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Hirschgarten bis Isartor – Photowalk 01.08.2012

Wednesday, August 1st, 2012

Und auch am heutigen Mittwoch wollte ich meine per pedes Erkundungen Münchens fortzusetzen. Da ich im Osten ja bereits einiges gesehen hatte, entschied ich mich heute, mir mal den Hirschgarten anzusehen, eine kleine Parkanlage südöstlich des Schloßparks Nymphemburg, den ich ja hier schon exzessiv erkundet hatte. Die Strecke war heute zwar etwas kürzer als gestern, aber dennoch ausreichend wie ich fand.

Die Strecke


Streckenlänge: 7,5km
Dauer: ca. 2 Stunden

Als Startpunkt wählte ich heute die S-Bahn Haltestelle Laim an der Stammstrecke zwischen den Stadtteilen Neuhausen-Nymphenburg und Laim. Es gibt zwar auch eine Station früher eine Haltestelle mit Namen Hirschgarten, jedoch wollte ich vom Westen her in die Parkanlage gehen, daher stieg ich erst eine Station weiter aus. Über die Wotanstraße und die Winfriedstraße erreichte ich schließlich die Parkanlage Hirschgarten. Diese ursprünglich 44,6 Hektar große Anlage geht auf Kurfürst Karl Philipp Theodor (1724 – 1799) zurück, der hier 1780 durch seinen Oberjägermeister eine Jagdanlage für den Adel anlegen ließ. Zuvor wurde das Gelände als Fasanerie, zum Hopfenanbau und für eine Seidenraupenzucht samt Maulbeerenbaum-Plantage (die sich aber als nicht rentabel zeigte) genutzt. Es war auch dieser aufgeklärte Fürst, der die Anlage 1791 zur öffentlichen Nutzung freigab, was großen Zuspruch bei den Münchner Bürgern fand. Als die südlich verlaufende Bahnstrecke München Augsburg gebaut wurde, verlor der Hirschgarten aber einen Teil seiner ursprünglichen Fläche.

Am Eingang zum Hirschgarten

Gleich im Eingangsbereich findet sich im Zentrum mit einer großen Wiese, an deren Rand sich ein Art kleiner Wasserspielplatz befindet, wo Kinder (und junggebliebene Erwachsene) erfrischen können. Auf ein Foto verzichtete ich hier jedoch lieber, da unbekannte Männer die unaufgefordert Fotos von Kindern machen einen falschen Eindruck erwecken könnte.
Im Nordwesten der Anlage erreichte ich schließlich den umzäunten Wildpark, in dem ich ein wenig junges Damwild wie Rehe und Hirsche sowie einen Widder beobachten.

Hirsch - Hirschgarten
Hirsch

Rotwild - Hirschgarten Junger Hirsch - Hirschgarten
Links: Damwild – Rechts: Junger Hirsch

Widder - Hirschgarten
Widder

Gleich neben dem Wildgehege fand sich schließlich der bekannte Biergarten Hirschgarten, der bei dem sommerlichen Wetter brechend voll war und auch weiterhin guten Zustrom hatte – obwohl der Mittwoch ja nicht so der typische Tag zum weggehen ist.

Biergarten im Hirschgarten
Biergarten Hirschgarten

Von hier aus setzte ich meinen Weg durch den Hirschgarten in Richtung Westen fort und passierte neben eine Platz mit einigen Halfpipes für Skateboarder

Halfpipes - Hirschgarten
Halfpipes

schließlich auch die südwestlich der Anlage gelegene Grillzone, in der zahlreiche Gruppen bereits ihre Grills angeworfen hatten und sich ihr Abendessen bei einem Bierchen zubereiteten. Die aktuell sehr beliebten Einweg-Bodengrille hatten natürlich hier und dort bereits ihre typischen Brandlöcher im Rasen hinterlassen.

Grillzone - Hirschgarten
Grillzone – Hirschgarten

Ganz im Westen kurz vor dem Ausgang zur Arnulfstraße entdeckte ich schließlich auch noch einen kleinen, in einem Waldstück gelegenen See an denen einige Leute saßen und teilweise sogar ihre Hunde in dem trüben Wasser schwimmen ließen. Hätte mich auch gewundert wenn es hier keine Wasserfläche gegeben hätte – aber Preise würde man mit dieser nicht sonderlich ansehnlichen Pfütze nicht gewinnen…

See - östlicher Hirschgarten
See im Hirschgarten

Ich verließ nun den Hirschgarten und folgte der Arnulfstraße in Richtung Westen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite entdeckte ich wenig später an der Ecke zur Karl-Schurz-Straße eine Beschriftung, die mich an einen Lampenladen erinnerte – wie sich doch aufgrund der davor stehenden Stühle schnell herausstellte handelt es sich dabei wohl um ein Restaurant oder eine Kneipe. 😉

Ewiges Licht - Arnulfstraße / Karl-Schurz-Straße
Ewiges Licht

Der Bereich an der Arnulfstraße stellte sich als ein für München typisches Mischgebiet aus großen Wohnblöcken und Häusern meiste älteren Baujahrs und kleineren Geschäften, Restaurants und Supermärkten meist in den Erdgeschossen dieser Wohnblöcke heraus Durchaus etwas gehoben, aber mit Sicherheit kein Luxusviertel wie z.B. Bogenhausen. Bald schon konnte ich in einiger Entfernung einen Glasturm entdecken, der wie sich bei näherem Hinsehen herausstellte mit einem drehenden Mercedes-Stern gekrönt war – wohl eine der Niederlassungen dieser Automarke hier in München, die direkt an der Donnersberbrücke gelegen zu sein schien.

Blick Richtung Donnersbergbrücke - Arnulfstraße
Arnulfstraße – Blick in Richtung Donnersbergbrücke

An der Ecke Arnulfstraße zur Blücherstraße entdeckte ich in einem kaminroten, scheinbar frisch renoviertem Haus ein Restaurant, das mein Interesse weckte: Das Yak & Yeti, das sich selbst als Himalayan Food House bezeichnete. Das landete natürlich gleich auf der Liste der zu besuchenden Restaurants – denn ich hatte zwar schon indisch, japanisch, mongolisch, chinesisch in verschiedenen Varianten und vieles andere probiert, aber nepalesisch bzw. himalayisch war mir dabei noch nicht untergekommen. Die Speisekarte auf deren Webseite liest sich auf jeden Fall schon mal sehr interessant. Wenn ich dazu komme, werde ich natürlich hier darüber berichten.

Yak & Yeti - Himalayan Food House
Yak & Yeti

Ein Stück weiter an der Ecke zur Donnersbergstraße entdeckte ich ein weiteres Ladengeschäft, das so wohl nur in größeren Städten wie München funktioniert: Die Katzenboutique. Wenn ich mir mal ein solches Tier anschaffen sollte, weiß ich also jetzt wo ich Futter und Zubehör bekommen könnte. 😉

Katzenboutique München
Katzenboutique

Gleich daneben unterquerte Ich die Donnersbergbrücke und setzte meinen Weg auf der Arnulfstraße in Richtung Westen fort.

Donnersbergbrücke
Donnersbergbrücke

Kurz hinter der Donnersbergbrücke entdeckte ich schließlich einen Flachbau hinter einer noch sehr nach Baustelle aussehenden Freifläche, der von der Architektur her mein Interesse weckte. Wie sich bei einer Recherche herausstellte handelt es sich hier um den Neubau einer Grundschule an der parallel verlaufenden Marlene-Dietrich-Straße.

Neubau Grundschule & Skyline an der Marlene-Dietrich-Straße
Neubau Grundschule & Skyline an der Marlene-Dietrich-Straße

Wenig später folgte auf der linken Seite an der Arnulfstraße ein älteres, langgestrecktes Gebäude, dass mich ein wenig an eine Kaserne erinnerte. Aufgrund einiger Relief-Darstellungen an einem Tor in der Mitte, vor allem dem Elefant auf der rechten Seite vermutete ich zuerst dass es sich hier um ein Teil des Winterquartier des Circus Krone handelt – doch weit gefehlt. Viel mehr handelt es sich hier um den sogenannten Postpalast, ein zwischen 1924 und 1927 errichtetes, ehemaliges Paketzustellzentrum das heute für Veranstaltungen aller Art genutzt wird.

Am Postpalast
Am Postpalast

Gleich daneben zwischen der Werderstraße und findet sich ein großes modernes, wohl auch erst vor kürzerem renoviertes Bürogebäude, welches mir mit dem dahinter zu erkennenden BR-Gebäude eine weitere Aufnahme wert erschien.

Blick in Richtung BR
Blick in Richtung BR

Zuerst hatte ich überlegt weiter der Arnulfstraße zu folgen, doch spontan entschied ich mich dann doch, die Hackerbrücke zu überqueren und mich ein Stück in Richtung Theresienwiese zu bewegen. Diese zwischen 1890 und 1894 im für das 19. Jahrhundert typischen Stahlbogen-Bauweise errichtete Brücke ist mit ihrer Stützweite von 28,4 m und einer Bogenhöhe von 8 Metern eine der letzten erhaltenen Brücken dieser Art. Bis zum Bau des Mittleren Ringes und vor allem der Donnersbergbrücke war sie eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen Münchens um die vom Bahnhof aus verlaufenden Gleisstränge in Richtung West zu überwinden. Aber auch heute ist sie noch ein wichtige Nord-Süd-Verbindung über das Gleisvorfeld – außer zur Oktoberfestzeit, denn dann wird sie abends und am Wochenende zur reinen Fußgängerbrücke und ein wichtiger Zubringer für die Oktoberfestgäste.
Das freistehende, graubraune Gebäude links der Brücke das etwas an einen Flughafentower erinnert ist übrigens das Stellwerk des Hauptbahnhofs München.

Hackerbrücke
Hackerbrücke

Von der hackerbrücke aus hat man dann natürlich auch einen sehr schönen Blick auf den Münchner Hauptbahnhof mit seinen 32 oberirdischen (und 2 unterirdischen) Gleisanschlüssen – übrigens ein typischer Kopfbahnhof. Das heutige Gebäude stammt übrigens aus den 1960er Jahren, die ursprünglich 1848 eröffnete alte Bahnhofshalle wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und nach einigen Versuchen sie wieder aufzubauen am 16. August 1949 gesprengt. Die heutige Glas-Stahlkonstruktion mit 140 Meter Breite und 222 Meter Länge wurde dann am 1. August 1960 vollendet.

Hauptbahnhof München
Blick auf den Münchner Hauptbahnhof

Hinter der Hackerbrücke bog ich nach einigen Metern in die Kurt-Haertel-Passage ein, benannt nach dem gleichnamigen Präsidenten des deutschen Patentamts, an der übrigens auch passenderweise die Europäische Patentorganistion (EPO) ihren Sitz hier in München hat. Die Gebäude hier wirken sehr nüchtern und wenig einladend, aber dieser Bereich ist ein wichtiger Abschnitt für Besucher, die von der Hackerbrücke in Richtung Oktoberfest strömen, denn die Fußgängerbrücke am Ende der Passage ermöglicht eine gefahrlose Überquerung der stark befahrenen Bayerstraße direkt dahinter.

Kurt-Haertel-Passage
Kurt-Haertel-Passage

Anstatt mich aber jetzt in Richtung Theresienwiese zu wenden, betrat ich am Ende des Passage den Bürgersteig an der Bayerstraße und wandte mich weiter in Richtung Westen. Hier oben, sowohl in Nähe des Bahnhofs als auch in Laufweite der Thersienwiese liegen viele Hotels und Hostels, die wohl ihr Hauptgeschäft gerade zu dieser Zeit machen.

Hotel Bayernland - Bayerstraße
Hotels & Hostels – Bayerstraße

Kurz darauf passierte ich den südlichen Ausgang des Hauptbahnhofs und das daneben gelegene InterCity-Hotel – die Touristendichte nahm hier deutlich zu

Hauptbahnhof - Südausgang Bayerstraße
Hauptbahnhof – Südausgang Bayerstraße

und erhöhte sich sogar noch einmal deutlich bis ich schließlich den Karlsplatz / Stachus erreichte. Ursprünglich wollte ich diese Touristengebiete ja heute meiden, aber von hier führte der kürzeste Weg nun mal über den Karlsplatz und die Neuhauser Straße, daher wählte ich dann doch den Weg über diese typische Touristenmeile.

Am Karlsplatz / Stachus
Am Karlsplatz /Stachus

Der Brunnen, den ich hier heute in Aktion erleben konnte, entstand übrigens erst ab 1970 im Rahmen des Baus der Münchner S-Bahn errichtet. Nachts wird er von insgesamt 28 Leuchten angestrahlt.

Fontaine Karlsplatz
Brunnen am Karlsplatz / Stacchus

Vorbei an der Jesuitenkirche St. Michael, die aktuell renoviert wird und nur mit einer bedruckten Leinwand einen Eindruck von der stilistisch zwischen Renaissance und Barock liegenden Fassade bietet

Jesuitenkirche St. Michel
Jesuitenkirche St. Michael

erreichte ich schließlich den Marienplatz mit dem Neuen Rathaus.

Am Marienplatz
Am Marienplatz

Hier bog ich rechts in die Rosenstrasse ein und erreichte wenig später den Rindermarkt, der zu sehr viel früheren Zeiten tatsächlich als Viehmarkt genutzt worden war und später ein begehrter Wohnort der Münchner Patrizier war, die hier ihre Häuser errichteten. Leider wurde die ursprüngliche Bebauung im zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass der heutige Rindermarkt nur noch teilweise im nördlichen Bereich dem Originalverlauf vor dem Krieg entspricht.

Rindermarkt
Rindermarkt & Sankt Peter

Am südöstlichen Rand des heutigen Rindermarkts fällt dem aufmerksamen Beobachter ein 23m Meter hoher Turm aus Rohbacksteinen mit Zinnen im neugotischen Stil. Hier handelt es sich um den sogenannten Löwenturm, der vermutlich aus dem 15ten Jahrhundert stammt. Ob er zur ersten Münchner Stadtbefestigung gehörte ist bis heute nicht geklärt, wenn auch wahrscheinlich. Da er direkt über dem Stadtgrabenbach, einem der kanalisierten Münchner Stadtbäche, steht, wird aber vermutet dass er u.a. als Abortturm genutzt wurde.

Löwenturm Rindermarkt
Löwenturm am Rindermarkt

Vom Löwenmarkt ging es weiter zum Viktualienmarkt, an dessen Rand ich eine Gruppe von abendlichen Bierkonsumenten vor dem Der Pschorr am südwestlichen Rande beobachten konnte.

Der Pschorr - Viktualienmarkt
Der Pschorr – Viktualienmarkt München

Aber auch der etwas weiter nordöstlich gelegene Biergarten Viktualienmarkt erfreute sich für einen Mittwoch regen Besuches. Ich nutzte die Gelegenheit hier eine Aufnahme des Brunnens zu machen, welches der bayerische Soubrette, Schauspielerin und Kabarettistin Liesl Karlstadt (1892 – 1960) gewidmet ist. Sie hatte zusammen mit Karl Valentin, ebenfalls ein Münchner, eines der damals bekanntesten Komikerduos Deutschland gebildet. Bei Gelegenheit muss ich mir mal eine Gesamtübersicht über alle sechs hier am Viktualienmarkt stehende Brunnen machen – aber das ist ein Task für einen anderen Photowalk.

Liesl-Karlstadt-Brunnen - Viktualienmarkt
Liesl-Karlstadt-Brunnnen – Viktualienmarkt

Von hier aus führte mich mein Weg nur noch bis zum Isartor, wo ich in den Untergrund stieg und mit der S-Bahn den Heimweg antrat. Somit war dieser Photowalk mit nur 7,5 Kilometern zwar etwas kürzer als die vorherigen, aber lieber etwas weniger Bewegung als gar keine.

S-Bahnhof Isartor
S-Bahnhof Isartor

Mal schauen wo es mich dann das nächste Mal hin verschlägt.

Rundgang durch München

Sunday, May 8th, 2011

Bei sonnigen Wetter und Temperaturen bis zu 25 Grad wollte ich heute mal den Tag nutzen um mir meine neue Wahlheimat München etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Umfangreicher Phototouren wurden ja schon damals bei meinem Aufenthalt in San Francisco begründet (man siehe dazu hier, hier, hier, hier, hier oder hier um nur einige Beispiele zu nennen – mehr gibt in der Übersichtseite Reisen &/ Orte) und ich möchte diese alte Tradition nicht sterben lassen.
Ich startete also am Ostbahnhof und wandte mich von dort zu Fuß in Richtung der Isar. Entgegen meiner ursprünglichen Planung wählte ich nicht die Weißenburger Straße über den Pariser Platz, sondern wandte mich über die Wörthstraße in Richtung Nordwesten und erreichte bald den Bordauxplatz, einen sehenswerten Grünstreifen zwischen der zweigeteilten Wörthstraße.

Bordeauxplatz - Haidhausen
Bordeauxplatz – München-Haidhausen

Auf dem Bürgersteig an der Wörthstraße schien außerdem eine Art Flohmarkt veranstaltet zu werden. Ich wandte mich weiter entlang dieser Straße und folgte ihr über eine kleine Allee bis zur Preysingstraße.

Allee - Wörthstraße
Allee an der Wörthstraße

Von hier aus wandte ich mich intuitiv die Preysingstraße entlang, wo ich nur einen Block weiter die St. Johannes erreichte, eine ab 1913 errichtete und 1916 eingeweihte evangelisch-lutheranische Kirche als Backsteinbau mit neoromanischer Formensprache. Fand ich sehr malerisch und durchaus ein bis zwei Schnappschüsse wert.

St. Michael - Haidhausen St. Michael - Haidhausen
Ev. Kirche St. Johannes – Haidhausen

Weiter ging es die Preysingstraße entlang bis zur Straße Am Gasteig am Gebäude mit gleichem Name. Von diesem Gebäude konnte ich aufgrund blendenden Gegenlichtes leider kein Foto schießen, aber auf der anderen Straßenseite entdeckte ich ein Motiv dass mir einen Schnappschuss wert erschien.

Christi & Engel gegenüber Gasteig
Christus & Figuren

Wie ich im Rahmen der Recherche zu diesem Beitrag erfuhr, gehört diese Darstellung des gekreuzigten Christus, flankiert von zwei weiteren FIguren (Heilige?) wohl zu der kleinen katholischen Kirche St. Nikolai am Gasteig, die sich unentdeckte von mir etwas weiter oben hinter einigen Bäumen befand.
Ich folgte dem Gasteig weiter in Richtung Ludwigsbrücke und kam dabei zwangsweise am Müllerschen Volksbad, dem Jugenstil-Volksbad das ich in der Nacht ja hier schon mal abgelichtet hatte.

Müllersches Volksbad Müllersches Volksbad
Müllersches Volksbad

Vorbei an einem Teil der Isarauen

Isaraue am Müllerschen Volksbad
Isarauen


und dem Vater-Rhein-Brunnen – einem zwischen 1897 und 1903 vom Bildhauer Adolf von Hildebrandt für Straßburg errichtetes und nach dem ersten Weltkrieg nach München umgezogenes Kunstwerk

Vater Rhein Brunnen
Vater-Rhein-Brunnen an der Ludwigsbrücke

überquerte ich schließlich den Fluß Isar, der München von Süden aus dem Karwendel kommende München in Richtung Nordosten durchfließt und bei Deggendorf schließlich in die Donau mündet.

Isar Isar
Isar an der Ludwigsbrücke

Nachdem ich die Steindorfstraße überquert hatte, folgte ich die Zweibrückenstraße bis zum Isartor, das die Grenze zwischen Graggenauer Viertel und Angerviertel bildet. Hier beginnt die Münchner Altstadt. Der 1337 fertiggestellte, etwas 40 Meter hohe Hauptturm in der Mitte ist das alteste Teil dieses Bauwerks, die beiden vorgesetzten Seitentürme wurden später bei Errichtung der Zwingermauer hinzugefügt. Zwischen den beiden Toren ist das Fresko mit einer Darstellung des Triumphzug Ludwigs des Bayern nach seiner siegreichen Schlacht gegen den Habsburger Friedrich den Schönen bei Mühldorf im Jahre 1322 zu sehen.

Isartor Isartor
Isartor vom Isartorplatz gesehen

Ich folgte nun der Straße Tal mit zahlreichen Geschäften. Hier fiel mir vor allem das Wies’n Tracht & mehr mit seiner Markise in den Bayrischen Landesfarben und den Frauenfiguren in den Fenstern der ersten Etage.

Steindel Trachten Steindel Trachten
Wies’n Trachten & mehr

Kurz vor dem Talburgtor

Talburgtor
Talburgtor

wandte ich mich nach links und ging durch die schmale Heiliggeiststraße in Richtung Viktualienmarkt, vorbei an einigen recht sehenswerten Gebäuden wie dem Hotel am Markt und erreichte am Löwe am Markt den Viktualienmarkt wo ich mich mit einem Kollegen traf der ebenfalls in der Münchner Innenstadt unterwegs war.

Hotel am Markt Löwe am Markt
Links: Hotel am Markt – Rechts: Löwe am Markt

Von hier aus setzten wir unseren Gang durch München gemeinsam fort. Aber bevor es wieder los ging machten wir einen kleinen Zwischenstop um eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen. Direkt am Viktualienmarkt sah es jedoch mit Sitzplätzen schlecht aus, aber wir fanden nach kurzem suchen etwas in einer Seitengasse – doch dazu in einem separaten kleinen Artikel mehr.
Gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg. Nach einem kleinen Abstecher zum etwas Abseits von der linearen Route am sogenannten Platzl gelegenen, berühmten Hofbräuhaus – dessen Replikat ich ja bereits in Las Vegas in Augenschein genommen hatte

Hofbräuhaus
Hofbräuhaus

wandten wir uns zum Marienplatz mit dem sehenswerten Neuen Rathaus – hier war ich während meines Ersten Münchenrundgangs und auch bei nicht hier dokumentierten Gelegenheiten gewesen. Die Touristendichte hier war unglaublich hoch – das Verhältnis von Einheimischen zu Touristen – darunter unglaublich viele Amerikaner und Inder, aber auch viele Italiener – betrug mindestens 3:1 – wenn nicht sogar mehr. Aber damit muss man in Städten wie München natürlich rechnen – die Stadt ist ja auch einfach sehenswert.

Marienplatz
Marienplatz

und folgten der Käufingerstraße und der Neuhauser Straße bis zum Karlstor und dem dem dahinter liegenden Karlsplatz-Stachus. Hier bin ich schon öfters – unterirdisch – mit der S-Bahn vorbeigefahren und hatte mich schon immer gefragt warum man den Karlsplatz umgangssprachlich als “Stachus” bezeichnet. Jetzt weiß ich es – und ich zitiere hier einfach mal Wikipedia:

Auf dem Gelände Ecke Sonnenstraße/Bayerstraße, wo heute der Kaufhof steht, stand im 18. Jahrhundert ein Haus, das seit 1710 im Besitz der Familie Föderl war, die dort und in dem dazugehörigen Garten Bier ausschenkten. Seit 1728 ist dort ein Mathias Eustachius Föderl, genannt „Eustachi“, als Wirt verzeichnet. Nach ihm erhielt die Gastwirtschaft den Namen “Stachus”, der als Stachus-Wirt und Stachus-Garten auch noch bezeugt ist, nachdem der Betrieb von einer anderen Familie übernommen worden war. Von der Gastwirtschaft wurde der Name „Stachus“ dann auf den Platz übertragen, an dem sie lag.

Karlstor - von Neuhauser Straße Karlstor - vom Karlsplatz Stacchus
Karlsplatz – Stachus

Über die Prielmayerstraße und die Luisenstraße erreichten – im nachhinein gesehen wäre der Weg über die Elisenstraße sehenswerter gewesen – kamen wir schließlich am Ring am The Charles Hotel an. Wie ich heraus finden konnte ist dieser Ring den ich schon einige Male gesehen hatte eine Skulptur des italienischen Bildhauers Mauro Staccioli, das mit einem Durchmesser von 12 Meter und einem von Gewicht 14 Tonnen eine Schenkung der Stadtsparkasse München mit einem Wert von 102.000 DM ist und im Jahr 1996 an dieser Kreuzung errichtet wurde.

Ring und The Charles Hotel
Mauro Stacciolis Ring

Über die am The Charles Hotel entlang führenden Sophienstraße und vorbei am Park Café

Park Café
Park Café

bogen wir in die Katharina-von-Bora-Straße, früher Meiserstraße, ein und gingen vorbei am Zentralinstitut für Kunst- & Zeitgeschichte, welches wie ich im Rahmen der Recherche für diesen Beitrag erfuhr früher wohl ein Verwaltungsbau der NSDAP gewesen ist. Und vom Baustil her passte es auf jeden Fall auh gut in diese Zeit.

Zentralinstitut der Zeit- und Kunstgeschichte
Zentralinstitut für Zeit- und Kunstgeschichte

Unser Ziel war natürlich der Königsplatz gewesen mit der Staatlichen Antikensammlung, der Glyptothek und den Dorische Propyläen, die mit diesen Musterbeispielen des europäischen Neoklassizismus auch gerne als Isar-Athen bezeichnet wird.

Staatliche Antikensammlung Glyptothek
Links: Staatliche Antikensammlung – Rechts: Glyptothek

Könisgplatz
Dorische Propyläen am Königsplatz

Von hier aus – nach einem kurzen, aber leider erfolglosen Versuch einen Geocache in der Nähe zu finden – gingen wir nun in Richtung der drei Pinnakotheken (griechisch πινακοθήκη pinakotheke „Bildersaal“, „Gemäldesammlung“) von München, bestehend aus der Alten Pinakothek, Neuen Pinakothek und der Pinakothek der Moderne die wir alle zumindest in Augenschein nahmen. Besuche von Museen sollte man auf regnerische Tage verlegen – auch wenn z.B. die Alte Pinakothek mit Bildern von Vermeer und Cranach ein durchaus verlockendes Ausstellungsangebot hatte.

Alte Pinakothek Blick in Richtung Neue Pinakothek
Links: Alte Pinakothek – Rechts: Blick auf die Neue Pinakothek

Pinakothek der Moderne
Pinakothek der Moderne

Obwohl aktuell durchaus interessante Ausstellungen hier zu sehen sind – in der Alten Pinakothek waren zum Beispiel Bilder von Vermeer und Cranach ausgestellt – entschieden wir Museumsbesichtigungen doch eher auf Tage mit schlechtem Wetter zu verschieben und unseren Wanderung durch München fortzusetzen.
Über die Türkenstraße, wo ich schräg gegenüber des Brandhorst Museums diese Aufnahme einer Sichelfrau-Figur an einer Häuserfront aufnehmen konnte,

Sichelfrau - Brandhorst Museum Türkenstraße
Sichelfrau

wandten wir uns über die Gabelsbergstraße, an der ich diese Aufnahme der Evangelisch-Lutherische Pfarr-, Universitäts- und Dekanatskirche St. Markus machen konnte,

St. Markus

wandten wir uns nach rechts auf den Oskar-von-Miller-Ring in Richtung der Brienner Straße, in die wir dann in RIchtung Osten abbogen und so den Wittelsbacher Platz mit seinem Reiterstandbild des Kurfürst Maximilian I.

Wittelsbacherplatz
Wittelsbacher Platz mit Reiterstandbild

und erreichten schließlich den Odeonsplatz mit der berühmten Feldherrenhalle erreichten, wo heute eine Kunstveranstaltung mit klassischem Gesang stattfand.

Feldherrenhalle Feldherrenhalle
Feldherrenhalle – Odeonsplatz

Über das direkt am Odeonsplatz befindlichen Tor betraten wir nun den Hofgarten.

Tor zum Hofgarten
Tor zum Hofgarten

Im Hofgarten wollten wir zuerst eine kleine Rast im direkt am Café Tambosi am Westende dieser Parkanlage einlegen und wären auch bereits gewesen die dort teilweise als gesalzen zu bezeichnenden Preise zu bezahlen – doch leider schienen die durchaus vorhandenen Servierkräfte einen Tisch mit zwei Gästen keine große Bedeutung zuzubemessen, also verließen wir nach einiger Wartezeit dieses Etablissement und machten uns daran den Hofgarten einer nähren Betrachtung zu unterziehen.

Café Tambosi - Hofgarten Boule-Spieler im Hofgarten
Links: Biergarten des Café Tambosi im Hofgarten – Recht: Boule-Spieler

Als prägendstes Bauwerk innerhalb des Hofgartens zu München ist dabei wohl eindeutig der Dianatempel zu berzeichnen, der umgeben von einer wirklich vorzüglich gepflegten Grünanlage in seinem Zentrum liegt.

Dianatempel - Münchner Hofgarten
Dianatempel – Hofgarten München

Dianatempel - Münchner Hofgarten Münchner Hofgarten
Links: Diana Tempel – Rechts: Grünanlagen & Springbrunnen

Springbrunnen - Hofgarten
Springbrunnen im Hofgarten

Im Gegensatz zu anderen Parks und Grünanlagen in München ist das Liegen auf den Wiesen hier untersagt – dafür tummelten sich zahlreiche Passanten auf den vielen Parkbänken die überall verteilt in dieser Parkanlage zu finden waren. Ob man dabei unbedingt in der prallen Sonne Helles (Bayrische Bezeichnung für Pils) trinken muss, was einige hier taten, sei mal so dahin gestellt, aber ich muss wirklich feststellen dass der Hofgarten eine angenehm idyllische und vor allem ruhige Anlage im schönen München ist.
Nachdem wir den Hofgarten gemächlichen Schrittes durchquert hatten, erreichten wir schließlich die ebenfalls im neoklassizistischen Stil errichtete Bayrische Staatskanzelei.

Bayerische Staatskanzlei

Dieses Gebäude beheimatet die Behörde, die den Bayrischen Ministerpräsident und die Landesregierung unterstützt indem sie die Arbeit der einzelnen Ministerien koordiniert und die Beschlussfassung der Staatsregierung vorbereitet. Bevor dieses Gebäude hier errichtet wurde, befand sich an diesem Ort die sog. Max-Joseph-Kaserne oder Hofgartenkaserne der Bayrischen Armee. Sie wurde jedoch 1899 abgerissen und das danach errichtete Armeemuseum wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört. Nachdem die Ruine lange Zeit leer stand, wurde 1982 der Kuppelbau, der noch von dem 1905 errichteten Armeemusuem stammt, rennoviert und schließlich die Staatskanzeleri darum errichtet, die am 6. Mai 1993 vom damaligen Ministerpräsidenten Edmond Stoiber erstmalig bezogen wurde.
Direkt vor der Staatskanzelei findet sich ein Kriegederdenkmal für die gefallenen des Ersten Weltkrieges, das wie ich erfuhr auch begehbar ist.

Statue an der Staatskanzelei
Kriegedenkmal & Statue vor der Staatskanzelei

Nachdem wir den Hofgarten verlassen hatten, wussten wir erst einmal nicht wohin wir uns wenden sollten. Nach kurzer Konsolidierung meines iPhones entdeckten wir aber dass wir uns nahe des unteren Endes des Englischen Gartens befanden. Das schien uns ein lohnendes nächstes Ziel zu sein. Also wandten wir und in diese Richtung und betraten wenig später diese Parkanlage an ihrem unteren westlichen Ende, wo auch das Gewässer das an der Staatskanzlei vorbei geht in diese Grünanlage einfliesst.

Zufluss River - English garden Munich
Flüsschen am westlichen Ende des Englischen Garten

Vorbei am Haus der Kunst erreichten wir wenig später einen kleinen See, in dessen Mitte sich eine kleine Insel mit einem idyllisch anmutenden Japanischen Teehaus befand. Wie ich auf Schildern las kann man hier wohl an traditionellen original durchgeführten japanischen Teezeremonien teilnehmen – doch leider schien es aktuell nicht geöffnet zu sein.

Japanisches Teehaus
Japanisches Teehaus – Englischer Garten

Japanisches Teehaus Tor zum Teehaus
Links: Japanisches Teehaus – Rechts: Eingangsbereich mit Brücke zum Teehaus


Auf der Suche nach einer Möglichkeit den kleinen Fluss der den See mit besagten Japanischen Teehaus speiste, sein Name ist wohl Eisbach, zu überqueren erreichten wir nach einiger Zeit die Eisbach-Brücke, wo wir Zeuge einer sportlichen Veranstaltung wurden, die hier in München wohl einzigartig ist: Den berühmten Eisbach-Surfern. Eben dieser Eisbach tritt an der Eisbachbrücke an der Prinzregentenstraße mit hoher Fließgeschwindigkeit aus den beiden Röhren aus und erzeugt eine Eisbachwelle, die von einigen Männern und Frauen dazu genutzt wird um mitten in der Bayrischen Landeshauptstadt ihrem Hobby, dem Flussurfen zu fröhnen.

Eisbach & Surfer Eisbach-Surferin
Eisbach-Surfer

Eisbach-Surfer Eisbach-Surfer
Flusssurfer an der Eisbach-Brücke

Aufgrund von “Störsteinen” im Fluss ist das kein ungefährliches unterfangen und sollte nur von erfahrenen Surfern praktiziert werden – aber zum Zuschauen eignet sich dieses Happening auch wunderbar und dies wurde auch zahlreich sowohl von Touristen und Einheimischen getan wie man auf den Bildern sehen kann.
Nachdem wir uns an den Surfern satt gesehen hatten, überquerten wir die Eisbachbrücke und wandten uns auf der anderen Parkseite gen Norden. Trotz zahlreicher anderer Besucher erwies sich der Englische Garten hier als teilweise angenehm ruhiger und teilweise wahrlich malerischer Ort, der zum Entspannen einlud.

Flüsschen im Englischen Garten
Idyllisches Flüsschen im Englischen Garten

Erst als wir die große Liegewiese etwas weiter nördlich erreichten, änderte sich dies ein wenig – denn hier hatten sich Massen an Menschen niedergelassen um sich zu Sonnen, Ball zu spielen, zu trinken und zu feiern. Aufgrund der Weitläufigkeit dieses Wiesenbereiches hielt sich die Lautstärke aber glücklicherweise in Grenzen.

Englischer Garten
Liegewiese im Englischen Garten

Liegewiese im Englischen Garten
Sonnenanbeter im Englischen Garten München

Leider verpasste ich hier den Monopteros – einen kleinen runden Tempel im griechischen Stil abzulichten. Da wir ihn an der Ostseite passierten befand sich dieser nicht in unserem Blickfeld und ich erfuhr erst beim Schreiben dieses Beitrages dass er sich genau hier befand.
Schließlich erreichten wir die nächste Sehenswürdigkeit, die bei keinem München-Besuch wohl fehlen darf: Den Chinesischen Turm im Englischen Garten.

Chinesischer Turm
Chinesischer Turm

Dieser Zierturm wurde 1789/1790 nach Entwürfen von Joseph Frey von Johann Baptist Lechner errichtet und ist eine Nachbildung des doppelt so großen Pagode in den Kew Gardens in London. Ihn umgibt ein riesiger Biergarten, der sowohl von Einheimischen als auch von Touristen und wie wir amüsiert feststellten auch von zahlreichen Gruppen junger Männer auf Junggesellenabschied genutzt wurde. Gleich mehrere Trüppchen solcher Feiernden durchquerten die mit reichlich Bierbänken gespickte Anlage, wobei die bald Heiratenden seltsame Aufgaben erfüllen mussten – aber das kennt man ja aus ganz Deutschland.

Biergarten am Chinesischen Turm

Hier ließen wir uns nieder und stärkten uns ein wenig. Wie ich feststellen musste war es schon spät geworden und ich war tatsächlich schon über sechs Stunden – mit kleineren Unterbrechungen – zu Fuß in München unterwegs. Da sowohl ich als auch mein Begleiter noch einkaufen wollten, entschieden wir, den Rundgang durch München hier zu beenden. Nach der Rast am Chinesischen Turm wandten wir uns gen Osten und nahmen die Tram an der Tivolistraße um wieder zurück in die Innenstadt zu gelangen von wo aus ich mich dann auf den Heimweg machte.
Hier abschließend noch eine kleine Übersichtskarte des bewältigten Weges – es waren etwa 12km die ich zurück gelegt hatte:

Das war mit Sicherheit nicht mein letzter Rundgang durch die Bayrische Landeshauptstadt gewesen – so viel steht fest. Ich habe zwar viel gesehen, aber es gibt noch vieles was es zu Besuchen wert ist. Wenn mein Muskelkater von sechs Stunden Fußmarsch etwas nachgelassen hat werde ich bereit sein meine Erkundung meiner neuen Wahlheimat alsbald fortzusetzen.