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Weinlese im Rheingau [29. + 30.09.2017]

Sunday, October 1st, 2017

Für Freitag und Samstag war mal wieder ein kleines Offsite-Meeting in meiner Firma angesetzt, um die sowieso gute Teambildung auch Niederlassungsübergreifend zu verbessern. Das letzte dieser Art hatte in Petersberg bei Fulda stattgefunden, ich hatte es hier nur kurz erwähnt, damals hatten wir Seifenkisten gebaut und ein Rennen damit veranstaltet. Dieses Mal verschlug es uns zum Weinlesen ins Rheingau, genauer gesagt nach nach Oestrich-Winkel bei Rüdesheim, was für mich und meine Kollegen hier in München eine Fahrt von etwa viereinhalb Stunden – bei guten Verkehrsverhältnissen – bedeutete. Und da es am Freitag morgen bereits früh um 7:00 Uhr losgehen sollte, brachen wir bereits am Donnerstag Abend nach der Arbeit um kurz nach 17:00 Uhr auf.

01 - Auf der Autobahn

Natürlich lief die Fahrt nicht ganz ohne Probleme, der eine oder andere kleine Stau und zähfließende Verkehr dehnte unsere Fahrt. Aber wir machten nur eine kurze Pause in Wertheim nahe des bekannten Outlet Village, wo wir uns beim dortigen McDonalds Restaurant eine kleine Stärkung gönnten. Immerhin hatte niemand von unse zu Abend gegessen. Ich selbst entschied mich für ein McRib Bacon Menu mit Gitterkartoffeln und Sauerrahm-Schnittlauch-Dip, das ich mit 5 Chili-Cheese Nuggets ergänzte.

02 - McRib Bacon-Menu - McDonalds Wertheim

Kein leichter Genuss, aber ich fand es geschmacklich absolut in Ordnung. Natürlich entsprachen die servierten Stücke nicht den aufgemotzten Exemplaren aus den Werbeabbildungen, aber das sind wir ja gewohnt. Vor allem sättigte es uns für die weitere Fahrt. Und die war von weiteren Verzögerungen geprägt.
Es war so gegen 22:00 Uhr als wir in Oestrich am Hotel Zum Schwan ankamen, einem schönen alten, denkmalgeschützten Fachwerkgebäude im malerischen Oestrich-Winkel am Rhein. Gut, davon konnten wir aufgrund der Dunkelheit zu diesem Zeitpunkt nur wenig sehen, aber ich möchte es auf jeden Fall erwähnt haben. Die Hotelrezeption war zu dieser Zeit leider nicht mehr besetzt, wir konnten aber mit Hilfe eines Zahlencodes unsere Zimmerkarten an einem Automaten ziehen und so problemlos auch zu fortgeschrittener Stunde einchecken.
Das dreistöckige Gebäude war eindeutig ein Altbau, was sich unter anderem in dem steilen Rundtreppenhaus zeigte, das zu den Zimmern führte.

05 - Staircase / Treppenhaus - Hotel Zum Schwan - Oestrich-Winkel

Aber so alt das Gebäude auch war, die Zimmer erwiesen sich als modern, sauber und großzügig.

03  - Room / Zimmer - Hotel Zum Schwan - Oestrich-Winkel 04 - Bad - Hotel Zum Schwan - Oestrich-Winkel

Im Erdgeschoss befand eine kleine Bartheke, die bereits von einigen meiner Kollegen aus anderen Niederlassungen mit mitgebrachten Getränken in Beschlag genommen worden war. Dort betrieben wir noch etwas Socializing bevor es dann ins Bett ging. Am nächsten Tag sollte es früh um 7:00 Uhr schließlich zur Weinlese gehen.
Nach einem ausgiebigen Frühstück mit belegten Brötchen, Rührei, Würstchen und Bacon begaben wir uns in Fahrgemeinschaften zum Weingut der Familie Allendorf, das sich am Rand dvon Oestrich-Winkel befand.

06 - Weingut Allendorf

Nach einer kurzen Einführung durch den Chef des Betriebes persönlich begaben wir uns auf den etwa zehnminütigen Fußweg zum nahegelegenen Weinberg. Unsere Aufgabe sollte die Weinlese von Riesling-Trauben sein, wobei wir besonders darauf achten sollten nur Qualitativ gute Reben zu sammeln und den Rest hängen zu lassen. Vom daraus resultierenden Wein sollten wir in etwa einem Jahr jeder einige Flaschen erhalten.

07 - At the vineyard / Im Weinberg

Der Gros der Weinleser sollte dabei direkt mit der Ernte beschäftigt sein, während ein paar sich als “Mulis” betätigen sollten und die abgeernteten Trauben in großen Rückentornistern zum an der Straße wartenden Traktor tragen sollten. Mit unseren orangen Scheren begannen wir, die Weinreben von den Stöcken zu schneiden und in einem Eimer zu sammeln. Und es heißt Wein lesen, nicht pflücken. Dabei war uns außerdem eingeschärft worden, dass jeder nach der Ernte seine Schere zeigen müsste, da eine solche Schere in der Weinpresse leicht einen Schaden von 7.500 Euro und einen Ausfall von 24 Stunden verursachen konnte.

08 - Read wine / Wein lesen

09 - Result / Weinleseergebnis

10 - View to wine row / Blick in die Weinzeile

11 - View to rhine / Blick zum Rhein

12 -Muli Träger

Obwohl wir alle ja eher Bürohengste bzw. -stuten waren, 😉 ging die Arbeit recht gut von der Hand und die Träger hatten gut zu tun, den Inhalt sich schnell füllenden Eimer aufzunehmen und abzutransportieren. Und auch mit dem Wetter hatten wir Glück, denn am Morgen hatte es etwas nach Regen ausgesehen, doch später lockerte es auf und sogar die Sonne kam heraus.
Auf dem Hügel am oberen Ende der Weinzeile wurden während wir arbeiteten einige Bierbänke aufgebaut und eine kleine Stärkung für die freiwilligen Weinleser vorbereitet. Ich selber war früher fertig und half noch bei einer weiteren Zeile mit, bevor wir uns schließlich bei einer Kartoffelsuppe mit Bockwurst und Brötchen stärken konnten.

13 - Potato soup with sausage / Kartoffelsuppe mit Bockwurst

Die Suppe war zwar für meinen Geschmack etwas dünn geraten, aber geschmacklich dennoch sehr gelungen. Und da man sich beliebig Nachschlag holen konnte, war es kein Problem satt zu werden. Außerdem gab es noch Streuselkuchen und Kaffee, wobei ich selbst auf den Kuchen verzichtete und nur noch eine Tasse Kaffee gönnte. Nach dem Mittagsmahl ging es wieder zurück in die Weinzeilen, um weiter Wein zu lesen. Bis etwa 15:00 Uhr arbeiteten wir im Weinberg und kehrten dann erst einmal zurück ins Hotel, um uns zu duschen und frische Kleidung anzulegen.
Danach kehrten wir zurück zum Weingut, um an einer Führung durch die Weinkelterei teilzunehmen.

14 - Weinkelterei - Weingut Allendorf

Vor den Geböuden standen große Trommeln, in denen der Wein gekeltert, sprich ausgepresst wurde. In einer großen Halle dahinter lagerten große Boxen mit der sogenannten Maische, also der mit Zucker versetzten und somit zum gären angesetzten ausgepressten Trauben. Öffnete man die Boxen, sah man dass sie bis zum Rand mit Trauben gefüllt zu sein schienen, doch der Eindruck täuschte, denn das waren nur die oben schwimmenden Trauben, darunter befand sich der bereits gärende Fruchtsaft, wie uns der Chef des Gutes demonstrierte, indem er mit der Hand darin herumrührte. Vor allem der Geruch war dabei sehr interessant – aber das kann man nicht beschreiben, das muss man selbst gerochen haben.

14 - Wine mash 01 / Weinmaische 01 16 - Wine mash 02 / Weinmaische 02

Von der Halle führte eine Metalltreppe in den Keller, wo wir einen Blick auf die großen Gärfässer werfen konnten, in denen der Wein nach zwei Tagen als Maische dann reifen sollte.

17 - Im Weinkeller - Weingut Allendorf

18 - Kelterei - Weingut Allendorf

19 - Blaue Weinkelterei - Weingut Allendorf

20 - Rote Weinkelterei - Weingut Allendorf

Hier wurden wir weiter über den eigentlich Prozess der Weinproduktion aufgeklärt und durch verschiedene Bereiche mit Plastik-, Metall aber auch Holzfässern geführt, in denen teilweise der Wein dieses Jahres bereits reifte. Außerdem erhielten wir Urkunden, die uns die erfolgreiche Teilnahme an diesem Weinleseseminar zertifizierten und durften einige Schlucke des Rieslings des Vorjahre probieren. Besonders interessant fand ich dabei den Part, in dem wir in einem Raum mit verschiedenfarbiger Beleuchtung geführt wurden und man uns demonstrierte, wie sich der Geschmack eines Weißweins abhängig von der Farbe des Lichtes verändern kann. Hätte ich so vorher nicht geglaubt, ist aber tatsächlich so. Die Führung endete – wie sollte es anders sein – dann in einem kleinen Hausverkaufs-Laden, in dem man sich mit den Weinen des Hauses, aber auch Traubensaft, Traubenkernöl und anderen Produkten aus Weintrauben eindecken konnte.
Vom Laden aus wurden wir dann in einen überdachten, aber offen Innenhof geführt, in dem man uns Wein und ein ausgiebiges Abendessen servierte. Dan Anfang machte ein Salatteller mit Balsamico-Dressing und geräucherter Forelle.

21 - Appetizier salad with smoked trout / Vorspeise Salat mit geräucherter Forelle - Weingut Allendorf

War sehr gut gelungen, sogar ich als jemand der normalerweise nicht so der Salatesser ist, ließ nichts auf dem Teller zurück. Danach mussten wir leider etwas warten bevor schließlich das Hauptgericht serviert wurde: RInderroulade mit Rotkraut und Kartoffelbrei.

22 - Beef roulade with red cabbage & mashed potatoes / Rinderroulade mit Rotkraut & Kartoffelpüree - Weingut Allendorf

Dir Roulade selbst war zwar etwas locker gewickelt und hätte gerne noch etwas größer sein können, aber mit ihrer Füllung aus Gurken, Schinken und Senf war sie auch geschmacklich sehr gelungen.

23 - Roulade - Füllung / Stuffing

Zum Abschluss gab es schließlich noch einen Becher mit Kirschen garnierten Joghurt als Dessert.

24 - Yoghurt with cherries / Joghurt mit Kirschen - Weingut Allendorf

Nach dem Abendessen ließen wir den Abend mit etwas Wein und geselligem Beisammensein langsam ausklingen.
Am Samstag um 9:00 Uhr begaben wir uns, da unser eigenes Hotel Zum Schwan über keine passenden Räume verfügte, nach einem ausgiebigen Frühstück ins nahe gelegene Fine Living Hotel, wo wir den Morgen und einen Teil des Nachmittags mit einer Konferenz verbrachten – unterbrochen von einigen Kaffeepausen und einem Mittagessen mit Buffet, bei dem ich mich mit Hähnchen-Saltimbocca, gegrillten Schweinsbäckchen, etwas Salat und einer Ofenkartoffel mit Quark-Kräuter-Dip stärken konnte.

25 - Chicken saltimbocca, pork cheeks & oven potato / Hähnchen-Saltmibocca, Schweinebäckchen &Ofenkartoffel - Fine Living Hotel Oestrich-Winkel

Gegen 15:00 Uhr war die Veranstaltung schließlich vorrüber und wir machten uns auf den Heimweg. Um kurz vor 20:00 Uhr erreichten wir schließlich München und ich war froh, endlich wieder zu Hause zu sein. Ein anstrengendes, aber sehr interessantes Wochenende, das ich sehr genossen habe…

Rheinischer Sauerbraten mit Rotkohl & Klößen – das Rezept

Saturday, November 12th, 2011

Obwohl die Vorbereitungszeit ziemlich groß ist, entschloss ich mich eigentlich schon letztes Wochenende dazu mich endlich mal am Sauerbraten zu versuchen, um genau zu sein an der Rheinischen Variante mit Rosinen. Dazu schaute ich mir einige Rezepte hierzu an und versuchte dann das Beste aus allen zu einer eigenen Variante zu kombinieren. Einige sprachen davon das Fleisch nur 2-3 Tage einzulegen, da ich aber weiß dass Marinade nur ca. 1 cm pro Tag ins Fleisch einzieht entschloss ich mich dazu den Anleitungen Folge zu leisten die das Fleisch für ganze sieben Tage, also eine Woche einlegten. Und das Ergebnis war wie ich fand mal wieder sehr gelungen, daher möchte ich die Gelegenheit nutzen es hier mal kurz vorzustellen.

Was benötigen wir also für 3 – 4 Portionen?

850-900g mageren Rinderbraten, z.B. aus der Hüfte
04 - Zutat Rinderbraten

Für die Marinade:

Gewürze: 9 schwarze Pfefferkörner, 2 Lorbeerblätter, 5 Wacholderbeeren und 3 Nelken
01 - Zutat Marinade Gewürze

Gemüse: 1 Bund Suppengemüse / Wurzelgemüse, 1 Zwiebel und 2 Zehen Knoblauch
02 - Zutat Marinade Gemüse

300ml Rotwein (trocken) und 150ml Rotweinessig
03 - Zutat Marinade Wein und Rotweinessig

sowie eine kräftige Prise und Zucker und etwas Salz

Außerdem benötigen wir für den Braten:

1 mittlere Zwiebel
05 - Zutat Zwiebel

200ml Bratenfond
06 - Zutat Bratenfond

1,5 bis 2 EL Honig
07 - Zutat Honig

50-60g Soßenkuchen (ein spezieller Lebkuchen – findet man fertig im gut sortierten Supermarkt)
08 - Zutat Soßenkuchen

1 Handvoll Rosinen
09 - Zutat Rosinen

sowie etwas Pflanzenöl oder Butterschmalz zum braten

Außerdem brauchen wir noch:

Kartoffelklöße (Ich wählte fertige im Kochbeutel)
10 - Zutat Kartoffelknödel

1 große Dose Rotkohl
11 - Zutat Rotkohl

2 Nelken und 1 Lorbeerblatt (Optional für den Rotkohl)
12 - Zutat- Nelken und Lorbeerblatt

2-3 TL Preiselbeer-Gelee (Optional für den Rotkohl)
13 - Zutat Preiselbeergelee

Wir beginnen also sieben Tage bevor wir das Gericht zubereiten wollen erst einmal damit, das Fleisch einzulegen. Dazu waschen wir das Gemüse und zerkleinern es grob
14 - Gemüse grob schneiden

geben es in ein Behältnis, addieren die Gewürze in Form von Lorbeerblättern, Pfeffer, Wacholderbeeren und Nelken
15 - Gemüse und Gewürze in Schüssel-geben

und gießen es dann mit Rotwein und Rotweinessig auf.
16 - Mit Wein und Rotweinessig aufgießen

Außerdem geben wir – als geschmacklichen Gegensatz zu der Säure des Essigs – noch eine großzügige Menge Zucker (2-3 TL) sowie eine Prise Salz hinzu
17 - Mit Salz und Zucker würzen

und verrühren alles kräftig miteinander.
18 - Verrühren

Anschließend geben wir die so entstandenen Beize oder Marinade gemeinsam mit dem Fleisch in ein verschließbares Behältnis und lassen es für sieben Tage im Kühlschrank ruhen, wobei wir es alle ein bis zwei Tage wenden. Ich entschied mich hier für eine große Gefriertüte, aus der ich die Luft herauspresste und sie dann mit einem Klipp verschloss. Eine Schüssel legte ich aber trotzdem unter, man weiß ja nie.
19 - Fleisch in Wein-Essig-Gemüse-Mischung einlegen

Eine Woche später:

Nach einer Woche entnehmen wir das eingelegte Fleisch aus dem Kühlschrank und legen es trocken. Dabei bitte sorgfältig die Oberfläche des Fleisches absuchen, denn durch das lange liegen drückt sich gerne mal eine Wacholderbeere oder Nelke in die Oberfläche, die wir später natürlich nicht im Sud haben wollen. Das Gemüse mit der Marinade legen wir bei Seite, da wir es später noch einmal benötigen
21 - Fleisch aus Marinade nehmen

Jetzt schneiden wir eine Zwiebel in Würfel
20 - Zwiebel zerkleinern

und braten das Fleisch dann in einem großen Topf oder einem Bräter in etwas Pflanzenöl oder Schmalz kräftig rundherum an. Zum Wenden sollte man dabei aber eine Zange verwenden, da wir an dieser Stelle verhindern sollten das Fleisch anzustechen und den Bratensaft austreten zu lassen. Hier ist Vorsicht geboten, denn das Fleisch ist noch feucht und es spritzt daher beim Braten etwas.
22 - Fleisch von allen Seiten scharf anbraten

Ist das Fleisch von allen Seiten angebraten, schalten wir die Kochplatte etwas herunter und geben die Zwiebelwürfel hinzu, die wir goldbraun werden lassen
23 - Zwiebeln mit rösten

dann geben wir den Honig hinzu und lassen ihn kurz karamellisieren.
24 - Honig dazu und karamellisieren-lassen

Durch ein Sieb – damit verhindern wir dass Gewürze oder Gemüse mit in den Topf fällt – gießen wir nun etwa die Hälfte der Marinade-Flüssigkeit aus Rotwein und Rotweinessig hinein
25 - Marinade angießen

gießen den Bratenfond auf
26 - Bratenfond dazu

und lassen dann alles für etwa zwei Stunden auf mittlerer Stufe geschlossen langsam vor sich hin schmoren
27 - Geschlossen schmoren lassen

wobei wir es etwa alle 30 Minuten vorsichtig wenden.
28 - Gelegentlich wenden

Nach den zwei Stunden können wir dann zuerst einmal die Kartoffelklöße ansetzen.
30 - Klöße ansetzen

Dann entnehmen wir den Braten und stellen ihn warm. Ich wickelte ihn dazu in etwas Alufolie ein. Das Fleisch war zu diesem Zeitpunkt bereits so schon zart und mürbe, dass ich Probleme hatte es mit der Zange zu greifen.
29 - Braten entnehmen

Nun bröseln wir das Soßenenkuchen nach und nach in den Sud
31 - Soßenkuchen hinein bröseln

verrühren ihn gut
32 - Gut verrühren

und lassen alles kurz aufkochen damit sich der Soßenkuchen gut auflöst. Danach können wir die Kochplatte auf die niedrigste Stufe schalten.
33 - Kurz Aufkochen lassen

Anschließend geben wir noch die Rosinen hinein.
34 - Rosinen hinein

Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt das Rotkraut mit den Gewürzen und etwas Wasser aufzusetzen.
35 - Rotkohl aufsetzen

Während der Rotkohl kocht, wickeln wir unser warm gestelltes Fleisch aus der Alufolie und schneiden es in Scheiben. Dabei sollten wir unbedingt auf die Maserung achten und entgegen dieser schneiden, da ansonsten das Fleisch zerfasert.
36 - Fleisch schneiden

Das so zerteilte Fleisch legen wir zurück in die Sauce damit es wieder auf Temperatur kommt.
37 - Fleisch zurück in Sauce geben

Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt den Preiselbeer-Gelee unter das Rotkraut zu rühren – das gibt dem Gemüse noch zusätzlich eine angenehm fruchtige Note wie ich finde.
38 - Gelee in Rotkohl einrühren

Sobald die Klöße fertig gekocht sind
39 - Klöße fertig

schrecken wir sie noch unter kalten Wasser ab
40 - Klöße abschrecken

und können anschließend unser fertiges Gericht servieren.
41 -  Sauerbraten mit Rotkohl & Klößen - serviert

Diese europäisch-deutsche Variante eines süß-sauren Gerichts ist doch immer wieder ein Genuss wie ich feststellen durfte. Das Fleisch war durch die lange Zeit die es in der Marinade verbracht hatte angenehm zart und durch das schmoren zusätzlich vor allem außen etwas Mürbe geworden. Ganz innen war es wiederum noch etwas fester, aber zum Glück nur leicht trocken – dabei erwies sich der Geschmack als ganz leicht säuerlich so wie es sein sollte. Die dickflüssige Sauce, die durch die Beigabe von Soßen-/Lebkuchen und Rosinen einen etwas süßeren Geschmack angenommen, was wunderbar mir dem Fleisch harmonierte. Gemeinsam mit dem fruchtigen und würzigen Rotkraut und den Kartoffelklößen als Sättigungsbeilage ein wirklich sehr gelungenes Gericht.
42 - Sauerbraten mit Rotkohl & Klößen - CloseUp
Ich hatte ja zuerst befürchtet dass das Fleisch bei so langer Liegezeit im Kühlschrank verderben könnte, doch dank des Einlegens in Essig und Wein hatte es keinerlei Schaden genommen und erwies sich nach dem Braten als wahrer Genuss. Für meinen ersten selbst gemachten Sauerbraten konnte ich wirklich sehr zufrieden sein und hoffe mit dieser bebilderten Anleitung dem einen oder andere Hobbykoch eine Anregung für ein wirklich leckeres Gericht gegeben zu haben.

Guten Appetit

Feldsalat mit Champignons & Kartoffeldressing, Rotwein-Rouladen und Apple Crumble – das Kochevent

Tuesday, November 1st, 2011

Gestern fand endlich ein größeres, schon länger geplante Koch-Event statt und ich bin doch tatsächlich mal “Fremd-Kochen” gegangen. Durch die Aufgabenteilung auf mehrere Personen kann ich natürlich nicht die übliche Detailfülle an Fotos bieten wie es sonst hier üblich ist, ich versuche aber mal mit dem vorhandenen Bildmaterial einen Gesamteindruck zu vermitteln.

Auf dem Speiseplan standen:

  • Vorspeise: Feldsalat mit Champignons & Kartoffeldressing
  • Hauptgang: Rotwein-Rouladen mit Rotkraut und selbstgemachten Spätzle
  • Nachspeise: Apple-Crumble mit in Rum eingelegten Rosinen
  • Werfen wir erst einmal einen Blick auf die benötigten Zutaten – für jeweils 3-4 Portionen

    Für den Salat samt Dressing benötigen wir:
    150g Feldsalat
    300g mehlig kochende Kartoffeln
    2 Knoblauchzehen
    60g Schalotten (oder Zwiebeln)
    300ml Geflügelfond
    2 EL Weißweinessig
    100ml Schlagsahne
    100g Champignons
    2EL Olivenöl
    Salz & Pfeffer zum würzen

    Für die Rinder-Rouladen werden benötigt:
    4 große Roulade vom Rind
    200g gewürfelter Speck
    2-3 Zwiebeln
    etwa Senf – wir wählten eine Sorte mit Knoblauch & Petersilie
    2 Zweige Rosmarin
    40g Butter oder Butterschmalz
    2 Petersilienwurzeln
    2 mittlere Stangen Lauch
    2 kleine Gelbrüben
    3 Karotten
    ein Stück Knollensellerie
    3-4 EL Tomatenmark
    500ml trockenen Rotwein
    250ml Portwein

    Für die Spätzle:
    2 Eier
    ½ TL Salz
    250g Mehl
    125ml Wasser

    Für das Rotkraut:
    400-500g Rotkraut (Dose oder Glas)
    2 Lorbeerblätter
    4 Nelken
    n.B. Preiselbeeren
    einen kräftigen Schuss Rotwein
    etwas Wasser

    Für den Apple Crumble:
    40g Rosinen
    einen Schuss Rum
    450-500g Apfel – am besten Golden Delicious
    1 EL Zucker
    1/2 TL Zimt
    1 Prise gemahlene Nelken
    1 Glas trockener Weißwein
    1/2 Zitrone – den Saft davon
    40g Mehl
    10g gemahlene Mandeln oder Nüsse
    40g geschmolzene Butter
    25g Zucker
    1 Messerspitze Salz
    150-200g Creme fraiche (als Garnitur)

    Am besten beginnen wir bei der Zubereitung mit den Rinder-Rouladen, da diese am längsten benötigen. Dazu bereiten wir erst einmal die verschiedenen Gemüsesorten vor. Die Zwiebel wird fein gewürfelt, die Petersilienwurzel geschält und klein geschnitten, die Gelbrüben werden ebenfalls geschält und zerkleinert, der Lauch wird geputzt und in Ringe geschnitten und die Knollensellerie gereinigt und in kleine Stücke zerteilt. Sollten wir Speck am Stück gekauft haben, wäre dieser ebenfalls noch zu würfeln. Von den Karotten schneiden wir die eine Hälfte in Scheiben und die andere Hälfte, die wir für die Füllung verwenden wollen, in dünne Streifen.
    Anschließend waschen wir das Rouladenfleisch, trocknen es und klopfen es mit einem Fleischhammer etwas flach bevor wir sie von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen und von einer Seite mit Senf bestreichen.

    01 - Rouladen würzen und mit Senf bestreichen

    Dann belegen wir sie mit Zwiebelwürfeln, Speckwürfeln und Karottenstreifen, klappen sie an der Seite um damit nichts herausfallen kann
    02 - Rouladen belegen
    und rollen sie schließlich zusammen, um sie dort mit einer Rouladennadel oder (wenn diese nicht im Haus) mit einem Zahnstocher zu sichern.
    03 - Rouladen aufrollen

    In einer großen Pfanne oder einem Bräter erhitzen wir dann reichlich Pflanzenöl und braten die Rinderrouladen rundherum scharf an. Das ist wichtig damit sich reichlich Röststoffe bilden die ja einen Teil des Geschmackes von Rouladen ausmachen.
    04 - Rouladen scharf anbraten

    Anschließend entnehmen wir sie und legen sie bei Seite. Wir haben sie anschließen in einem leicht warmen Backofen gestellt damit sie nicht ganz auskühlen.
    05 - Bei Seite legen

    Nachdem wir die Temperatur herunter gedreht haben, braten wir Lauch, Möhren, Sellerie, Petersilien- und Gelbwurz in der Pfanne kräftig an
    06 - Gemüse anbraten

    und geben dann Rosmarin und Tomatenmark hinzu, welches wir kurz mit anrösten
    07 - Tomatenmark und Rosmarin dazu

    bevor wir es mit ein wenig vom Rotwein und Portwein aufgießen
    08 - Mit Wein aufgießen

    einkochen lassen
    09 - einkochen lassen

    und wieder Wein nachgießen. Diesen Prozess wiederholen wir so lange bis der Wein bis auf einen kleine Rest eingekocht ist.
    10 - nachgießen

    Jetzt legen wir die Rouladen zurück in die Pfanne
    11 - Rouladen hinein

    übergießen sie mit dem Rest des Weins,
    12 - Mit Rest Wein übergießen

    würzen sie noch mit etwas Instant-Gemüsebrühe und lassen sie abgedeckt für eineinhalb bis zwei Stunden vor sich hin schmoren.
    13 - schmoren lassen

    Während die Rouladen vor sich hin schmoren, können wir uns den anderen Komponenten zuwenden. Fangen wir mit den Spätzle an. Dazu geben wir Eier, Mehl, Salz und Wasser in eine große Schüssel und kneten sie so lange durch bis eine blasige Teigmasse entsteht. In einem großen Topf erhitzen wir dann reichlich Salzwasser zum kochen und hobeln die Teigmasse mit einem Spätzlehobel hinein.
    14 - Spätzle hobeln
    Sobald sie oben schwimmen, schöpfen wir die Spätzle mit einem Schöpflöffel ab und lassen sie gut abtropfen.
    15 - Spätzle schwimmen oben

    Zwischendurch dürfen wir natürlich nicht vergessen die Rouladen auch mal in ihrer Sauce zu wenden.
    16 - Rouladen wenden

    Haben wir die gesamte Teigmasse zu Spätzle verarbeitet, können wir uns schließlich dem Salatdressing zuwenden. Dazu kochen wir einige Kartoffeln als Pellkartoffeln und während die Kartoffeln kochen würfeln wir die Schalotten in kleine Stücke
    17 - Schalotten würfeln
    und hacken das Knoblauch fein.
    18 - Knoblauch fein hacken
    Beides dünsten wir in etwas Olivenöl glasig an
    19 - Zwiebeln und Knoblauch andünsten
    und gießen es dann mit 300ml Geflügelfond
    20 - Mit Geflügelfond aufgießen
    und 100-120ml Sahne auf
    21 - Sahne dazu
    und lassen es im Topf aufkochen.
    22 - aufkochen lassen
    Anschließend gießen wir alles in ein hohes Behältnis. Sobald die Kartoffeln gekocht sind, schälen wir diese und pressen sie mit in die Sauce aus Sahne, Zwiebeln und Knoblauch.
    23 - gepresste Kartoffeln addieren
    Dann vermengen wir alles mit dem Zauberstab und schmecken es noch nach Geschmack mit Salz und Pfeffer ab.
    24 - verquirlen

    Außerdem können wir jetzt auch den Apple Crumble vorbereiten. Zuerst legen wir die Rosinen in etwas Rum ein. Dann Schälen wir die Äpfeln, vierteln sie und geben sie in einen Topf wo wir sie mit Zucker, Zimt und Nelkenpulver würzen und dann mit dem Zitronensaft und dem Weißwein übergießen. So gefüllt stellen wir den Topf auf den Herd und erhitzen alles bis die Apfel gut durchgekocht aber nicht zu weich ist.
    25 - Äpfel kochen

    Parallel fügen wir 40g Mehl, 10-15g gemahlene Mandeln oder Nüsse, 40g geschmolzene Butter, 25-30g Zucker und eine Messerspitze Salz in eine Schüssel
    26 - Streuselzutaten in Schüssel geben

    und verrühren alles so lange bis eine Streuselmasse entsteht.
    27 - Zutaten vermengen (Streusel herstellen)

    Sind die Äpfelstücke fertig gekocht, verteilen wir sie in einer passenden Form – wir verwendeten eine Gratinform – gießen etwas der Weißweins auf den Topf hinzu und verteilen dann die Rosinen ohne den Rum darüber und bestreuen zum Abschluss alles mit den Streuseln.
    28 - Bestreuen

    Das Ganze muss dann bei 180 Grad für ca. 20 Minuten im Backofen fertig gebacken werden.

    Außerdem dürfen wir natürlich nicht den Rotkohl vergessen. Dazu geben wir das leicht vorgekochte Gemüse auf der Dose oder dem Glas in einen Topf, gießen es mit einem kräftigen Schuss Rotwein und etwas Wasser auf und würzen es mit zwei Lorbeerblättern und vier Nelken, wo wir alles erhitzen und kochen bis es fertig gekocht ist. Während des Kochens rühren wir noch einen großzügigen Teelöffeln Preiselbeeren unter.
    29 - Rotkraut kochen

    Haben wir unsere Rouladen gut durchgeschmort, entnehmen wir sie temporär aus der Sauce, stellen sie im Ofen warm
    30 - Rouladen bei Seite legen

    und geben die Masse aus Sauce und Gemüse in ein Sieb.
    31 - Gemüse in Sieb geben

    Dort passieren wir alles durch ein Sieb mit Hilfe eines passenden Werkzeuges
    32 - Gemüse durch Sieb passieren

    bis eine dickliche, würzige Masse entsteht. Das hat auch den Vorteil dass die Rosmarinnadeln im Sieb zurückbleiben.
    33 - passierte Sauce

    Diese geben wir dann zurück in die Pfanne, verrühren, strecken sie dort etwas mit Sahne und Wasser
    34 - Mit Sahne und Wasser strecken

    und verrühren sie zu einer sämigen Sauce
    35 - zu sämiger Sauce verrühren

    in die wie dann die Rouladen dann zurück legen und dort wieder erhitzen.
    26 - Rouladen zurück legen

    Abschließend schneiden wir noch die Champignons in Scheiben und braten sie in etwas Butter an.
    27 - Champignons andünsten

    Nachdem wir den Feldsalat mit unserem Kartoffeldressing angerichtet haben, geben wir die frisch gebackenen Champignons darauf und servieren dann alles als Entrée.
    28 - Feldsalat mit Kartoffeldressing und Champignons - serviert

    Es folgen die Rouladen, die wir mit unserem selbstgemachten Spätzle und dem Rotkraut kombinieren.
    29 - Rouladen mit Spätzle und Rotkraut - serviert

    Die gut geschmorten, weichen und leicht mürben Rouladen mit ihrer Füllung aus Zwiebeln, Speckwürfeln und Karottenstreifen waren mal wieder perfekt gelungen. Gemeinsam mit der unglaublich würzigen Sauce ein kulinarischer Hochgenuss. Aber natürlich waren auch das Rotkraut und die Spätzle – zumal selbst hergestellt – nicht zu verachten.
    30 - Rouladen -  CloseUp

    Als Dessert kam schließlich der Apple Crumble ins Spiel, der inzwischen ja fertig gebacken war.
    31 - AppleCrumble - fertig gebacken

    Dieser wird, am besten noch warm, mit einer kräftigen Portion Creme fraiche serviert. Die durch das Backen endgültig weich gewordenen Apfelstücke in Kombination mit den in Rum eingelegte Rosinen und dem knusprigen Streuseln ein mehr als gelungener Abschluss des gestrigen Abendmahls.
    32 - AppleCrumble mit Creme fraiche - serviert

    Auch wenn der Aufwand etwas höher war, hat er sich mal wieder absolut gelohnt. Auf die Idee ein Salatdressing aus Sahne UND gepressten Kartoffeln herzustellen war ich vorher noch nie gekommen. Kombiniert mit frisch angedünsteten Champignons an einem Feldsalat eine wahrlich großartige Vorspeise. Der Hauptgang war aber natürlich der große Hit, mit seinen gut durchgeschmorten Rouladen in der würzigen Sauce, dem fruchtigen Rotkraut mit Rotweinnote und schließlich den weichen, selbst gemachten Spätzle oder besser Knöpfle ein unglaublich leckeres Gericht. Und natürlich gab es auch am Dessert in Form eines gebackenen Apple Crumbles absolut nichts auszusetzen. Ich war sehr zufrieden und gemeinsam mit anderen macht das Kochen umso mehr Spaß. 😉

    Guten Appetit