Archive for October 20th, 2007

Regenfront

Saturday, October 20th, 2007

Bereits am Morgen verhielt sich das Wetter hier sehr seltsam – es wirkte schwül und trotzdem wehte eine steife Brise von Osten her ins Land. Dieser Zustand verstärkte sich bis zum Mittag hin immer mehr – ich möchte die immer wieder aufkommenden Böhen, die durch die tiefen Straßenschluchten der Stadt fegten wurden gar als eine Art “weichen Wind” bezeichnen, denn ihm fehlten durch die jegliche Schärfe, die man normalerweise mit einer solches Windphänomen gerade am Ufer des Atlantischen Ozeans erwarten würde. Und gegen Mittag fing es dann an leicht zu regnen, aber in so dünnen Tropfen, daß es eher dem prickeln auf der Haut gleich kam, welches man spürt wenn in ein eingeschlafenes Bein oder ein Arm wieder stärker durchblutet wird. Und dazu der hohe Luftdruck verbunden mit der immer weiter steigende Schwüle, welcher die Stadtbewohner, die sich außerhalb aufhielten den Schweiß sanft aus den Poren trieb. Wir alle, auch wir Neulinge hier in der Stadt wußten irgendwie bereits was auf uns zukam – und am späten Nachmittag brach er dann los: Der Regensturm. Im diffusen Licht der wenigen Lichtstrahlen, welche die Wolkendecke noch durchdringen konnten trieben die nun immer noch stärker wehenden Böhen regelrechte Wellen von warmen Regen über den Asphalt der Straßen am Ufer des Charles River und der Boston Bay. Wer jetzt nicht unbedingt draußen sein mußte, blieb in den glücklicherweise meist klimatisierten Büros und Geschäften.

Als wir Abends aufbrachen, um zurück ins Hotel zu gelangen, kämpften wir uns durch den dichten Verkehr auf der Interstate 93 in Richtung Norden. Kurz vor Woburn passierte es dann fast: Ich mußte im Regen bremsen, hörte hinter mir das quietschen von Reifen und ein Blick in den Rückspiegel zeigte mir, daß sich zwei runde Scheinwerfer in beängstigender Geschwindigkeit dem Heck nährten.

Geistesgegenwärtig gab ich etwas Gas und ließ den Wagen nach vorne und nach rechts auf die Standspur neben uns springen – ansonsten hätte es wohl geknallt. Der Wagen hinter uns kam so aber glücklicherweise noch rechtzeitig zum stehen. Das wäre die absolute Krönung gewesen, wenn uns irgend ein Einheimischer noch wegen überhöhter Geschwindigkeit ins Heck gefahren wäre.
Dennoch, das Wetter setzte sich bis vor etwa einer Stunde mit heftigen Regenschauern und einer ungewöhnlichen Wärme fort wie oben beschrieben.
Ums mal salopp zu sagen: ziemlich beschissen – und das natürlich gerade zum Wochenende hin. 🙁 Die Wettervorhersage sagt für morgen zwar auch Regen vorraus – aber bisher soll es am Sonntag wenigstens wieder sonniger werden. Ich hoffe das Beste.

Vergesslich

Saturday, October 20th, 2007

Da hat wohl jemand beim Tanken etwas wichtiges vergessen… 😉

Gesehen am Freitag, 19. Oktober 2007 auf der Abfahrt Richtung Storrow Drive von der Interstate93 South, Boston, MA.

Bahlsens Pulp Fiction

Saturday, October 20th, 2007

Werbespot von Bahlsen – mit Jürgen Drews und Roberto Blanko. Auch wenn meine Quelle (sh. unten) nach der Kreativ-Polizei ruft, empfinde ich das Ganze doch als gut ganz gelungen Spoof dieser weltberühmten Szene aus Quentin Tarantinos Meisterwerk Pulp Fiction.

[via]

Chicken Shawarma Combo [19.10.2007]

Saturday, October 20th, 2007

Das aceituna café hatte ich ja bereits am Dienstag, dem 09. Oktober 2007 kurz nach unserer Ankunft hier einmal vorgestellt. Heute wandten wir uns nun das zweite mal dort hin, um unsere Mittagsspeisen zu uns zu nehmen.

Als wir herein kamen, fanden wir eine riesige Schlange vor der Theke, in die wir uns einreihen mußten. Als wir dann endlich an der Reihe waren, wurde zumindest ich was die Freundlichkeit der Mitarbeiter betrifft das erste mal hier vollkommen enttäuscht. Nach dem Kategorischen “Next.” wurde ich von einer vollkommen überschminkten weißen Endvierzigeren ziemlich harsch abgefertigt, als ich mir meine Chicken Shawarma Combo für 8,25 US-$ (ca 5,77 €uronen) bestellte. Außerdem konnte ich beobachten, mit was für einer Lieblosigkeit das Essen hinter der offenen Theke zubereitet wurde. Die Kassierin war zwar ein wenig freundlicher, aber eines der üblichen “How are you?” oder auch nur ein Lächeln wie ich es unter gleichem Andrang in anderen Locations hier erlebt habe, erwartete man vergebens. In meiner Heimat hätte ich das als normale “Servicewüste Deutschland” abgetan – aber hier in den USA ein wahrer Affront.
Nachdem wir das bestellte Essen erhalten hatten – ich wählte als Beilage zur Combo Pommes Frites und als Getränk eine Dose Dr. Pepper, ließen wir uns an einem der Tische nieder, von denen trotz des großen Andrang noch genügend frei waren.

Das Essen selbst war dann auch eher enttäuschend muß ich sagen. Im Grunde genommen sind die hier als “Pita Rollups” bezeichneten Speisen ja dem deutschen türkischen Döner Kebap sehr ähnlich – und von einem Döner erwarte ich, daß Salat, Soße und Fleisch einigermaßen vermischt im Teigmantel verbreiten. Selbst der hinterste Gammelfleisch-Kebapgriller würde so vorgehen (politisch inkorrekt, ich weiß, aber es ist nun einmal so) – nicht aber so im aceintuna. Hier sortiert man das Fleisch auf die eine Seite, das Gemüse in die Mitte und die Soße auf die andere Seite. Mag ästhetisch ja ganz nett sein und Ordnung muß ja auch sein – aber zum Verzehr ist diese Anordnung meiner nach einfach ungeeignet.

Daß die Pommes Frites ziemlich schlabbrig waren und auch nicht den Anforderungen entsprachen, erwähne ich hier nur noch der Vollständigkeit halber. In korrekter Mischung wäre der Pita mit Sicherheit in Ordnung gewesen – auch wenn einige der Gemüsestücke die Grenze der mundgerechten Größe etwas überschritten und dazu auch recht bissfest waren – daher will ich nicht alles hier schlecht machen. Dennoch hat mich der heutige Besuch im aceintura café eher enttäuscht. Es kann durchaus sein, daß ich der Einrichtung noch eine Dritte Chance gebe – in diesem Fall sollten sie sich aber doch etwas mehr anstrengen… 😉