwartet.
Und auf den Boden setzen fiel aufgrund des Regenwetters und dem entsprechenden nassen Zustand ebenfalls aus. Erst als wir nach etwas über einer Stunde schließlich mit 19 Minuten Verspätung den Frankfurter Hauptbahnhof erreichten, entspannte sich der Zustand etwas und ich konnte bis Frankfurt-Flughafen Fernbahnhof noch einen Sitzplatz ergattern.
Auf dem Fernbahnhof des Flughafens hätte ich zwar noch den direkten Anschlußzug erreicht – er wartete am Bahnsteig gegenüber. Doch auch hier konnte ich bereits von außen erkennen, dass der Zug vollkommen überfüllt war. Noch eine Stunde im Gang stehen? Nein Danke! Zum Glück hatte ich von einem der Schaffner im IC erfahren, dass im 19:24 Uhr ein weiterer ICE vom Gleis 7 bis Köln Messe-Deutz fuhr. So entschloss ich die paar Minuten zu warten und diese Möglichkeit zu wählen. Von Messe-Deutz aus kann ich außerdem ohne Umsteigen mit der S-Bahn zu meiner Zielhaltestelle erreichen – das floß natürlich mit in meine Entscheidung ein.
Prinzipiell erwies sich meine kleine Wartestrategie als Vorteilhaft, denn der zweite ICE war glücklicherweise nur mäßig gefüllt und ich konnte ohne Probleme einen Sitzplatz ergattern, wenn auch leider nicht an einem Tisch. Trotzdem packte ich mein Notebook aus, stellte es auf das ausklappbare Tischchen und nutzte die Fahrtzeit noch etwas produktiv. Dabei kam es auf halber Strecke zu einem Vorfall, der mich fast mein Macbook Pro gekostet hätte: Mein Vordermann, ein älterer Mann, ließ den Sitz ungebremst nach hinten fallen, wobei die Lehne sich natürlich entsprechend mit neigte, nicht aber das Ausklapptischchen. Hätte das Notebook ein paar Millimeter weiter hinten gestanden, hätte diese Rücksichtslose und unbedachte Aktion wohl das Display horizontal gefaltet. Was ich dann gemacht hätte, kann ich nicht sagen. Aber es dauert relativ lange bis so Alu-Notebookrahmen aus einer Schädeldecke herausgeeitert ist…
(Natürlich wäre der Vorfall über die Versicherung gelaufen, so weit habe ich mich noch unter Kontrolle – also keine Angst…)
Seien wir mal ehrlich: Jeder der schon einmal zweite Klasse Zug gefahren oder mit dem Flugzeug geflogen ist weiss genau, dass die Sitzabstände nicht besonders Vorteilhaft gewählt sind. Warum gibt es immer noch Leute, die ohne Rücksicht auf den hinter ihm (oder ihr) sitzenden Fahrgast den Sitz zurückklappen? Werde ich wohl nie ganz verstehen. Aber kommen wir zurück zur Zugfahrt: Während wir auf dem Weg nach Köln-Deutz waren, wurde uns mitgeteilt dass man nicht mit voller Geschwindigkeit fahren könne, da ein vor uns fahrender Zug aufgrund eines Triebwagenschadens ebenfalls langsamer fahren musste. Dadurch ergab sich noch einmal eine Verspätung von elf Minuten, so dass sich in der Summe genau 30 Minuten Gesamtverspätung ergab – die Verzögerung während des späteren Zuges bereits herausgerechnet. Da ich mit so etwas rechne (und weil ich nicht bereits am Montag um 4:30 Uhr aufstehen will um den Zug um kurz nach fünf zu erreichen), fahre ich ja auch immer am Sonntag bereits zurück…
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