Archive for the ‘München’ Category

München für Zugereiste – Harald Hordych – ein Buchreview

Thursday, March 22nd, 2012

Empfohlen wurde mir das Buch München für Zugereiste des Journalisten und Autors Harald Hordych bereits vor längerer Zeit in einer Folge von Annik Rubens Podcasts Schlaflos in München – und da ich ja vor nicht allzu langer Zeit tatsächlich nach München zugereist, also hierher gezogen war habe ich mir die Printausgabe gleich mal besorgt und jetzt endlich auch in einem recht schnellen Rutsch durchgelesen. Das Buch ist allerdings, dies sei gleich zu Beginn bemerkt, kein Reiseführer der auf irgendwelche Sehenswürdigkeiten eingeht. Viel mehr nimmt Harald Hordych, der als Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung arbeitet, den Leser mit auf einen amüsanten und kurzweiligen Streifzug durch die bayrische Hauptstadt und beschreibt dabei nicht nur die Besonder- und Eigenheiten seiner teilweise etwas schrullig aber doch liebenswert dargestellten Bewohner sondern geht auch auf teilweise auf die historischen und aktuellen Geschichten von Gebäuden, Stadtvierteln oder teilweise weniger bekannten Sehenswürdigkeiten ein. Dabei gelingt es ihm meiner Meinung nach wunderbar, dem Leser ein – wie soll ich es am besten nennen – “Gefühl für die Stadt” zu geben. Zwischendurch kommen dabei aber auch immer wieder sogenannte “Experten” wie den Pressesprecher der hiesigen Polizeipräsidiums, aber auch Prominente wie Uli Hoeneß oder Wolfgang Wenger zu Wort, die dem Leser aus ihrer Sicht vermitteln warum gewisse Dinge in München eben genau so laufen wie sie laufen. Das eindeutig mit einem Augenzwinkern zu verstehende, aber auf der andere Seite lehrreiche Büchlein hat meinen Horizont als zugezogener (nicht mehr ganz Neu-) Münchner auf jeden Fall amüsant erweitert. Aber jenen Leuten die nicht nach München gezogen sind oder dies Vorhaben, kann ich diese 176 Seiten starke Büchlein wirklich ans Herz legen. Ich denke ich verstehe nach dessen Lektüre nun deutlich besser, warum der Himmel über dem Millionendorf München tatsächlich blauer ist als anderswo in Deutschland.

Aus! Servus Endlich!

Saturday, February 18th, 2012

Aus! Servus Endlich!

Reaktionen verschiedener regionaler und überregionaler Zeitungen auf den Rücktritt von Bundespräsident Wulff in fast poetischer Anordnung

Aufgenommen heute im Einstein Center in München

Restaurant Budapest in München – ein Kurzreview

Sunday, February 5th, 2012

Heute blieb mal Ausnahmsweise die Küche kalt, denn ich ich war zum Mittagessen mit einem ungarischen Kollegen im Budapest verabredet, einem Ungarischen Restaurant das wir schon im Sommer in der Einsteinstraße 119 hier in München entdeckt hatten und heute endlich mal einem Test unterziehen wollten.


Größere Kartenansicht

Als wir die Räumlichkeiten betraten, waren bereits die meisten der Tische besetzt, doch wir fanden trotz des relativ großen Gästeaufkommens einen freien Tisch und nahmen Platz. Bald schon hatten wir auch die Speisekarten vor uns liegen und konnten damit beginnen unsere Auswahl zu treffen. Neben einer wechselnden Mittagskarte, die aber soweit ich das sah nur wochentags gültig ist, fanden wir in dieser zweisprachig ausgelegten Karte ein reichhaltiges Angebot aus verschiedenen Bereichen der ungarischen Küche, aufgegliedert nach Suppen, Vorspeisen, Fisch, Geflügel, Rind, Schwein und Desserts. Vieles davon klang wirklich sehr lecker und ich hatt Probleme mich festzulegen, doch letztlich fiel meine Wahl auf eine Puszta-Suppe als Vorspeise und eine Rinderfilet “Budapest” mit Salat. Ursprünglich bestand die Sättigungsbeilage zwar aus Reis, die aber auf Wunsch kostenlos durch Pommes Frites ersetzt wurde. Nachdem wir unsere Bestellungen aufgegeben hatten, begann erst einmal das Warten, das uns jedoch mit einem kleinen, kostenlosen Appetithappen aus einem Stück Toast mit einer Scheibe Füstölt Kolbász, einer ungarischen Wurstzubereitung, und einem Klecks einer scharfen Paprikasauce.
Entrée - Füstölt Kolbász & Toast
Kaum hatten wir unsere Häppchen mit einem schnellen Biss verschlungen, wurde auch schon ein Korb mit frischem Weißbrot gebracht und wenig später brachte man uns die Puszta-Suppe, die man sehr stilecht in emaillierten Kesselchen servierte.
Puszta-Suppe / Puszta soup
Diese mit angenehm viel Knoblauch zubereitete Suppe besaß eine reichhaltige Einlage aus zarten Rindfleischwürfeln, Paprika, Kartoffelstückchen und hausgemachten, ungarischen Nockerln – eine sehr leckere, wenn auch recht reichhaltige Vorspeise, die ich mir noch mit einem Löffelchen einer bereitgestellten scharfen ungarischen Paprikapaste etwas schärfer würzte.
Auf die Hauptspeise mussten wir dann etwas länger, aber noch im akzeptablen Zeitrahmen warten, vorher wurde aber bereits die Salatzubereitung aus Gurken und Salatblättern mit einem leichten Essig-Dressing die uns auch hier die Wartezeit verkürzte.
Gurkensalat / Cucumber salad
Und schließlich wurde dann auch das heutige Hauptgericht serviert, das bereits oben erwähnte Rinderfilet “Budapest”.
Rinderfilet "Budapest" / Beef filet "Budapest"
Unter einer würzigen Variation aus Stücken von Hähnchenleber, Paprikastreifen in verschiedenen Farben, Tomatenstücken und Pilzen fand sich ein großes, saftiges und zartes Stück Rinderfilet, das sich als außen gut durchgebraten und innen zart rosa herausstellte, so wie es sein sollte. Zusammen mit knusprigen, schmalen Pommes und einem kleinen Klecks Krautsalat ergab das alles ein Gericht, das seinen recht stolzen Preis von 16,90 Euro meiner persönlichen Meinung nach absolut wert war.
Wer die ungarische Küche zu schätzen weiß und gerne mal etwas probieren möchte, das nicht nur dem bekanntesten essenstechnischen Exportschlager dieses osteuropäischen Landes, nämlich Pörkölt (in Deutschen meiste Gulasch genannt, den es aber natürlich auch hier gibt) entspricht, dem kann ich einen Besuch hier absolut ans Herz legen. Die Ausstattung ist gemütlich und stilecht, die Bedienungen waren stets freundlich und zuvorkommend und die Qualität des angebotenen Essen ließ keine Wünsche offen. Insgesamt waren wir beide mehr als zufrieden mit unserem ersten und bestimmt nicht letzten Besuch im Restaurant Budapest hier in München.

Bier für € 88,88

Saturday, November 26th, 2011

€ 88,88

(Gesehen im Edeka-Simmel im Einstein-Center, München)

Erscheint im ersten Moment zwar teuer, aber immerhin wären das bei 88 x 8,88 Liter insgesamt 781,44 Liter Bier. Der Liter Altenmünster Bier würde somit (entgegen der Angabe unten links) knapp 0,11 € kosten – ein wahres Schnäppchen. Musste mich wirklich zurückhalten nicht zuzuschlagen.

Ist natürlich Quatsch – aber wäre interessant gewesen das mal an der Kasse auszutesten und sich dann auf die Auszeichnung zu berufen. Dabei notfalls noch den Filialleiter hinzu holen lassen und auf den Preis bestehen, weil er ja ausgezeichnet war. Glaube aber nicht dass hier rechtlich ein Kaufvertrag nach § 433 BGB zustande gekommen wäre.
Einziger Knackpunkt wäre gewesen, dass ich mir wohl einen Gabelstapler hätte mieten müssen, denn bei ca. 1kg pro 1 Liter Bier plus das Gewicht der Glasflaschen hätte ich die Menge wohl kaum in meinen Einkaufswagen bekommen. *g*

PS: Der reale Preis war im übrigen 2,99 Euro für 4 x 0,5 Liter

Bitte helfen Sie uns trennen!

Thursday, October 27th, 2011

Bitte helfen Sie uns trennen!


Gesehen im El patio hier in München.

Oktoberfest 2011 – ein Rundgang

Monday, October 3rd, 2011

Heute geht es wieder mal zu Ende: Das wohl größte und internationalste Trinkgelage der Welt, das Oktoberfest in München. Natürlich war ich wieder mehr als ein Mal dort gewesen, doch dieses Jahr möchte ich alles in einem Beitrag zusammenfassen – im dritten Jahr in Folge die ich hier in München arbeite und das Oktoberfest besuche – siehe dazu auch die Berichte vom Oktoberfest 2009 und dem Oktoberfest 2010 (Teil 1 / Teil 2) – stellt sich natürlich eine gewisse Ernüchterung und Gewöhnung ein.

Oktoberfest 2011 - Eingang

Dennoch war das Ganze auch dieses Jahr natürlich wieder einen Besuch wert. Sobald man die Gedenkstehle für den Oktoberfestanschlag von 1980 passiert hat

Gedenkstehle Oktoberfestanschlag

erreicht man auch schon das bunte Treiben auf der Theresienwiese und befindet sich in der berühmten Bierzelt-Straße. Gleich rechts findet sich wie immer das berühmte Hippodrom, das sich ja vor allem durch seine Promi-Dichte auszeichnen soll. Das konnte ich zwar nicht bestätigen, denn ich glaube eher dass die meisten in die kleineren Zelte gehen, doch das Gerücht hält sich stetig.

Hippodrom
Hippodrom Festzelt

Etwas weiter auf der linken Seite finden wir schließlich das Fischer-Vroni-Festzelt, das zwar recht groß ist, aber von seiner Fassade her eher unscheinbar daherkommt verglichen mit den anderen Festzelten. Dabei ist es nur unwesentlich kleiner als diese.

Fischer-Vroni
Fischer-Vroni Zelt – Frontansicht

Fischer-Vroni
Fischer-Vroni-Festzelt

Zwischen den Festzelten finden sich verschiedene Buden mit Süßigkeiten und mehr oder weniger lokalen Snacks. Bei einem Hendelpreis von über 9 Euro ist das eine gute Alternative zum Essen im Zelt – und Bier macht ja bekanntlich hungrig.

Süsse Spezialitäten Wildmoser
Links: Süße Spezialitäten – Rechts Wildmoder Alt-Münchner Entenbraterei

Als nächstes folgt rechte Hand das Armbrustschützenzelt, auf das man sich auch zubewegt wenn man von der U-Bahn Station Theresienwiese in Richtung Bierzeltstraße geht – ein imposantes Gebäude, das sich unter anderem durch seinen Turm links des Eingangs auszeichnet.

Armbustschützenzelt
Armbrustschützenzelt

Direkt vor dem als nächstes folgendem Spatenbräu-Festzelt, hatte man dieses Jahr das große Kettenkarussell Wellenflug hin verlegt. Von den Jahren zuvor kannte ich es eher deutlich weiter hinten direkt an der Ecke beim Riesenrad, doch wahrscheinlich gibt es hier vorne mehr Laufkundschaft als dort hinten. Dennoch schade, denn ich fand die alte Position irgendwie passender.

Wellenflug
Kettenkarussell Wellenflug

Es folgt wie bereits erwähnt links die Spatenbräu Ochsenbraterei mit den beweglichen Figuren die während des gesamten Okotberfests unermüdlich den Plastikochsen über einem künstlichen Feuer drehen. Eindeutig ein Blickfang – keine Frage.

Spatenbräu
Spatenbräu Ochsenbraterei

Auf der rechten Seite folgt nun das wohl bekannteste alles Festzelte auf dem Oktoberfest: Das Hofbräu-Zelt mit seinem Kronen-Logo, das beleuchtet über der Spitze des Festzelts thront.

Hofbräu-Festzelt
Hofbräu-Festzelt

Bis hier waren die Festzelte noch versetzt angeordnet, ab dem Hofbräu-Festzelt liegen sie sich aber nun direkt gegenüber. Links findet sich das Augustiner-Bräu Zelt mit seiner aufwendigen Dekoration und den beiden Edeltstoff-Aufstellern rechts und links des Eingangs.

Augustiner Bräu Festzelt
Augustiner-Bräu Festzelt

Davor fiel noch das Boarisch Dinner ins Auge, das mit einem Portrait Ludwig II. geschmückt war.

Boarisch Dinner

Direkt gegenüber findet sich das Hacker-Pschorr Zelt mit seiner bunten Bemalung mit Münchner Motiven.

Hacker-Pschorr Festzelt
Hacker-Pschott-Zelt

Nun folgen als nächste Zelte der Schottenhamel auf der rechten Seite

Schottenhamel
Schottenhamel

und gegenüber links das Pschorr Brausrosl.

Pschorr-Braurosl-Festzelt

Vorbei am Glöckle-Wirt mit seinem Straßenverkauf

Glöckle-Wirt Glöckle-Wirt
Glöckle-Wirt

erreicht man schließlich mit dem Paulaner-Festzelt rechts und dem Löwenbräu-Festzelt links das Ende der Bierzelt-Straße – die beiden Türme dieser Zelte mehr oder weniger direkt an der Gasse in Richtung Bavaria-Statue bilden sozusagen die Grenze.

Löwenbräu Paulaner-Festzelt
Links: Löwenbräu-Festzelt – Rechts: Paulaner-Festzelt

Löwenbräu-Turm Paulaner-Turm
Links: Löwenbräu-Turm – Rechts: Paulaner-Turm

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt dass neben dem Löwenbräu-Festzelt noch vor der Quergasse Able Spanferkel folgt, eine Fressbude die mich jedes Jahr von neuem mit ihrer Dekoration fasziniert.

Able Spanferkel

Nun ist man am Offiziellen Wiesn-Shop angekommen, einer von vielen Souvenir-Ständen hier auf dem Platz. Auf der Rückseite befindet sich ein Gemälde vom Oktoberfest dass vor allem bei Touristen gerne als Fotomotiv verwendet wird um davor zu posieren.

Offizieller Wiesn-Shop
Offizieller Wiesn-Shop

Rechts geht es zur Bavaria-Statue, die dieses Jahr allerdings nicht so imposant beleuchtet ist wie letztes Jahr

Bavaria

und gerade aus geht es zum berühmten Willenborg Riesenrad, jenes Fahrgeschäft welches ohne Frage als größter Blickfang auf der Theresienwiese dient.

Riesenrad

Ab hier folgen fast nur noch Fahrgeschäfte und Fress- sowie Süßigkeitenbuden, die ich hier nur auszugsweise kurz besprechen möchte – vieles kennt man ja schon vom Vorjahr. Ich sage deswegen “fast” weil direkt neben dem Riesenrad sich die sogenannten “Oide Wiesn”, die “Alten Wiesn” befinden, ein abgetrennter Bereich für den man Eintritt (soweit ich weiß 3 Euro) bezahlen muss und in dem das Oktoberfest aus alten Zeiten sowohl mit zwei Festzelten als auch mit einigen alten Fahrgeschäften dargestellt wird. Wären die Schlangen vor dem Eingang nicht so lange gewesen, hätte ich mir das natürlich angesehen, so aber begnügte ich mich mit einem Sneak-Peak durch den bewachten Zaun kurz bevor ich von dort verjagt wurde.

Eingang - Oide (alte) Wiesen Blick in die historischen Wiesen
Links: Schlangen vor dem Eingang zu den “Oide Wiesn” – Rechts: Blick auf den historischen Festplatz

Zumindest konnte ich hier noch eine schöne seitliche Aufnahme des Riesenrads tätigen.

Riesenrad - Seitenaufnahme

Die Stelle direkt gegenüber des Riesenrades, da wo letztes Jahr noch das Wellenflug Kettenkarussell dominierte hat übrigens wie ich sehen musste eine dieser Kinder-Reitbahnen übernommen, die Abends natürlich schon geschlossen haben. Schade, ich fand dass das Karussell hier besser passte – einziger Vorteil ist es dass man nun einen besseren und ungetrübtere Blick auf das Riesenrad hat.
Biegen wir am Riesenrad links ab, fällt zur rechten Seite das Rocket ins Auge, in dem sich der Gast in raktenförmigen Kabinen hoch durch die Luft schleudern lassen können.

Rocket
Rocket

Gegenüber findet sich das Moto Drome, ein Attraktion die in der einige waghalsige Männer (ob Frauen dabei sind weiß ich nicht) in einer Arena an den Wänden entlang fahren. Etwas ähnliches kennen wir ja schon vom letzten Jahr. Und da Deutschlands größte Motorsport-Show dieses Jahr auch wieder auf der Theresienwiese ist halte ich diese Dopplung einer ähnlichen Attraktion für etwas unpassend. Gerade bei solchen Dingen sollte man sich doch auf ein Geschäft beschränken.

Moto Drome
Moto Drome

Deutschlands grösste Motorsport-Show
Deutschlands grösste Motorsport-Show – weiter vorne beim Spaten-Zelt

Neu erschien mir die aber die Münchner Rutschen, die gleich schräg gegenüber des Moto Dromes zu sehen war: Mehrere lange, nebeneinander liegende Rutschen auf denen man offensichtlich auf einer Matte abwärts rutschen konnte. Zu so später Stunde war hier aber nichts mehr los.

Münchner Rutschen
Münchner Rutschen

Nun bewegt man sich auf Bossle’s Teufelskerle zu, die Stuntshow die ich ja letztes Jahr besucht an genau der gleichen Stelle hatte.

Bossle's Teufelskerle
Bossle’s Teufelskerle

Rechts davon findet sich, auch wie jedes Jahr, die Olympia Looping Achterbahn.

Olympia Looping
Olympia Looping

Neben Bossle’s Teufelskerlen findet sich schließlich ein meiner Erinnerung nach ebenfalls neues Fahrgeschäft, der Höllenblitz – wohl eine Art Indoor-Achterbahn.

Höllenblitz

Links gegenüber findet sich die erste eine ganzen Reihe von Geisterbahnen die dieses Jahr auf dem Oktoberfest vor Ort sind: Der Shocker, über dessen beleuchteten Schriftzug unermüdlich ein mechanisches Skelett hin und her radelt – dieses Fahrgeschäft kannte ich schon aus dem Vorjahr.

Shocker

An der nächsten Quergasse, der Matthias-Pschorr-Straße, gab es weiteren alten Bekannten vom letzten zu sehen: Das High Energy mit seinem kreisenden Überschlag.

High Energy
High Energy

Einige Meter weiter folgt mit dem Fahr zur Hölle eine weitere Geisterbahn, bei der besonders eine animierte Dämonenfigur ins Auge fiel, die sich regelmäßig aus einem gescheckten Ei befreite, sich aufrichtete und dann Feuer spie – sehr sehenswert.

Fahrt zur Hölle
Fahr zur Hölle – Geisterbahn

Wenig später erreichte ich, vorbei an einer Schießbude mit Namen Jäger-Alm

Jäger-Alm

das Fahrgeschäft Parcour, ein modernes Karusell,

Parcour
Parcour

und direkt daneben der große Freefall-Tower, der nach dem Riesenrad wohl zu den höchsten Fahrgeschäften hier zählt. Eine kleinere Variante für Kinder eines solchen Fahrgeschäfts findet sich in der Nähe des U-Bahnhofs Theresienstraße.

Freefall Tower
Freefall-Tower

Außerdem gab es hier eines von mehreren Spaßhäusern mit Spiegelkabinetten, optischen Täuschungen und wackelnden Böden zu sehen – das Lach-Freu-Haus, das sich vor allem durch die große Menge an Seifenblasen auszeichnete die Stoßweise aus der obersten Etage ausgestoßen wurden.

Lach-Freu-Haus

Durch eine Seitengasse mit weiteren Fahrgeschäften wie dem Großen Irrgarten

Der grosse Irrgarten

sowie dem in München etwas exotisch anmutenden Hanseaten-Imbiss

Hanseaten-Imbiss
Hanseaten-Imbiss

Natürlich sahen wir uns auch in den Zelten ein wenig um. Im Hofbräu-Festzelt war jedoch zum Beispiel so gut wie kein Durchkommen

Hofbräu Festzelt
Im Hofbräu-Festzelt

Besser sah es da schon in den Biergärten aus, wo sich hier und da noch ein paar Sitzplätze finden ließen und man auch prompt bedient wurde. Bei Maß-Preisen von 8,80 bis 9,10 Euro jedoch kein billiger Spaß – gerade weil man wenn man auf weitere prompte Bedienung wert legte, am besten gleich 10 Euro inkl. Trinkgeld bei den Thekenkräften ließ.
Mehr Glück hatten wir im Paulaner-Festzelt, wo wir sogar im Zelt freie Plätze bekamen.

Paulaner München
Im Paulaner-Festzelt

Paulaner Festzelt Im Paulaner Festzelt
Feiern im Paulaner-Festzelt

Hier konnten wir bis zum Ausschankschluß um 22:30 Uhr verbleiben, zu dem die Gäste ruhig, aber bestimmt langsam nach draußen bugsiert wurden während man teilweise schon die Bänke auf die Tische legte und begann das Zelt aufzuräumen.

Kehraus im Paulaner-Festzelt
Ausschankschluß im Paulaner-Festzelt

Ein Schild, dass fälschlicherweise aussagte dass das Zelt wegen Überfüllung geschlossen wäre, sowie einige Sicherheitskräfte verhinderten dass neue Gäste in das Zelt flossen.

Wegen überfüllung geschlossen

Rauchen war übrigens in allen Zelten überall verboten. Dennoch konnte ich einige betrunkene Gäste entdecken, die sich eine Zigarette ansteckten – und einige kamen sogar in den meisten Fällen damit durch da sie von keinem der Security-Leute oder der Bedienung entdeckt wurden.

Rauchen verboten
Rauchen Verboten

Hier kein Bierverkauf
Hier kein Bierverkauf

Wer genug hat kann übrigens nach Ausschankschluß mehr oder weniger komfortabel mit der U-Bahn seinen Heimweg antreten – jedoch gibt es sowohl rund um die Theresienwiese und überall sonst in München genügend Möglichkeiten auch nach 22:30 Uhr weiter zu feiern.

U-Bahn Station Theresienwiese
U-Bahnhof Theresienwiese

Mir haben meine Besuche auf dem Oktoberfest auf jeden Fall auch diese Jahr wieder viel Spaß gemacht und ich bin sicher dass ich mich auch 2012 dem Oktoberfest nicht verwehren werde.

Flugwerft & Schloßanlage Schleißheim

Saturday, September 10th, 2011

Auch heute wollte ich natürlich wieder nicht zu Hause versauern, daher machte ich mich auf den Weg nach Oberschleißheim nördlich von München, wo neben der sogenannten Flugwerft, einer Außenstelle des hiesigen Deutschen Museums, auch das dortige Schloß mit dem Wilhelmshof und seinem Schloßpark zu bewundern war. Zwar wäre ich auch mit der S-Bahn hingekommen, die Linie S1 hat direkt in Oberschleißheim einen Haltepunkt, doch ich rang mich dann doch dazu durch mit dem Auto zu fahren. Hätte ich den Verkehr auf dem Mittleren Ring bedacht, wäre die S-Bahn im Nachhinein gesehen auf jeden Fall Stressfreier gewesen, aber sei es drum. Nach etwa einer halben Stunde Autofahrt erreichte ich schließlich die Gemeinde Oberschleißheim, die im Norden direkt an München angrenzt. Der Verkehr auf dem Mittleren Ring an einem so schönen Samstag ist natürlich höllisch, aber glücklicherweise bin ich ohne größere Verzögerungen durchgekommen.

Flugwerft Schleißheim
Ich parkte mein Auto direkt neben dem alten Schloß und machte mich von dort aus erst einmal auf den Weg zur etwas südlich gelegenen Flugwerft, um genau zu sein die Deutsches Museum Flugwerft Schleißheim, einer Außenstelle des deutschen Museums die sich südlich des Alten Oberschleißheimer Schloßes direkt am Sonderlandeplatz Schleißheim befindet, dem ältesten noch in Betrieb befindlichen Flughafen Deutschlands.

Eingangsbereich - Flugwerft Schleißheim
Eingangsbereich

Die Einrichtung schien gut relativ besucht wie es schien. Vor allem viele Familien mit Kindern konnte ich hier sehen. Auch viele Gruppen von Radfahrer hatten sich scheinbar diese Gegend als Ausflugsziel gewählt zu haben. Nachdem ich am Eingang meine Eintrittskarte zum Preis von 6 Euro gelöst hatte (diese Eintrittskarte gilt am selben Tag auch für das Hauptgebäude auf der Museumsinsel sowie das Verkehrszentrum auf der Theresienhöhe),


Eintrittskarte – Links von vorne – Rechts von hinten

betrat ich wenig später die erste Halle des alten Gebäudeteils, in dem vor allem Gleitflieger und kleine Motorflugzeuge zu sehen waren – darunter auch ein Fieseler Fi 156 – genannt Storch.

Vordere Halle mit Fieseler "Storch" - Flugwerft Schleißheim

Von hier aus führte ein langer, zu beiden Seiten mit hohen Glaswänden abgegrenzter Gang in den hinteren Bereich der Ausstellung – vorbei an einer großen, für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Wartungshalle mit allerlei KrimsKrams darin. Über eine Empore konnte ich jedoch einen kurzen Blick hinein werfen.

Blick in die Wartungshalle - Flugwerft Schleißheim
Blick in die Wartungshalle

Schließlich erreichte ich die drei zusammenhängenden Hallen, die hier 1992 als Erweiterungsbau errichtet worden waren. Und hier fand sich der größte Teil der Exponate. Im ersten Teil der Hallen fanden sich dabei vor allem größere Propellermaschinen, darunter eine Antonov AN-2 aus dem Zweiten Weltkrieg und eine kleinere Cessna 195 aus den späten 1940ern und frühen 1950ern.

Erste Halle - Flugwerft Schleißheim
Blick in die erste Halle

Antonow AN-2
Antonow AN-2

Cessna 195 - Flugwerft Schleißheim
Cessna 195

Ab der zweiten Halle beherrschten jedoch die Düsenflugzeuge die Ausstellung. Als erstes fiel hier eine begehbare Dornier DO31 E3 ins Auge, eine senkrechtstartende Transportmaschine die 1959 von Dornier als Prototyp entwickelt worden war. Bei ihren frühen Flügen stellte sie damals gleich mehrere Rekorde für Senkrechtstarter, unter anderem im Bereich Geschwindigkeit mit 514km/h auf, aber bis auf die drei Prototypen, von denen die E3 einer ist, wurden das Programm in den frühen 1970er Jahren eingestellt.

Dornier DO31 E3
Dornier Do31 E3

Des weiteren fanden sich hier auch einige Hubschrauber, darunter ein russischer Kamow KA-26 aus den 1970er Jahren in seiner Agrar-Version mit großem Chemikalienbehälter zum besprühen von Feldern. Dieser konnte aber bei Bedarf auch gegen eine sechssitzige Passagierkabine ausgetauscht werden, was den KA-26 zu einem vielseitigen Fluggerät machte.

Kamow KA-26 (Agrarversion) - Flugwerft Schleißheim

Der Rest der Halle wurde von weiteren frühen Düsenjägern beherrscht, währen man an der Decke einige Segelflieger sehen konnte. Im vorderen Teil der Halle fand sich außerdem ein kleiner “Flugzirkus” an dem Kinder ein kleines Modellflugzeug an einer Schnur um einen Pfahl fliegen lassen konnten, indem sie einen Knopf drückten. Na ja, wenn so etwas den Kindern Spaß macht…

Mittlere Halle - Flugwerft Schleißheim

Flugzeuge - Flugwerft Schleißheim
Blick in die mittlere Halle

In der dritten Halle fanden sich wieder einige Düsenjäger, teilweise etwas modernerer Bauart. Darunter ein Lockhead F-104 “Starfighter” sowie die berühmte Mig-21.

Blick in die dritte Halle
Blick in die dritte Halle

Außerdem gab es hier die erste Raktenstufe einer kommerziellen EUROPA-Trägerrakete wie sie in den 1960er und 1970er Jahren vom europäischen ESA-Vorläufer ELDO (European Launcher Development Organisation) entwickelt worden waren.

Düsenjäger & Raktenstufe
Jets und Raketenstufe

1. Stufe der EUROPA-Rakete (Blue Streak)
Nahaufnahme – EUROPA-Rakete

Als ich die Halle wenig später verließ, konnte ich auch sehen dass weiter unten auf dem Flugplatz eine Vorführung von Modellflugzeugen stattfand. Hätte die Sonne nicht so gebrannt und hätte mich das mehr interessiert, hätte ich es mir vielleicht mal genauer angesehen – aber ich entschloss mich dazu weiter zu ziehen. Zumindest erklärte das warum auch einige Modellflugzeuge in der ersten Halle ausgestellt worden waren.

Modellbauvorführung - Flugwerft Schleißheim
Modellflugzeug-Vorführung

So begnügte ich mich damit hier noch einige Aufnahmen von den Gebäuden zu machen, bevor ich die Flugwerft wenig später wieder verließ und meine heutige Erkundung fortsetzte.

Blick auf die alten Hallen - Flugwerft Schleißheim
Alte Hallen der Flugwerft

Neue Hallen - Flugwerft Schleißheim
Neue Hallen

Vorderer Gebäudeteil - Flugwerft Schleißheim
Vorderer Gebäudeteil mit Turm

Schloßanlage Oberschleißheim
In Oberschleißheim gibt es um genau zu sein nicht nur ein, sondern sogar drei Schlößer. Der älteste Teil, der sogenannte Wilhelmshof oder Wilhelmsbau, den sich im Jahr 1598 der Bayrische Herzog Wilhelm V. zu der von ihm erworbenen Schwaige errichten ließ. Unter dem Begriff Schwaige, Schwaighof oder bayrisch Schwoag versteht sich dabei ein meist herrschaftlicher Hof in dem in Form einer Sennerei primär Vieh- und Milchwirtschaft betrieben wird. Vollendet wurde das Gebäude aber erst von dessen Sohn Maximilian I, der diesen Bereich später noch bis zu seinen heutigen Ausmaßen ausbaute. Auf beiden Seiten verläuft dabei ein Wasserkanal – über einen dieser Kanäle konnte ich auf meinem Rückweg von der Flugwerft schon mal einen Blick in Richtung Schloß werfen.

Kanal am Alten Schloß Oberschleißheim
Wasserkanal am Schloß

Der große Hof bildet den hinteren Teil der gesamten Anlage und wird offensichtlich auch heute noch regulär bewohnt – zumindest sah ich an einigen Seitengebäuden Briefkästen und Wäschespinnen auf dem Rasen davor. Den westlichen Abschluß des ersten Hofes bildet schließlich ein Haus, in dessen Mitte ein Durchgang mit ihm krönenden Uhrenturm zu finden ist.

Uhrenturm - Altes Schloß Oberschleißheim
Uhrenturm

Der Rest des Hofes wird heute durch eine T-förmig verlaufende Straße, für den öffentlichen Verkehr freigegebene Straße mit Allee beherrscht. Dieser Bereich schien aber keine nähere Betrachtung wert, daher wandte ich mich dem Durchgang unter dem Uhrenturm zu.

Hinterer Innenhof - Altes Schloß Oberschleißheim
Hinterer Innenhof mit Straßen und Allee

Durch dieses Tor betritt man einen weiteren, kleinen Innenhof mit gepflegtem Rasen, der etwa in der Mitte durch einen fließenden Bach in zwei Hälften getrennt wird. Hier hatte man auch das erste Mal Gelegenheit das Alte Schloß im Ganzen zu sehen, welches aber eher einem herrschaftlichem Haus als wirklich einem Schloß ähnelt.

Vorderer Innenhof - Altes Schloß Oberschleißheim

In vorderen Bereich des rechten Flügels findet sich die sogenannte Schloßwirtschaft, ein Gasthaus in dem Besucher Speisen und Getränke zu sich nehmen können. Links beherrschen ein großer Baum und ein Brunnen mit Heiligenfigur das Bild. Als ich näher kam konnte ich erkennen dass es sich bei dem Brunnen um einen Gedenkbrunnen für die Opfer des ersten Weltkrieges handelt.

Gedenkbrunnen im Innenhof des Alten Schloß Oberschleißheim
Gedenkbrunnen & Baum

Uhrenturm Alter Schloß Oberschleißheim
Rückblick auf den Uhrenturm vom kleinen Innenhof

Das Gebäude des alten Schloßes war geöffnet und konnte betreten werden, es existiert des weiteren im linken Bereich in weiterer kleiner Torbogen durch den man weiter gelangen kann. Sobald man auf der anderen Seite ankommt, erhält mein einen ersten Blick auf den Neuen Schloßbereich, der von Kurfürst Max Emanuel um 1700 als Residenz hinsichtlich der erhofften Kaiserwürde errichtet wurde. Ursrpünglich war hier eine vierflügelige Schloßanlage mit zusätzlichen Pavillions geplant, doch aufgrund des Spanischen Erbfolgekrieges 1704 und des Exils von Max Emanuel kamen die Bauarbeiten bis zu seiner Rückkehr aus dem Pariser Exil 1715 zum Stillstand. Realisiert wurde schließlich nur der monumentale Haupttrakt – auf die verbindenden Flügel zum alten Schloß und viele andere Pläne wurde aufgrund der schlechten finanziellen Lage verzichtet.

Neues Schloß Oberschleißheim
Neues Schloß Oberschleißheim – Haupttrakt

Mit seinem gepflegtem kleinen Park erinnerte dieses Schloß schon eher an das, was ich von meinem Besuch auf Schloß Nymphenburg her kannte. In diesem kleinen Park tummelte sich neben vielen anderen Besuchern auch ein Brautpaar, dass sich von einem Berufsfotografen wohl an ihrem Hochzeitstag vor dieser schönen Kulisse ablichten ließ. Verständlich – denn im Vergleich zum alten Schloß war dieses Gebäude wirklich pompös. Doch es sollte noch besser werden.

Altes Schloß Oberschleißheim
Rückblick auf das Alte Schloß

Sehenswert war auch die Tür des Neuen Schlosses mit seiner verspielten Ornamentik und seinen Figuren. Leider war sie verschlossen, so dass ich einmal komplett um das Gebäude herumgehen musste um in den hinteren Bereich zu gelangen.

Tür - Neues Schloß Schleißheim
Tür des Neuen Schloß Schleißheim

Nachdem ich an einigen rechteckig ausgerichteten Baumreihen vorbei gegangen war, konnte ich hinter einer weiteren Reihe Bäume bereits erahnen was mich hier erwartete.

Baumreihe
Blick auf den Hof des Neuen Schloßes Schleißheim

Und der Eindruck hatte nicht getrübt, den der Innenhof wurde von einer prächtigen, gepflegten Gartenanlage beherrscht, in der zwei kleinere Fontainen links und rechts sowie eine große Drillingsfontaine mit Kaskade im Hinteren Bereich des Hofgartens als Blickfang dienten.

Blick in den Schloßgarten
Blick in den Schloßgarten

Ähnlich wie in Nymphenburg verlief von der zentralen Treppe des Schloßes aus eine Sichtachse in den hinteren Bereich des Schloßparks. Hinter der Drillingsfontaine konnte ich dabei bereits das dritte der hiesigen Schlößer, Lustheim, erkennen.

Schloßgarten  - Schloß Oberschleißheim
Blick in die Sichtachse in Richtung Lustheim

Und auch der innere Bereich des Haupttraktes wirkte wirklich sehr prächtig. Der Baustil erinnerte klar an Nymphenburg, was aber auch nicht verwunderlich ist da auch hier der Architekt Joseph Effner gewirkt hat, der auch am Bau des Nymphenburger Schloßes beteiligt war.

Hauptgebäude - Schloß Oberschleißheim
Hauptgebäude – Neues Schloß Schleißheim

Ich folgte dem mittleren Weg und nahm als erstes die Drillingsfontaine in näheren Augenschein. Die ständig sprühenden Wassersäulen, zwei davon im unteren Becken und eine etwas größere im oberen Becken direkt über der zweistufigen Kaskade, erwiesen sich wirklich als wunderbares Werk der Brunnenbaukunst.

Blick auf den Fontainenbrunnen

Fontainen
Fontainen im Schloßpark Schleißheim

Zwischen dem oberen und unteren Becken führte eine schmale Mauer bis an die Kaskade heran. Auch wenn der Weg etwas wackelig war und die Gefahr eines unfreiwilligen Bades mit sich brachte, bestieg ich diese Mauer und nährte mit so der Kaskade. Von hier aus hatte man einen schönen Blick zurück auf das Hauptgebäude

Neues Schloß Oberschleißheim
Blick aus das Neue Schloß von der Kaskadenmauer

sowie in die andere Richtung auf Schloß Lustheim, das zum Greifen nah erschien.

Schloß Lustheim
Blick Richtung Lustheim von der Kaskadenmauer

Ähnlich wie bei der Hauptsichtachse in Nymphenburg hatte man auch hier im hinteren Bereich einen Kanal angelegt, an dem entlang gesäumt von Bäumen einige die Wege verliefen.

Blick über den Kanal Richtung Lustheim
Kanal in Richtung Lustheim

Fontänen und Neues Schloß Oberschleißheim
Fontainen und Neues Schloß

Ich folgte nun dem rechten Weg in Richtung Schloß Lustheim und musste schon bald feststellen dass die Entfernung weiter war als es erschien.

Blick auf den Kanal  - Schloß Oberschleißheim
Am Lustheim-Kanal

Wie bei solchen Wasserflächen üblich tummelten sich auch hier einige Wasservögel, die von einigen Besuchern sogar gefüttert wurden. Ich entdeckte unter anderem Wildgänse

Gans  - Schloß Oberschleißheim

einige Stockenten die ihre Runden über den Kanal zogen

Enten auf dem Kanal - Schloß Oberschleißheim

sowie natürlich Schwäne, wobei ich dabei auch einige braune Exemplare entdeckte. Zuerst dachte ich ja dass es sich hier um weibliche Tiere handelt, denn auch bei Enten sind Weibchen eher braun während das Männchen mit prächtigen Gefieder aufwartet. Doch meine Recherche zeigte mir dass es sich hier wohl um ältere Jungtiere handeln muss, die noch nicht ihr weißes Gefieder bekommen haben.

Schwan mit Jungtieren  - Schloß Oberschleißheim
Schwan mit Jungtieren

Des weiteren fiel mir auf dass viele schmale, durch Hecken begrenzte Sichtachsen vom Hauptweg fort liefen – ohne dass diese jedoch als Wege für die Besucher zu erkennen waren. Einige kümmerte das auch nicht und sie schlugen sich im wahrsten Sinne des Wortes “in die Büsche” – ich entschloß mich aber dazu am Kanal zu verbleiben.

Sichtachse

Schließlich erreichte ich Schloß Lustheim, ein kleines Jagd- und Gartenschlösschen welches Kurfürst Max Emanuel im Jahre 1685 anlässlich seiner Hochzeit mit der sterreichischen Kaisertochter Maria Antonia beauftragte und von seinem Hofarchitekten Henrico Zuccalli errichtet. Das im Stil italienischer Casinobauten errichtete Schloß sollte mit seinen 1300m Entfernung vom Hauptgebäude in der alten Planung das Zentrum der weitläufigen Schloßanlage werden. Heute liegt es am westlichen Ende – dahinter endet wenig später der Schloßpark.

Schloß Lustheim
Lustheim

Blick auf das Neue Schloss von Lustheim
Blick zurück zum Neuen Schloß

Der kleine Garten vor dem Schloß wirkt dabei nicht ganz so sauber strukturiert wie der Garten vor dem Haupttrakt mit seinen Fontainen, hat aber auch irgendwie seinen Reiz.
Nachdem ich Lustheim einmal umrundet hatte, machte ich mich schließlich auf den Rückweg und wählte dabei dieses Mal das andere Ufer.

Brücke

In der Mitte des Kanals – das hatte ich vorhin ganz vergessen zu erwähnen, gibt es außerdem eine “Ausbuchtung”, die die Gradlinigkeit des Wasserweges visuell etwas auflockert.

Bogen - Schloßpark Oberschleißheim

An der Kaskade vorbei wandte ich mich schließlich in Richtung der südlichen Spitze des Haupttrakts, wo ich den Park verließ.

Neues Schloß Oberschleißheim

Wäre ich nicht von meiner Tour vom letzten Wochenende noch etwas Fußlahm gewesen, hätte ich meine Erkundung bestimmt noch etwas ausgedehnt – da die Spuren aber wohl noch etwas brauchen um ganz zu verschwinden beließ ich es mit diesem Rundgang für heute dabei.

Zum Abschluß natürlich noch wie immer eine kleine Übersichtskarte des zurückgelegten Weges – auch dieses Mal wieder als interaktive Google-Maps-Karte.


Die Strecke dürfte sechs Kilometer knapp unterschreiten, also kein wirklich großer Rundgang heute. Aber ich bin sicher dass ich schon bald wieder mir größeren Aktionen dienen kann.

Abschließend möchte ich noch bemerken, dass sich der Besuch der Schloßanlage auf jeden Fall lohnt, ob die Flugwerft wirklich interessant ist sei jedem selbst überlassen, denn die Anzahl der ausgestellten Flugzeuge und die Bandbreite unterschreitet meiner Meinung nach das, was man auf der Museumsinsel im Hauptgebäude des deutschen Museums auf mehreren Etagen bewundern kann. Aber ob man die sechs Euro ausgeben will oder nicht sei jedem dabei natürlich selbst überlassen. 😉

Schloss Nymphenburg, Schlosspark & Botanischer Garten – ein Rundgang

Sunday, September 4th, 2011

Am Samstag sollten die Temperaturen angenehme 29 bis 30 Grad erreichen – ein wunderschöner Sommertag den ich natürlich ungern zu Hause verbringen wollte. Also nutzte ich die Gelegenheit mir einen Teil Münchens anzusehen den ich bisher noch nicht kannte. Dabei fiel meine Wahl auf Neuhausen nordöstlich des Hauptbahnhofes, Nymphenburg und natürlich das Nymphenburger Schloß mit seinem Schlosspark und dem botanischen Garten. Als ich heute morgen gegen 10:00 Uhr aufbrach waren die Temperaturen aber noch einigermaßen angenehm, so dass ich mich dazu entschloss mit der S-Bahn bis zum Hauptbahnhof zu fahren und von dort meine Tour zu beginnen.
Ich verließ also den Hauptbahnhof auf der Seite der Arnulfstraße und folgte dieser ein Stück, um dann in die Seidlstraße einzubiegen und ihr Richtung Norden zu folgen. Dieser Teil Münchens gehört wohl noch knapp zum Stadtteil Maxvorstadt. Am Stiglmaierplatz‎ fand sich das erste Motiv das es mir wert erschien abgelichtet zu werden: Der Löwenbräukeller – natürlich mit angeschlossenem Biergarten.

Löwenbräu-Brauhaus
Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz

Diese 1883 eröffnete Schankwirtschaft, die zum angrenzenden Brauereigelände der Löwen-Brauererei gehört, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Am Anfang des 20ten Jahrhunderts entwickelte sich dieser Ort zu einem wichtigen Veranstaltungszentrum in dem internationale Künstler auftraten und während des Dritten Reiches wurden nach der Zerstörung des ursprünglichen Veranstaltungsort Bürgerbräukeller durch das missglückte Hitler-Attentat des Schreiners Georg Elser alle Veranstaltungen der NSDAP hierher verlegt. Zwar wurde das Gebäude durch einen Luftangriff Ende 1944 schwer beschädigt, aber 1950 schon wieder aufgebaut und baulich verbessert. Seit 1984 und 1985 stehen Teile des Löwenbräukellers unter Denkmalschutz. Heute finden dort – wie ich anhand von Ankündigungen auf Plakaten sehen konnte – u.a. auch After-Oktoberfest-Partys statt.
Nach dem Stiglmaierplatz wird die die Scheidlstraße zur Dachauer Straße. Wie ich im Nachhinein feststelle hätte ich am Löwenbräukeller eigentlich nach links in die Nymphenburger Straße abbiegen sollen, das hätte mir einen Umweg erspart, aber damals war mir das nicht bewusst. Ich folgte also der Dachauer Straße weiter, vorbei ein einem hübschen und schattigen Platz zwischen Schleißheimer und Dachauer Straße

Platz an der Dachauer Straße, Höhe Schleißheimer Straße
Platz zw. Dachauer und Schleißheimer Straße

und erreichte schließlich die Kreuzung Dachauer und Sandstraße. Hier überlegte ich zwar kurz ein Stück mit der Straßenbahn zu fahren, entschied aber dann doch dagegen.

Sandstraße
Haltestelle Sandstraße – Dachauer Straße

Kräne - Sandstraße, Ecke Dachauer Straße
Kräne über der Sandstraße

Nachdem ich die Straßenseite gewechselt hatte und der Dachauer Straße ein Stück weiter gefolgt war, entdeckte ich in einer Seitenstraße einen recht imposant anmutenden Sakralbau, den ich mir mal näher anschauen wollte.

St. Benno Kirche - Neuhausen
St. Benno Kirche – Kirchenschiff

St.Benno Kirche - Neuhausen
St. Benno Kirche – Front

Diese neoromanische, katholische Pfarrkirche am Übergang von Neuhausen zum Stadtteil Maxvorstadt, früher nannte man diesen Bereich zwischen Dachauer Straße/Leonrodstraße und der Winzererstraße Kasernenviertel, ist dem Münchner Stadtpatron St. Benno (Benno von Meißen) gewidmet, dessen Gebeine allerdings nicht hier sondern in der Frauenkirche beerdigt sind.
Nach diesem kurzen Abstecher kehrte ich über die Linprunstraße und die Lothstraße auf die Dachauer Straße zurück. Hier von der Tram-Haltestelle Lothstraße konnte man im Schein der immer heißer strahlenden Sonne gerade noch die Türme der Frauenkirche erkennen.

Lothstraße - Blick Richtung Frauenkirche
Frauenkirche – Gesehen von Dauchauer Straße, Ecke Lothstraße

Ein Backsteingebäude erweckte hier kurz meine Aufmerksamkeit, das mit seinen stilisierten Türmchen recht interessant anzusehen war. Wie sich herausstellte handelte es sich um ein Gebäude der Technischen Universität München, das wohl einige seiner Institute beherbergt.

Institut der Technischen Uni München
Institute der TU München – Lothstraße

Ich begann nun wieder der Dachauer Straße in Richtung Norden zu folgen. Es folgten viele Mehrfamilienhäuser aus den fünfziger und sechziger Jahren des 20ten Jahrhunderts und einige kleine Geschäfte, aber bis zum Leonrodplatz an der Kreuzung Dachauer Straße – Leonrodstraße erschien mir nichts besonders beachtenswert zu sein.

Leonrodplatz
Leonrodplatz – München

Hier entschied ich mich endlich dazu, mich erneut via iPhone GPS zu orientieren. Der schnellste Weg in Richtung Schloß Nymphenburg wäre wohl der Weg durch die kleine Dom-Pedro-Straße gewesen, doch ich entschloss mich dazu doch der Leonrodstraße in Richtung Rotkreuzplatz zu folgen. Vorher holte ich mir noch in einem Kiosk am Leonrodplatz ein Getränk zum Preis von 1,35 Euro plus 0,15 Pfand.

Leonrodstraße
Blick in die Leonrodstraße – Leonrodplatz

Vorbei am Bayrischen Kriegsarchiv, einem gedrungenem Backsteingebäude mit reichlich Efeubewuchs in dem Unterlagen und Materialien über die Bayrische Militärgeschichte seit dem 17ten Jahrhundert lagern sowie seinem dazugehörigen kleinen Park

Bayrisches Kriegsarchiv - Leonrodstraße
Bayrisches Kriegsarchiv

folgte ich also der Leonrodstraße, vorbei an einer großen Audi-Niederlassung an der Ecke Albrechtstraße,

Audi - Leonrodstraße - München
Audi – Leonrodstraße, Ecke Albrechtstraße

überquerte an der Landshuter Allee einen Teil des hier unterirdisch verlaufenden Mittleren Rings

Landshuter Allee
Landshuter Allee

und erreichte schließlich den Rotkreuzplatz.

Rotkreuzplatz München
Rotkreuzplatz München

Dieser Platz wird im Allgemeinen als das Zentrum des Münchner Stadtteils Neuhausen bezeichnet. Aktuell fand hier ein kleiner Markt statt, der sich um den Brunnen Das steinerne Paar (gestaltet von Prof. Klaus Schultze von der hiesigen Akademie der bildenden Künste) auf dem vorderen Teil des Rotkreuzplatzes gruppierte.

Brunnen Das steinerne Paar am Rotkreuzplatz München
Das Steinerne Paar” – Rotkreuzplatz München

Natürlich durfte aber auch der obligatorische Biergarten – hier Bestandteil der Gaststätte Jagdschlössl – nicht fehlen.

Gaststätte Jagdschlüssel mit Biergarten - Rotkreutplatz
Biergarten Jagdschlössl – Rotkreuzplatz

Als dominantestes Gebäude kann man aber zweifellos des große Schwesternwohnheim des Rotkreuzkrankenhauses bezeichnen, dass den ganzen Platz überragt.

Schwesternschaft - Rotkreuzplatz München
Schwesternschaft – Schwesternwohnheim Rotkreuzplatz München

Ich wandte mich nun die Nymphenburger Straße entlang wieder in Richtung Norden. Durch das schöne Nymphenburg kam ich schließlich südlich des Grünwaldparkes ein kleines, einzelstehende Gebäude entdeckte, über dem die Aufschrift “Warteraum” prangte und das sich beim Umrunden als kleiner Kiosk herausstellte. Vermutlich war hier wirklich mal ein Warteraum gewesen, doch in Zeiten von im 10 bis 15-Minuten-Takt fahrenden Trams ist so etwas nicht mehr wirklich notwendig.

Warteraum - Kiosk Nymphenburger Straße - Westseite Warteraum - Kiosk Nymphenburger Straße - Südwestseite
Warteraum - Kiosk Nymphenburger Straße - Südseite Warteraum - Kiosk Nymphenburger Straße - Ostseite
Warteraum – Kiosk Nymphenburger Straße, Ecke Waisenhausstraße

Als nächstes betrat ich den Grünwaldpark, eine der vielen Grünflächen hier in München, der mit Basketballnetz, Tischtennisplatte und Spielplatz unter reichlich altem, schattenspendenden Baumbestand und sonnigen Wiesen recht hübsch anzusehen war und eigentlich zum verweilen einlud. Doch ich durchquerte ihn nur schnellen Schrittes, denn ich wusste dass ich meinem Ziel, dem Schloss Nymphenburg, nahe war.

Grünwaldpark

Grünwaldpark
Impressionen aus dem Grünwaldpark – München-Neuhausen

Dann endlich erreichte ich das “untere” Ende des Nymphenburger Kanals mit dem Gebäude Hubertusbrunnen.

Hubertusbrunnen - Westende Schloßkanal Nymphenburg

Grade als ich ankam landete ein Pärchen Schwäne und flog kurz darauf wieder weg – ein interessantes Schauspiel wie ich fand da die Vögel hierbei niedrig über das Wasser fliegen und mit den Spitzen ihrer Flügel das Wasser berühren. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen das Ganze abzulichten.

Landende Schwäne
Landende Schwäne

Startender Schwan
Startender Schwan

Aber das nur am Rande erwähnt – eigentlich wollte ich ja über den Hubertusbrunnen berichten. Dieses zwischen 1903 und 1904 nach Plänen von Adolf von Hildebrands als Tempel ausgeführte Brunnenhaus ist das östlichste alle Bauwerke, die wie der vor ihm in einem Weiher endende Kanal zur Schloßanlage Nymphenburg gehört.

Brunnenhaus am Westende des Kanals
Hubertusbrunnen

Leider war das Innere verschlossen, denn hier findet sich ein Brunnen mit großer Hirschfigur, die gemäß der Legende des Heiligen Hubertus ein Kreuz im Geweih trägt. Auch von der Figur des heiligen Hubertus selbst, die auf dem Dach kniet, konnte ich keine gute Aufnahme machen – aber die beiden Figuren die links und rechts in den Nischen zu sehen waren konnte ich kurz meine Aufmerksamkeit widmen.

Rechte Figur - Brunnenhaus
Recht Figur – Neptun – Hubertusbrunnen

Linke Figur - Brunnenhaus
Linke Figur – Hubertusbrunnen

Die rechte Figur sollte wohl den Meeresgott Neptun darstellen, die linke konnte ich nicht genau identifizieren – wohl eine alte Frau mit Bündel in abgerissenen Kleidern. Irgend ein Witzbold hatte diese Figur noch mit einem Zigarettenstummel verziert, was mich kurz zum schmunzeln brachte, da es der Statue einen etwas verwegenen Ausdruck gab.

Raucher?
Hubertusbrunnen-Figur mit Zigarettenstummel

Und natürlich konnte man von hier aus auch einen ersten Blick den Nymphenburger Kanal entlang auf das in einiger Entfernung zu erkennende Hauptgebäude des Nymphenburger Schlosses werfen.

Blick Richtung Schloß Nymphenburg vom Brunnenhaus
Blick Richtung Nymphenburger Schloss vom Hubertusbrunnen

Ich folgte der Nördlichen Ausfahrtsallee bis zu der kleinen Fußgängerbrücke im obigen Bild. Von dieser Brücke aus konnte man noch einmal einen Blick zurück in Richtung Hubertusbrunnen und in Richtung Schloß wenden.

Blick in Richtung Brunnenhaus
Blick in Richtung Hubertusbrunnen

Schloß Nymphenburg von Renatastraßen-Brücke
Blick Richtung Schloss Nymphenburg

Von hier an folgte ich der Südlichen Auffahrtsallee vorbei ein einigen hübschen kleinen Häusern mit Garten und zwei oder drei Biergärten bis zur Brücke zwischen Notburgastraße und Menzinger Straße, vorbei an Joggern, Spaziergängern und meist älteren Leuten die auf den reichlich vorhandenen Parkbänken den Vormittag genossen.

Brücke Notburgastraße
Brücke Notburga-/Menzinger Straße

Von der Brücke warf ich noch einen letzten Blick in Richtung Schloss

Schloß Nymphenburg von der Brücke Notburgastraße
Schloß Nymphenburg von der Brücke Notburgastraße

dann wandte ich mich über das letzte Stück der Südlichen Auffahrtsallee endlich in Richtung Hauptgebäude. Als die Bäume sich lichteten gelang mir das erste Mal, den Gebäudekomplex in seiner Gesamtheit zu erfassen.

Schloß Nymphenburg
Schloß Nymphenburg

Der Mittelteil und somit das Hauptgebäude des Schlosses wurde 1674/75 vom italienischen Baumeister und Architekten Agostino Barelli im Stil eines italienischen Landhauses des Hochbarock aus Kelheimer Sandstein errichtet, nachdem Kurfürst Ferdinand Maria dieses Gebäude 1664 als Geschenk für seiner Frau Adelheid von Savoyen für die Geburt des lang erhofften Thronfolgers Max Emmanuel in Auftrag gegeben hatte. Die beiden Galerien links und rechts sowie die daran anschließenden Pavillons folgten durch Kurfürst Max Emanuel zwischen 1702 und 1704. Im Jahre 1716 wurde die Fassade des Hauptgebäudes schließlich im Französischen Stil des Hofes des dortigen Sonnenkönigs verändert. Nach und nach wurde bis 1730 vor dem Schloss eine Rondellbebauung angeschlossen, die als Wohnräume für Hofbedienstete gedacht waren – hier sollte nach Plänen von Joseph Effner eine barocke Idelastadt (“Carlstadt“) mit sternförmige Alleen entstehen und die drei Sommerresidenzen Nymphenburg, Schleißheim und Dachau sollten mit einem Kanalsystem verbunden werden. All dies wurde aber nie realisiert.
Vor dem Schloß findet sich mehrere Teiche und ein Steg mit einer kleinen Wiese, die ich hier einfach mal als Schwanenwiese bezeichnen möchte.

Blick auf den Nordflügel - Schloß Nymphenburg
Blick auf den Nordflügel von der Schwanenwiese

Hier finden sich neben Schwänen und Kanadischen Gänsen zahlreiche andere Wasservögel die von den Besuchern gefüttert werden und sich im Gegenzug recht zutraulich ablichten lassen. Ich hatte zwar kein Futter bei mir, nutzte die Gelegenheit aber auch den hiesigen reichhaltigen Vogelbestand im Bild festzuhalten. Leider konnte ich nicht alle Arten identifizieren – für Hinweise wäre ich aber dankbar.

Schwan im Ganzen
Schwan im Ganzen

Schwan - Großaufnahme
Schwan – Nahaufnahme

Kanadagans
Kanandagans

Wasservogel Moewe?
Weitere Wasservögel

Ente / Gans ?
Graugans (?)

Außerdem hat man hier auch einen schönen Blick auf das Schloss.

See mit Schwan - Schloß Nymphenburg
Schloss Nymphenburg von der Schwanenwiese

Bei all der Fotografierei muss man hier allerdings höllisch aufpassen nicht allzu sehr in die reichlich vorhandenen Ausscheidungen dieser Tiere (Vogelscheiße) zu treten. 😉 Zum Glück hatte ich keine Schuhe mit allzu tiefem Profil an, so dass sich die Beschmutzung in Grenzen hielt.

Schwanenwiese vor Schloß Nymphenburg
Schwanenwiese mit Exkrementen

Ich nährte mich nun weiter dem Schloss und betrat den Vorplatz neben der vorderen Fontaine, die in einem runden Teich zwischen einigen Steinen lokalisiert ist. In Aktion konnte ich sie allerdings nicht sehen.

Fontaine vor Schloß Nymphenburg
Vorplatz mit Fontaine

Direkt am Mittelgang findet sich hier auch ein aus Sandstein gehauenes Wappen – ich vermute mal dass es sich um das Wappen des Kurfürsten handelt. Zumindest ist es nicht das Wappen des Hauses Wittelsbacher, denn das sieht meines Wissens anders aus.

Wappen - Schloß Nymphenburg
Wappen vor dem Schloss Nymphenburg

Über den Durchgang an der nördlichen Galerie erreichte ich schließlich den vorderen Teil des Schlossgartens, den man mit seinem gepflegten Rasen und Beeten sowie den Vasen und Figuren als Großes Parterre bezeichnet.

Blick auf das Große Parterre - Schlosspark Nymphenburg
Blick auf das Große Parterre

Nachdem ich mir aufgrund der inzwischen aufkommenden Mittagshitze eine weitere Flasche Wasser zum stolzen Preis von 3 Euro (im Vergleich zu 1,50 Euro am Leonrodplatz) gekauft hatte, wandte ich mich einem Rundgang im Schlosspark zu und durchquerte dabei zuerst einmal das Große Parterre auf dem mittleren Weg, von wo man einen schönen Blick auf den inneren Teil des Schlossgebäudes mit seiner Doppeltreppe hat.

Parterre - Schlosspark Nymphenburg
Blick auf das Hauptgebäude vom Großen Parterre

Wie bereits weiter oben erwähnt zieren zahlreiche Statuen und Vasen diesen Teil des Gartens, wobei vor allem die Statuen alle der griechischen und römischen Mythologie entlehnt sind. So entdeckte ich einen seinen Sohn fressenden Saturn, einen Herkules, eine weibliche Figur die wohl Hera darstellte und Neptun mit seinem Dreizack.

Saturn-Statue - Schlosspark Nymphenburg Herkules-Statue - Schlosspark Nymphenburg
Links: Saturn frisst eines seiner Kinder – Rechts: Herkules

Hera Statue - Schlosspark Nymphenburg Neptun Statue - Schlosspark Nymphenburg
Links: Hera(?) – Rechts: Neptun

Von etwas weiter hinten konnte man außerdem noch einmal den mittleren Teil des Schlosses im Ganzen betrachten.

Schloß Nymphenburg & Großes Parterre
Schloß Nymphenburg & Großes Parterre

Ich wandte mich aber nun in Richtung Osten, wo gleich hinter dem Parterre und einer weiteren Fontaine ähnlich jener vor dem Schloss der Kanal weiter geführt worden war.

Blick entlang des Kanals - Schlosspark Nymphenburg

Über die südliche, schattige Allee bewegte ich mich nun etwas den Kanal entlang.

Weg am Kanal
Allee am Kanal – Schlosspark Nymphenburg

Etwa auf der Hälfte der Strecke überquert eine kleine Fußgängerbrücke den Kanal. Hier entschied ich mich dazu von der Süd- auf die Nordseite zu wechseln und noch ein paar Schnappschüsse zu tätigen – einer davon in Richtung Schloss und einer in Richtung der Großen Kaskade, die an Ende des Kanals bereis zu erkennen war und die mein nächstes Ziel sein sollte.

Blick entlang des Kanals Richtung Schloß
Blick entlang des Kanals in Richtung Schloss

Blick entlang des Kanals in Richtung Große Kaskade
Blick entlang des Kanals in Richtung Große Kaskade

Nach einigen weiteren Metern erreichte ich schließlich das zu einem kleinen See verbreiterte Ende des Kanals und die dahinter liegende Große Kaskade.

See & Große Kaskade
See & Große Kaskade

Man muss wissen dass all das Wasser, das den Schlosspark und den Nymphenburger Kanals durchfließt über den westlichen Pasing-Nymphenburger Kanal vom Fluss Würm herangeführt wird. Dieser Fluss ist der einzige Abfluss des Würmsees, der seit 1962 amtlich aber nur noch als Starnberger See bekannt ist. Ein Beachtlicher Teil dieses Wassers fließt dabei über genau diese Große Kaskade, die mit ihren drei Treppen im Jahre 1717 von Joseph Effner nach Plänen von François Roëttiers erbaut wurde. Flankiert ist die Große Kaskade dabei wieder von zahlreichen Statuen mit Motiven des klassischen Altertums.

Große Kaskade
Große Kaskade und Figuren

Große Kaskade Große Kaskade - Nahaufnahme
Große Kaskade – Nahaufnahmen

Das Wasser kommt dabei stoßweise über die drei zweistufigen Wassertreppen geflossen, was ein “flappendes” Plätschern mit sich bringt.
Die Große Kaskade bildet außerdem das Ende der langen Sichtachse vom Schloss her, dessen große Freitreppe man mit einiger Anstrengung noch in großer Entfernung erkennen kann.

Blick Richtung Schloß von der Großen Kaskade
Blick Richtung Schloss von unterhalb der Großen Kaskade

Blick Richten Schloß von der Großen Kaskade
Blick Richtung Schloss von oberhalb der Großen Kaskade

Hinter dieser Großen Kaskade sieht man schließlich noch einen Teil des Pasing-Nymphenburger Kanals, der jedoch mit einem Zaun übergrenzt ist, der das Ende des Schlossparks bezeichnet.

Oberhalb der großen Kaskade
Ende des Schlossparks oberhalb Große Kaskade

Ich entschloss mich dazu, nun zuerst den südlichen Teil des Schlossparks Nymphenburg etwas näher zu erkunden. Von der Kaskade aus kommend wandte ich mich also nach rechts und begab mich in den unteren Teil des Parks. Nach einer gewissen Strecke durch dichtes, naturbelassenes Gehölz – angeblich soll hier sogar Wild leben – kam ich schließlich an der Südlichen Durchsicht an – einer von drei Sichtachsen die Sternförmig vom Schloss weg nach Westen verlaufen. Der Kanal bildet dabei die mittlere Sichtachse.

Südliche Durchsicht - Schlosspark Nymphenburg

Südliche Durchsicht - Schlosspark Nymphenburg
An der Südlichen Durchsicht

Das betreten der Wiesen hier wie auch in anderen Teilen des Parks ist durch zahlreiche Schilder untersagt – wohl auch um die zahlreichen Krokusse zu schützen die überall auf den Grünflächen blühen. Dabei ist die Formulierung auf den Schildern sehr freundlich gewählt wie ich finde.

Verbotsschild - Schloßpark Nymphenburg
Verbotsschild

Krokusse - Schlosspark Nymphenburg
Krokus – Schlosspark Nymphenburg

Dann erreichte ich den Großen See und erblickte einen Rundbau im klassischen Stil, der sich bei näherer Betrachtung als kleiner Apollontempel herausstellte.

Apollontempel - Schlosspark Nymphenburg
Apollontempel

Während ich den Großen See umrundete konnte ich noch einen weiteren Blick darauf werfen.

Apollontempel - Schlosspark Nymphenburg
Apollontempel von der südlichen Seeseite

Auf der Südostseite des Großen Sees erreichte ich schließlich die sogenannte Badenburg.

Badenburg - Nordwestseite
Badenburg – Nordwestseite

Badenburg - Südseite
Badenburg – Südseite

Dieses zwischen 1718 und 1721 von Joseph Effner für Kurfürst Max Emanuel erbaute Lustschlösschen war wohl das erste Gebäude in Europa, das ausschließlich dazu diente ein komfortables Bad zu genießen. Neben dem sich über zwei Stockwerke Baderaum, der von dem 8,70 × 6,10m großen, mit holländischen Fliesen ausglegten Becken mit 1,45 Metern Tiefe, finden sich aber auch im Obergeschosse einige weitere Zimmer, die als Schlaf-, Schreib- Garderoben- und Spielzimmer dienten. Die Anlagen für die Warmwasserzubereitung befinden sich im Unterschoss.
Südlich des Schlosses findet sich außerdem eine weitere Sichtachse, die tief in den südlichen Teil des Parks hinein reicht. Diesen Part wollte ich mir aber heute sparen.

Sichtachse südlich Badenburg - Schlosspark Nymphenburg
Sichtachse südlich der Badenburg

Viel mehr wandte ich mich weiter in Richtung Osten und durchquerte ein weiteres, naturbelassenes Teilstück des Schlossparks

Weg im südlichen Schlosspark Nymphenburg Dichte Bewaldung
Im südlichen Schlosspark Nymphenburg

und kam nach einiger Zeit am Brunnenwärterhaus und dem daneben gelegenen Hirschgartenbrunnhaus – dem sogenannten “Dörfchen” – am südlichen Parkkanal an. Hier wurde das höflich idealisierte Landleben zelebriert. Außerdem finden sich hier auch Pumpenanlagen, die die Fontaine im Großen Parterre versorgen.

Dörfchen mit Brunnenwärterhaus
Dörfchen mit Brunnenwärterhaus
Dörfchen und Brunnenwärterhaus

Mein nächstes Ziel war die Amalienburg, die 1734 bis 1739 als Jagdschlösschen für die Fasanenjagd erbaut worden war.

Amalienburg - Ostansicht
Amalienburg – Ostseite

Amalienburg - Westansicht
Amalienburg – Westansicht

Neben dem großen Spiegelsaal finden sich in diesem einstöckigen Gebäude im Rokoko-Stil auch ein Fasanenzimmer, ein Ruhezimmer und ein Jagdzimmer in ein Blaues Kabinett. Ich verzichtete jedoch mir das Gebäude von Innen anzusehen, sondern wandte mich weiter in Richtung Osten.
Hier passierte ich wenig später den Prinzregentengarten – auch als Kronprinzengarten oder Ludwigsgarten bekannt – mit seinem kleinen zweistöckigen Holzgebäude, das im Volksmund gerne als “Hexenhäuschen” bezeichnet wird.

Hexenhäuschen am Prinzregentengarten

“Hexenhäuschen” am Prinzregentengarten

Dieses kleine, übersichtliche Garten wurde 1799 für den jungen Ludwig I. errichtet und diente ihm zur Erholung.
Wenig später erreichte ich wieder das Große Parterre vor dem Schloss, dass ich überquerste und mich nun dem nördlichen Teil des Parks zuwandte. Dabei galt meine erste Aufmerksamkeit den Gewächshäusern gleich oberhalb des Gartenparterre (Großes Parterre). Diese drei Gewächshäuser befinden sich in den sogenannten Blumengärten. Am nächsten zum Schloss findet sich erst einmal das Palmenhaus

Palmenhaus - Schlosspark Nymphenburg
Palmenhaus – Blumengärten Schlosspark Nymphenburg

Getrennt durch eine hohe Hecke, an deren Südende sich eine kleine, mit einer einzelnen frischen Blume geschmückte Frauenfigur versteckte,

Figur mit Blumen

erreicht man schließlich den mittleren Blumengarten mit dem Geranienhaus, das aufgrund seiner Glas-Eisen-Konstruktion auch als “Eisenhaus” bezeichnet wird. Die Kegelförmigen Abdeckungen in den Vorgärten verdecken übrigens Brunnen – warum man sie jetzt im Sommer allerdings nicht abdeckt ist mir unbekannt.

Geranienhaus- Schloßpark Nymphenburg
Geranienhaus
Geranienhaus – Blumengärten Schlosspark Nymphenburg

An der südlichen Seite des Gartens direkt gegenüber des Geranienhauses findet sich außerdem die Figurengruppe Urteil des Paris. Die Statuen zeigen Paris mit dem Apfel (ganz links) als Gegenstand des Streits, sowie Aphrodite, Hera und Pallas Athene (von links nach rechts); sie wurden von Landolin Ohmacht in Sandstein ausgeführt (1804–1807).

Figurengruppe Urteil des Paris von Landolin Ohmacht
Figurengruppe “Urteil des Paris”

Im linken Blumengarten findet sich schließlich das Palmenhaus mit dem Schloßcafé. Hier kann man sich unter reichlich schattenspendenden Sonnenschirmen ein wenig erfrischen.

Palmenhaus mit Café
Palmenhaus mit Schlosscafé

Ich jedoch setzt meine Erkundung fort und wandte mich weiter in Richtung Westen, wo ich nach einem längeren Fußmarsch schließlich den Pagodenburger See erreichte.

Pagodenburger See
Pagodenburger See

Direkt an diesem See findet sich Pagodenburg, das älteste der Lustschlösser hier im Schlosspark. Die Pagodenburg wurde als maison de plaisance unter Leitung von Joseph Effner 1716 bis 1719 der Überlieferung nach mit Verwendung eines Grundrissentwurfs von Max Emanuel erbaut. Bereits 1767 erfolgte eine Überarbeitung durch François Cuvilliés d. Ä. in der Art des Rokoko. Das doppelgeschossige Gebäude ist ein achteckiger Bau, der durch vier sehr kurze Flügel einen kreuzförmigen, nord-südlich ausgerichteten Grundriss hat. Im Erdgeschoss findet sich ein einzelner, mit holländischen Keramikkacheln ausgestatteter Raum, im Obergeschoss gibt es vier weitere Zimmer.

Pagodenburg - Schloßpark Nymphenburg

Pagodenburg - Schloßpark Nymphenburg
Pagodenburg – Schlosspark Nymphenburg

Von hier aus wandte ich mich in Richtung Norden um diesen Teil des Schlossparks noch einmal einer näheren Begehung zu unterziehen. Doch hier oben gibt es außer dichten, naturbelassenen Wäldern und natürlich der Nördlichen Durchsicht wenig sehenswertes. Einzig einige auf Parkbänken an Zeitung- oder Bücher lesende älteren Damen sowie ein paar Jogger begegneten mir.

Schloßpark Nymphenburg - Nördlicher Teil Schloßpark Nymphenburg - Nördlicher Teil
Im nördlichen Schlosspark

Schließlich passierte ich an der Südseite wieder den Pagodenburger See und konnte über die Wasserfläche einige weitere Blicke auf die Pagodenburg werfen.

Pagodenburg - Schloßpark Nymphenburg

Pagodenburg - Schloßpark Nymphenburg
Pagodenburg vom südlichen Pagodenburgsee-Ufer

Vorbei an der südliche der Blumengärten gelegenen Magdalenenklause, die ab 1725 durch Joseph Effner im Auftrag Max Emanuels als bewohnbare künstliche Ruine errichtet wurde und deren Innenräume als Grotten ausgestattet sind. Und ich hatte mich schon über den schlechten Zustand des Gebäudes gewundert – doch das scheint hier Absicht.
Aufgrund schlechten Sonnenstandes und dichtem Baumbewuchs konnte ich hier nur ein Foto schießen konnte wandte ich mich in Richtung Botanischer Garten – denn man hatte mir gesagt man sollte sich diesen bei einem Besuch im Schlosspark nicht entgehen lassen.

Magdalenenklause

An einer kleinen Mauer, die wohl Bestandteil der Schlossmauer ist, führte mich ein kleiner Durchgang schließlich in Richtung Botanischer Garten.

Durchgang zum Botanischen Garten München
Durchgang zum Botanischen Garten

Der hier am Schloss befindliche Botanische Garten ist übrigens der Nachfolger des früher im Stadtzentrum am Karlsplatz angesiedelten Alten Botanischen Gartens. Aufgrund des rasanten Stadtwachstums zog dieser jedoch 1914 hierher um – am Karlsplatz sind nur noch einige Reste davon zu erkennen.
Am Eingang zum Botanischen Garten München waren erst einmal fünf Euro Eintritt fällig, die ich etwas zähneknirschend löhnt – denn man hatte mir diese Einrichtung ja wärmstens empfohlen.


Eintrittskarte – Botanischer Garten

Also machte ich mich auf den Weg den Botanischen Garten zu erkunden und durchquerte hier als erstes den sogenannten Rhododendronhain.

Weg - Botanischer Garten München
Rhododendronhain – Botanischer Garten

Ich wandte mich nach rechts und kam wenig später auf einer Freifläche heraus, die von einem Teich im japanisch-asiatischen Stil beherrscht wurde. Innerhalb des Teiches fanden sich einige Krebsscheren (Stratiotes aloides), eine Wasserpflanzenart der Froschbissgewächse.

Teich - Botanischer Garten München
Teich

Krebsschere (Stratiotes aloides) - Botanischer Garten München
Krebsscheren (Stratiotes aloides)

Am südwestlichen Ende des Gartens erreichte ich schließlich den Systemgarten, in dem in konzentrischen Ringen angeordneten Beeten um ein kleines Pavillon einige Zier- und Zuchtpflanzen angepflanzt sind. Dieser Teil gehört zum Institut für Systematische Botanik der hiesigen Ludwig-Maximilians-Universität.

Pavillon Systemgarten - Botanischer Garten München
Pavillon – Systemgarten

Systemgarten - Botanischer Garten München
Systemgarten

Über die verwinkelten Wege erkundete ich weiter den Botanischen Garten und kam dabei an zahlreichen weiteren Lauben und Pavillons vorbei, die überall in diesem Teil zu sehen waren.

Pavillon - Botanischer Garten München
Pavillon

Links an dem sonst für Besucher unzugänglichen Teil bei den Gewächshäusern vorbei am Frühlingsgarten

Gewächshäuser - Botanischer Garten München
Gewächshäuser – Botanischer Garten München

kam ich schließlich im Schmuckhof vor dem Hauptgebäude an.

Schmuckhof - Botanischer Garten
Erster Blick auf den Schmuckhof

Von hier aus konnte man auch das kleine Parkcafé etwas oberhalb des Hauptgebäudes erkennen.

Parkcafé - Botanischer Garten München
Parkcafé

Mit unzähligen, blühenden Zierpflanzen bepflanzt und vorzüglich gepflegt kann man diesen Teil des Botanischen Gartens durchaus als Schmuckgarten bezeichnen – ein wirklich sehr erbaulicher Anblick der sich dem Besucher hier bietet. Im Zentrum vor dem Hauptgebäude findet sich ein großer Teich in dem zahlreiche Seerosen gezüchtet werden.

Hauptgebäude & Seerosenteich - Botanischer Garten München
Hauptgebäude

Seeroseteich - Botanischer Garten München
Seerosenteich

Jede einzelne Pflanze – nicht nur hier sondern im gesamten Botanischen Garten – ist im übrigen mit einem kleinen Schild versehen die sowohl den Deutschen als auch den lateinischen Namen sowie die Art bezeichnet – ein ziemlicher Aufwand den man hier treibt, aber doch recht hilfreich muss ich sagen.

Schmuckdahlie mit Beschriftung - Botanischer Garten München
Dahlia – mit Beschriftung

Vom Schmuckgarten aus wandte ich mich nach Osten und betrat nun das Arboretum (Bäume) und den Bereich des Pinetum (Nadelgehölze).

Arboretum - Botanischer Garten
Arboretum

Ein Weg führte im weiten Bogen durch den Nordosten des Botanischen Gartens, wo neben vielen heimischen Nadelbäumen auch einige arktische Gehölze gezeigt wurden, die ich so in dieser Form hier noch nie gesehen hatte.

Nadelgehölze - Botanischer Garten Artkisches Nadelgehölz - Botanischer Garten
Nadelgehölze – Links: Heimische Arten – Rechts Arktische Nadelbäume

Auch im Botanischen Garten fand sich natürlich ein kleiner See, an dessen Rand einige pflanzliche Moorbewohner gezeigt wurden.

Großer See - Botanischer Garten
See im Botanischen Garten

Außerdem findet sich hier am See auch das Alpinem – eine Gruppe von felsigen Hügeln die dazu dienen die Flora der Gebirge zu zeigen. Kleine Treppen zwischen den Bepflanzungen ermöglichen es dem Besucher darin ein wenig herumzuklettern.

Alpinum - Botanischer Garten Alpinum - Botanischer Garten
Alpinum – Botanischer Garten München

Vorbei an einem kleinen, schmucken Pavillon direkt am See der wohl das Pumpenhaus beherbergt

Pavillon Pumpenhaus
Pavillon / Pumpenhaus am See – Botanischer Garten

kam ich nach kurzem Fußmarsch wieder am Parkcafé raus, von dessen Terrasse man einen schönen Blick auf die darunter liegende Ökologische und Biologische Abteilung und das dahinter liegende Hauptgebäude hat. Im Café im Botanischen Garten herrscht übrigens Selbstbedienung, man muss sich seine Speisen und Getränke von innen selbst auf einem Tablett nach draußen holen.

Hauptgebäude - Botanischer Garten
Blick auf das Hauptgebäude

Durch einen mit Efeu gegrünten Gang

Begrünter Gang

begab ich mich ich noch einmal kurz zum hinteren Teil des Cafés

Gartencafé - Hinterer Teil - Botanischer Garten

und ging dann in einem Bogen in Richtung Ausgang an der Menzinger Straße. Dabei kam ich am Eingang zu den Gewächshäusern vorbei, die ich natürlich nicht ganz auslassen wollte – auch wenn ich langsam etwas Fußlahm wurde.

Eingang Gewächshäuser - Botanischer Garten
Eingang Gewächshäuser

Hier finden sich im mittleren Teil zuerst einmal einige Kakteen

Kakteen
Kakteen

in den seitlichen Gewächshäusern, die nach Pflanzenarten sortiert sind, gibt es aber auch zahlreiche Orchideen,

Orchidee
Orchideen

verschiedene Farnarten

Farne
Farne

sowie Wasserpflanzen zu sehen.

Wasserpflanzen
Wasserpflanzen

Im Wasserpflanzenhaus muss man außerdem auf die Schildkröten achten, die hier frei herum laufen – so besagte es zumindest das Schild am Eingang. Als ich diesen Teil besuchte lagen diese Tiere aber nur träge an einem kleinen Teich im Zentrum und beäugten gelangweilt die Besucher die vorbei gingen.

Schildkröten / Turtles
Schildkröten im Wasserpflanzen-Gewächshaus

Schildkröte / Turtle - CloseUp
Schildkröte – Nahaufnahme

Mit dem Besuch der Gewächshäuser beendete ich meinen heutigen Rundgang. Es war inzwischen ca. 15:30 und ich war über fünf Stunden unterwegs gewesen. Von der Haltestelle Botanischer Garten der Tram 17 an der Menzinger Straße aus machte ich mich auf den Rückweg.

Eingang Botanischer Garten - Menzinger Straße
Eingang Botanischer Garten – Menzinger Straße

Von den fast 500 Fotos die ich auf dieser Tour geschossen habe zeige ich hier natürlich nur eine Auswahl – die komplette Palette würde den Rahmen absolut sprengen. Ich hoffe mit diesem Bericht einen interessanten Einblick in den nordwestlichen Teil Münchens mit Neuhausen, Nymphenburg, dem Schloss Nymphenburg und dem Botanischen Garten gegeben zu haben. Zum Abschluss wie üblich noch eine kleine Übersichtskarte über die zurückgelegte Strecke – heute das erste Mal als interaktive, zoombare Karte auf Basis von Google Maps.


Meiner Berechnung nach dürften es fast 19km Fußmarsch gewesen sein – eine recht passable Leistung für einen Samstag mit Temperaturen bis zu 30 Grad. Bis auf ein wenig wundgelaufene Füße habe ich auch gut überstanden und bin schon mal gespannt wo es mich beim nächsten Mal hin verschlagen wird. Es gibt noch genug in und um München zu entdecken – soviel steht fest…