Souvlaki – Fleischspieß vom Schwein mit Zwiebeln, Paprika, Tzatziki, Pita & Pommes Frites [07.02.2017]

Natürlich ging es heute mit der griechischen Woche in unserem Betriebsrestaurant weiter und im Abschnitt Globetrotter, den man temporär einfach in Griechenland umbenannt hatte, stand heute mit einem Souvlaki – Fleischspieß vom Schwein mit Zwiebeln, Paprika, Tzatziki und Pita, dazu Pommes Frites auch gleich etwas auf der Speisekarte, das mein Interesse weckte. Obwohl ich zugeben muss, dass ich auch kurz mit dem holzfällersteak vom Schwein mit Schmorzwiebeln, Rotweinjus und Röstkartoffeln aus der Sektion Tradition der Region liebäugelte, aber eben nur kurz. Die Ofenkartoffel mit buntem Ofengemüse und Kräuterdip sowie die Asia-Thai-Angebote wie Kal Tzau Fhan – Gebratener Eierreis mit verschiedenem Gemüse oder Gung Po Jau Yu – Seelachs gebacken mit Gemüse und Chinapilzen in Hoi Sin Sauce kamen jedoch nicht in die nähere Auswahl. Und da weder die Salattheke noch die Gemüsetheke etwas anderes anbot, was zumindest ansatzweise zu griechischem Essen passte, landeten auch heute wieder grüne Bohnen mit Kirschtomaten als Gemüsebeilage auf meinem Tablett. Denn ohne Gemüse wollte ich dann auch nicht speisen. Außerdem durfte natürlich der Ketchup auf den Pommes Frites nicht fehlen.

Souvlaki - Pork skewer with onion, bell pepper, tzatziki, pita & french fries / Fleischspieß vom Schwein mit Zwiebeln, Paprika, Tzatziki, Pita & Pommes Frites

Rufen wir uns noch mal kurz in Erinnerung: Unter dem Begriff Souvlaki versteht man in der griechischen Küche Schweinefleisch, das in Salz, Pfeffer, Oregano und Zitronensaft mariniert und anschließend auf Spieße gesteckt wird, um es dann traditionell auf dem Holzkohlegrill zu grillen. Gut, dass man hier im Betriebsrestaurant keinen Holzkohlegrill aufstellen kann war natürlich klar gewesen, daher dürfte klar sein dass man die hier angebotenen Souvlaki eher auf dem Elektrogrill gebraten hatte. Doch leider hatte das zur Folge, dass zumindest die Paprikastücke, die man zusammen mit dem Fleisch und Zwiebeln auf den Holzspieß gesteckt hatte noch fast roh waren. Lieder war aber das eindeutig wie beschrieben marinierte Fleisch dennoch bereits stark abgekühlt und außerdem leicht trocken. Da kann ich leider keine volle Punktzahl geben. Dafür war das mit kleinen Salatgurken-Streifen versetzte Tzatziki aber vorzüglich gelungen und auch die knusprigen Pommes Frites waren heute sehr gut gelungen. Warum man allerdings zusätzlich ein halbes aufgetoastetes Pita-Brot beigelegt hatte, erschloss sich mir nicht – die Pommes Frites waren eigentlich mehr als genug Sättigungsbeilage. Ich nutzte es aber einfach, um die Reste des Ketchup und des Tzatziki vom Teller zu wischen. An den Bohnen mit ihren Kirschtomaten gab es ebenfalls nichts auszusetzen, auch wenn sie mit Sicherheit nicht mehr frisch waren. Insgesamt also auch heute in Ordnung, aber nicht überragend.
So ist es nicht verwunderlich, dass auch heute mal wieder eines der Standardgerichte, nämlich das Holzfällersteak, den ersten Platz auf der Allgemeinen Beliebtheitsskala für sich in Anspruch nehmen konnte. Erst auf dem zweiten Platz folgte das Souvlaki, Platz drei belegten die Asia-Gerichte und auf einem guten vierten Platz kam schließlich die Ofenkartoffel.

Mein Abschlußurteil:
Souvlaki: +
Tzatziki: ++
Pommes Frites: ++
Pita: +
Grüne Bohnen: ++

Pork Vindaloo – das Rezept

Nach all den Ofengerichten, die ich in letzter Zeit zubereitet hatte, stand heute mal wieder etwas exotisches aus dem Wok auf meinem Kochplan, denn ich wollte Pork Vindaloo. Das Rezept stammt ursprünglich aus der südindischen Region Goa, wo es während der 450jährigen portugischen Kolonialzeit entstanden sein soll. Der Begriff Vindaloo ist dabei (angeblich) aus dem portugiesischen Vinha de alhos entstanden, was soviel wie Knoblauch-Rebe bedeutet. Hauptbestandteil ist die Vindaloo-Paste, die ich natürlich nicht dazu kaufte, sondern selbst herstellte. Heute ist dieses Gericht, das besonders für seine kräftige Schärfe bekannt ist, vor allem in Großbritannien sehr beliebt, wo es auf keiner Speisekarte eines indischen Restaurants fehlen darf. Man kann es natürlich auch mit Rind oder Geflügel zubereiten, aber mir persönlich war heute nach Schweinefleisch. Außerdem entschloss ich mich dazu, noch ein paar Erbsen, Möhren und Kartoffeln mit im Curry zu verarbeiten. Durch die Kartoffeln sparte ich es mir außerdem, zusätzlich Reis oder Naan-Brot als Sättigungsbeilage zubreiten zu müssen. Das Ergebnis war ein überaus leckeres Curry, das ich nun mit diesem Beitrag einmal in der gewohnten Form vorstellen möchte.

Was benötigen wir also für 3 Portionen?

600g gewürfeltes Schweinefleisch
01 - Zutat Schweinefleisch / Ingredient pork

Für die Vindaloo-Paste

1 gehäufter Teelöffel Koriander
02 - Zutat Koriander / Ingredient coriander

1 gehäufter Teelöffel Kreuzkümmel
03 - Zutat Kreuzkümmel / Ingredient cumin

1 Teelöffel Senfkörner
04 - Zutat Senfkörner / mustard seeds

1 Teelöffel schwarze Pfefferkörner
05 - Zutat schwarze Pfefferkörner / Ingredient black pepper corns

1 gestrichener Teelöffel Bockshornklee
06 - Zutat Bockshornklee / Ingredient fenugreek

4-5 getrockente Chilis (oder auch mehr – je nach gewünschtem Schärfegrad)
11 - Zutat Chilis / Ingredient chilis

1/2 Teelöffel Salz
07 - Zutat Salz / Ingredient salt

1 Teelöffel Zucker
08 - Zutat Zucker / Ingredient sugar

1 Esslöffel Weißweinessig
09 - Zutat Weißweinessig / Ingredient white wine vinegar

1 Esslöffel Tomatenmark
10 - Zutat Tomatenmark / Ingredient tomato puree

Außerdem benötige wir

1 große Gemüsezwiebel
12 - Zutat Gemüsezwiebel / Ingredient onion

1-2 Zehen Knoblauch
13 - Zutat Knoblauch / Ingredient garlic

1 daumengroßes Stück frischer Ingwer
14 - Zutat Ingwer / Ingredient ginger

1 große Möhre
15 - Zutat Möhre / Ingredient carrot

1 Dose Kokosnussmilch (400ml)
16 - Zutat Kokosmilch / Ingredient coconut milk

1 Dose stückige Tomaten (400g)
17 - Zutat Tomaten / Ingredient tomatoes

1/2 Stange Zimt
18 - Zutat Zimtstange / Ingredient cinnamon stick

1 gehäufter Teelöffel Kurkuma
19 - Zutat Kurkuma / Ingredient curcuma

1/2 Teelöffel Kardamom
20 - Zutat Kardamom / Ingredient cardamom

500g Kartoffeln
21 - Zutat Kartoffeln / Ingredient potatoes

150g Erbsen (TK)
22 - Zutat Erbsen / Ingredient peas

außerdem etwas Naturjoghurt zum garnieren
sowie etwas Öl – vorzugsweise Erdnussöl – zum braten

Beginnen wir damit, die Vindaloo Paste zuzubereiten. Dazu entkernen wir die Chilis
23 - Chilis entkernen / Decore chilis

und geben diese zusammen mit Senfkörnern, Koriander, Kreuzkümmel, Bockshornklee
24 - Koriander, Kreuzkümmel, Chilis, Senfkörner & Bockshornklee in Pfanne geben / Put coriander, cumin, chilis, mustard seeds & fenzgreek in pan

sowie die Pfefferkörner in eine Pfanne
25 - Pfefferkörner addieren / Add pepper corns

und rösten sie ohne Fett für 5-6 Minuten an bis sich der Geruch der Gewürze deutlich in der Küche ausbreitet.
26 - Gewürze ohne Fett anrösten / Roast spices without fat

Die angerösteten Gewürze geben wir dann in einen Mörser,
27 - Gewürze in Mörser geben / Put spices in mortar

zerstoßen sie sehr gründlich
28 - Gewürze im Mörser zerstoßen / Ground seasonings in mortar

und schütten wie anschließend in eine Schüssel,
29 - Zerstoßene Gewürze in Schüssel geben / Put ground seasons in bowl

wo wir Zucker und Salz dazu geben,
30 - Zucker & Salz hinzufügen / Add sugar & salt

den Esslöffel Tomatenmark addieren
32 - Tomatenmark dazu geben / Add tomato puree

und alles zu unserer Vindaloo-Paste vermischen.
33 - Zu Vindaloo-Paste verarbeiten / Create vindaloo mix

Anschließend schälen und würfeln wir die Zwiebel,
34 - Zwiebel würfeln / Dice onion

zerkleinern die Knoblauchzehen
35 - Knoblauch zerkleinern & Mince garlic

und schälen die Möhre
36 - Möhre schälen / Peel carrot

um sie zu würfeln.
37 - Möhre würfeln / Dice carrot

Außerdem schälen wir den Ingwer
38 - Ingwer schälen / Peel ginger

und reiben ihn.
39 - Ingwer reiben / Grate ginger

Jetzt erhitzen wir etwas Öl – ich empfehle Erdnussöl – in einem Wok oder einer Pfanne,
40 - Erdnussöl in Wok erhitzen / Heat up peanut oil in wok

geben das gewürfelte Schweinefleisch hinein
41 - Schweinefleisch in Wok geben / Put pork in wok

braten es rundherum scharf an
42 - Schweinefleisch rundherum anbraten / Fry pork

und entnehmen sie dann wieder, um sie erst einmal bei Seite zu stellen.
43 - Schweinefleisch aus Wok entnehmen / Take pork from wok

Im verbliebenen Bratfett, ggf. unter Zugabe von etwas mehr Öl, dünsten wir dann die gewürfelte Zwiebel an,
44 - Zwiebeln andünsten / Braise onion

geben wenig später den geriebenen Ingwer
45 - Geriebenen Ingwer hinzufügen / Add grated ginger

sowie die zerkleinerten Knoblauchzehen hinzu,
46 - Knoblauch addieren / Add garlic

bestreuen alles mit Kurkuma
47 - Kurkuma einstreuen / Add curcuma

und dünsten alles für ca. zwei Minuten gemeinsam an
48 - Weiter andünsten / Braise more

bevor wir schließlich auch die gewürfelte Möhre hinzu geben
49 - Möhre  dazu geben / Add carrot

die Zimtstange einlegen
50 - Zimtstange einlegen / Add cinnamon stick

und schließlich alles mit dem halben Teelöffel Kardamom bestäuben.
51 - Kardamom einstreuen / Add cardamom

Schließlich löschen wir alles mit der Kokosnussmilch ab,
52 - Mit Kokosmilch ablöschen / Deglaze with coconur milk

geben die stückigen Tomaten dazu
53 - Tomaten addieren / Add tomatoes

und verrühren alles gründlich miteinander, wobei wir es kurz aufkochen lassen.
54 - Verrühren & aufkochen lassen / Mix & bring to a boil

Nun geben wir die angebratenen Schweinefleischstücke in die Sauce,
55 - Fleisch zurück in Wok geben / Put back meat

fügen die Vindaloo-Paste hinzu,
56 - Vindaloo-Paste hinzufügen / Add vindaloo mix

verrühren alles gründlich miteinander, so dass die Paste sich komplett auflöst
57 - Gründlich verrühren / Mix well

und lassen dann unser Curry für 50-60 Minuten geschlossen köcheln,
58 - Geschlossen köcheln lassen / Let simmer closed

wobei wir es hin und wieder natürlich immer mal wieder umrühren, damit nichts anbrennen kann.
59 - Zwischendurch umrühren / Stir from time to time

Während unser Gericht vor sich hin köchelt, wenden wir uns den Kartoffeln zu, schälen sie
60 - Kartoffeln schälen / Peel potatoes

und schneiden sie in Spalten oder wahlweise auch einfach mundgerechte Stücke.
61 - Kartoffeln in Spalten schneiden / Cut potatoes in wedges

Die Kartoffeln geben wir etwa eine halbe Stunde vor Ende der Garzeit in unser Curry und heben sie unter – damit sollten sie am Ende gar, aber nicht zu matschig sein.
62 - Kartoffelspalten dazu geben / Add potato wedges

Außerdem geben wir die TK-Erbsen noch mit in den Wok
63 - Erbsen dazu geben / Add peas

verrühren sie gründlich und lassen alles weiter köcheln.
64 - Weiter köcheln lassen / Continue simmering

Am Ende der Garzeit entfernen wir schließlich noch die Zimtstange
65 - Zimtstange entfernen / Remove cinnamon stick

und können das Gericht anschließend – garniert mit einem kräftigen Klecks Naturjoghurts – servieren und genießen.
66 - Pork Vindaloo - Served / Serviert

Die Gewürzkombination erwies sich als wahre Offenbarung, denn sie traf wunderbar die kräftige, aber dennoch leicht unterschwellige Schärfe, wie man sie von traditionellen indischen Gerichten gewohnt ist. Dabei übertünchte sie auch nicht die weniger dominanten Gewürzte, sondern ließ sie alle auf die eine oder andere Art zur Geltung kommen. Ich war wirklich begeistert. In Kombination mit den saftigen Schweinefleichwürfeln, den Erbsen, Möhren und vor allem den Kartoffelstücken ergab sich eine Curry-Zubereitung, die durchaus Potential dazu besitzt zu einer meiner Lieblingscurrys zu werden.

67 - Pork Vindaloo - Side view / Seitenansicht

Eventuell werde ich aber bei der nächsten Zubereitung die Menge an Möhren und Erbsen noch etwas erhöhen, denn sie gingen ein klein wenig unter. Ich hatte auch kurz überlegt, ob ich nicht noch Bohnen mit verarbeiten sollte, denn ich hatte noch Dosen von weißen Bohnen und Kidneybohnen vorrätig, doch ich hatte mich wie man sieht dagegen entschieden, da Bohnen meiner Meinung nach nicht so gut in indische Gerichte passen – ich hatte mich ja schon mit den Kartoffeln ein gutes Stückchen von der traditionellen Zubereitung entfernt.
Ein weiterer Gedanke war es, das Fleisch eventuell vor der Zubereitung noch so marinieren. Dabei hatte ich zuerst mit den Gedanken gespielt, die Vindaloo-Paste dazu zu verwenden, doch aufgrund ihrer festen Konsistenz war ich nicht sicher, ob sie das Fleisch wirklich durchsetzen würde. Eventuell werde ich aber das nächste Mal einfach Geflügel verwenden und werde dieses für einige Stunden oder besser noch über Nacht in einer Mischung aus Kokosmilch und Sojasauce einlegen, damit es schön zart wird.
Wie man sieht sind der Variation bei diesem Gericht kaum Grenzen gesetzt – und ich bin mir auch sicher dass ich hier schon bald mal eine weitere Variation dieses Vindaloo-Gerichts hier vorstellen werde.

Guten Appetit

Tiroler G’röstl mit Spiegelei [04.10.2016]

Auf der heutigen Speisekarte unseres Betriebsrestaurant fanden sich zum einen die Asia-Thai-Gerichte wie Kal Tzau Fhan – Gebratener Eierreis mit verschiedenem Gemüse und Moo Pad Prik Bai – Gebackener Seelachs mit scharfem Basilikum und Thaigemüse in Austernsauce, außerdem fanden sich der westlich orientierten Speisekarte ein Griechischer Gemüsetopf mit Schafskäse und Oliven bei Vitality, einen Hackfleischspieß mit Zigeunersauce und Reis bei Tradition der Region sowie ein Putensteak Picatta Milanese mit Tomatensauce und Butternudeln bei Globetrotter. Außerdem hatte man zusätzlich ein Tiroler G’röstl mit Spiegelei als reduziertes Zusatzangebot. Zuerst war ich dazu geneigt, beim Gemüsetopf zuzugreifen, der mit frischem Baguette serviert wurde, aber kurzfristig entschied mich dann doch noch um und griff zum Tiroler G’röstel. Dazu gesellte sich noch ein kleines Schälchen Krautsalat aus dem Angebot der heutigen Salattheke.

Tiroler G'röstl mit Spiegelei

Das es sich hierbei um ein Restegericht handelte, merkte man heute leider besonders stark, denn die Qualität des Fleisches ließ leider etwas zu wünschen übrig. Eventuell handelte es sich um Reste vom Schäufele vom letzten Donnerstag, auf jeden Fall waren die nicht gerade mundgerechten Stücke stark mit Fettsträngen durchsetzt, was den Genuss etwas milderte. Die Kartoffeln waren außerdem teilweise etwas matschig geworden, während das Lauch zum Teil noch ein klein wenig zu bissfest erschien und etwas länger hätte gebraten werden können. Außerdem erschien mit das Gericht insgesamt etwas trocken, hier hätte etwas Sauce nicht geschadet. Am Spiegelei gab es aber ebenso wenig etwas auszusetzen wie am einfachen, aber schmackhaften Krautsalat. Mit dem Gemüsetopf wäre ich aber bestimmt besser bedient gewesen.
Dennoch war es heute das Tiroler Geröstel, das mit kleinem, aber klar erkennbaren Vorsprung den ersten Platz auf der Allgemeinen Beliebtheitsskala für sich sichern konnte. Erst auf dem zweiten Platz folgte das eigentlich favorisierte Putensteak Picatta Milanese. Es folgten die Asia-Gerichte auf Platz drei, er griechische Gemüsetopf auf dem vierten Platz und knapp dahinter der Hackfleischspieß auf Platz fünf.

Mein Abschlußurteil:
Tiroler G’röstl: +/-
Spiegelei: ++
Krautsalat: ++

Boca Chica Beach [12.06.2016]

Am heutigen Dienstag stand ein Ausflug nach Boca Chica, der berühmten Strandregion östlich von Santo Domingo auf meinem Plan. Eine Fahrt dorthin mit einem Public Taxi oder einem regulären Taxi erschienen nach einiger Überlegung zu umständlich oder zu teuer, daher entschloss ich mich mit einigem Zähneknirschen dazu, einen Mietwagen zu nehmen. Allerdings schienen mir die kleineren Verleiher durchgehend nicht sonderlich vertrauenswürdig, daher landete ich schließlich bei einer Nelly Rent-a-Car Niederlassung am Südrand von Santo Domingo.

Nelly Rent-A-Car @ Santo Domingo

Hier ging es, im Gegensatz zu dem war ich bisher in Sachen Mietwagen erlebt hatte, sehr professionell zu. Für den Wagen, einen silbernen Hyundai, inklusive Vollkasko- und Rechtsschutz-Versicherung sollte ich 65 US-Dollar pro Tag bezahlen, allerdings wurde meine Kreditkarte gleich mit 265 Dollar belastet, um die Selbstbeteiligung im Schadensfall abdecken zu können. Das Geld würde ich hinterher zurück bekommen, wenn ich den Wagen schadensfrei zurück gab. Ich musste Reisepass und Führerschein vorlegen und musste eine ganze Latte an Formularen ausfüllen, bevor ich schließlich und nach fast einer Stunde endlich den Wagen samt Schlüssel ausgehändigt bekam. Dafür war der Wagen in einwandfreiem Zustand, gereinigt und bis zum Anschlag vollgetankt als ich ihn übernahm und bei der Übernahme wurde jeder Kratzer und jede Beule genaustens dokumentiert. So war ich es von Mietwagen in Europa und den USA gewohnt, aber in der Dominikanischen Republik erlebte ich das so das erste Mal.
Ich hatte ja bereits über den Verkehr in der Dominikanischen Republik berichtet, aber hier in Santo Domingo potenzierte sich das Ganze noch einmal. Die Moto-Taxis schienen noch Rücksichtsloser und die Public Taxis waren größtenteils absolute Schrottkarren und nahmen scheinbar noch weniger Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer als im Norden. Doch ich musste Ruhe bewahren, denn Aufregen bringt hier nichts – man muss einfach Geduldig sein und Rücksichtsvoll fahren.
So brach ich also auf in Richtung Boca Chica. Vorbei an einem riesigen, landestypisch bemalten Obelisk

Obelisk @ Santo Domingo

fuhr ich immer an der Küste entlang auf der Autopista Las Americas ostwärts, überquerte den Rio Ozama auf Höhe der Stadtviertel Ataranza und Los Molinos

Santo Domingo

Los Molinos @ Santo Domingo
Los Molinos

Atarazana | Rio Ozama @ Santo Domingo
Rio Ozama & Ataranzana

und passierte, auf der Autopista 3 an der Küste entlang fahrend den Internationalen Flughafen von Santo Domingo und erreichte wenig später den Ort Boca Chica.

Dominican Flag near Boca Chica

Das erste Problem war erst einmal, einen Parkplatz in diesem Ort zu finden. Denn es war Sonntag und wir waren nicht die einzigen, die auf die Idee gekommen waren an den Strand zu fahren. Rund um einen kleinen Park mitten in der Ortschaft, passenderweise Parque Central genannt, wurde ich schließlich fündig und konnte den Wagen abstellen. Einer der lokalen selbst ernannten Parkplatz-Wächter legte sogar noch eine Pappe auf die Windschutz-Scheibe, damit der Wagen sich nicht aufheizte. Das war guter Service, dafür sollte er bei der Abfahrt 100 bis 150 Pesos Trinkgeld erhalten – das hatte er sich verdient. Vorbei an kleinen Bistros, Souvenirständen und Restaurants begaben wir uns in Richtung Sandstrand.
Der Strand war, ganz wie erwartet vollkommen überlaufen, wobei es aber hauptsächlich Einheimische und wenig Touristen waren, die sich hier herum trieben. Wir wurden von Anfang an gleich von mehreren jungen Männern umlagert, die uns in ihre jeweiliges Etablisment am Strand locken wollten und dabei teilweise sogar recht rabiat vorgingen. Nach einigem Abwägen wählte ich schließlich einen Platz in einem Abschnitt, der sich hochtrabend als Club Restaurante Millionaire Beach bezeichnete. Auf einer Strandliege unter einem Sonnenschirm nahe am Wasser bezog ich schließlich Station.

Boca Chica Beach

Wie an allen größeren Stränden in der Dominikanischen Republik zogen natürlich auch hier unzählige Verkäufer durch die sich erholenden Massen am Strand und versuchten, Schmuck, Zigarren, Obst, Snacks, Massagen und sogar Gemälde auf Leinwänden an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Auch hier vergingen kaum 10 Minuten, ohne dass man angesprochen wurde – und so etwas nervt wenn man sich erholen will. Ich ging dazu über bereits abzuwinken, wenn sich einer Verkäufer auch nur nährte.

Sales woman @ Boca Chica beach
Teigtaschen-Verkäuferin an Boca Chica Beach

Etwas später machte sich natürlich der Hunger bemerkbar und aus der umfangreichen Speisekarte des Club Restaurante Millionaire Beach fiel die Wahl auf einen gemischten BBQ-Dish aus gegrillten Fleischstückchen von Schwein, Rind und Geflügel, die mit, Ketchup, BBQ-Sauce, Pommes Frites und den hier üblichen Kochbananen-Chips (Platanos) serviert wurde. Als Appertif gab es während er Wartezeit noch frisches Bruschetta.

Bruschetta @ Boca Chica Beach
Bruschetta

Grillplatte | Boca Chica Beach
BBQ-Dish

Das Fleisch war qualitativ wirklich hochwertig und gut gewürzt – da konnte man sich nicht beschweren – und die Menge reichte aus, um mich und alle aus meiner Begleitung zu sättigen. Mit über 800 Pesos, also etwa 15 Euro kein billiger Spaß, aber das war es mir wert. Zum Abschluss nach dem Bezahlen gab es sogar noch eine Runde dunklen Brugal-Rum, auf den ich aber verzichtete, da ich anschließend Auto fahren musste und bei dem chaotischen Verkehr hier keine Risiken eingehen wollte.
Nach dem Besuch an Boca Chica Beach ging es erst einmal zurück ins Hotel, wo ich mich duschte und frisch machte. Später am Abend brachen wir dann noch einmal auf, um das Nachtleben der Dominikanischen Hauptstadt etwas zu erkunden. Dabei landeten wir am Ende auch in einer Discotheke an der Avenida Republica de Colombi im Stadtteil Los Peralejos im Nordosten der Stadt.

Discotheke @ Santo Domingo

An den Namen des Clubs kann ich mich leider nicht mehr erinnern, sehr wohl aber an die Lautstärke im Inneren, die bei (mit dem iPhone gemessenen) 104 bis 110 Dezibel lag und längere Unterhaltungen erschwerte. Außerdem möchte ich noch erwähnen, dass man in dem diesem Club, in dem der Konsum von normalen Zigaretten nicht erlaubt war, Shisha, also Wasserpfeife, rauchen konnte. Für 450 Pesos bereitete einer der speziell dafür bereit stehenden Angestellten die Wasserpfeife samt Tabak und Kohlestück vor, brachte sie an den Tisch und verteilte hygienisch verpackte Mundstücke. Sobald die Kohle zu durchgeglüht oder der Tabak aufgebraucht war, wurde kostenlos nachgefüllt. Nach einigen Flaschen des lokalen Presidente-Biers und einer Shisha ging es schließlich zurück in Hotel, wo ich recht schnell ins Land der Träume entglitt. Was für ein Tag…

Texas Jailhouse Chili mit Rind- und Schweinefleisch, Chorizowurst & Jalapenos [21.04.2016]

Am vierten und leider letzten Tag des dieswöchigen USA-Specials in unserem Betriebsrestaurant fanden sich wieder zwei interessante Gerichte auf der Zusatzkarte. Zum einen war da ein New York Club Sandwich mit Eisbergsalat, gebratener Hähnchenbrust, Ei und Bacon, dazu Pommes Frites, außerdem ein Texas Jailhouse Chili mit Rind- und Schweinefleisch, Chorizowurst und Jalapenos. Da ich ja ein großer Freund von Chilis aller Art bin, war eigentlich klar dass ich beim Jailhouse Chili zugreifen würde. Daher erwähne ich nur der Vollständigkeit halber dass man außerdem bei Tradition der Region eine Currywurst (rot oder weiß) mit Pommes Frites, bei Vitality eine Mediterrane Gemüsepfanne mit Risotto vom Weichweizen sowie an der Asia-Thai-Theke Taohoo Tod – Tofu gebacken mit Bratgemüse in Koriandersauce und Gung Pao Kai – Putenfleisch gebraten mit Chili, Knoblauch und Gemüse anbot. Zum Chili gab es noch Baguette zum selbst bedienen. Auf Salat, Gemüse oder ein Dessert verzichtete ich heute aber.

Texas jailhouse chili with beef, pork, chorizo & jalapenos / Texas Jailhouse Chili mit Rind, Chorizowurst  & Jalapenos

Wie ich feststellen musste, hatte es sich unser Betriebsrestaurant beim Chili recht einfach gemacht und die üblich Chili-Zubereitung aus Hackfleisch, Kidneybohnen und Mais einfach mit einigen Stückchen angebratenen Rindfleischs und zerkleinerten Scheiben von Chorizo erweitert und des dann mit Sour Cream und eingelegten Jalapenos garniert. Von zusätzlichen Schweinefleisch-Stücken entdecte ich nichts, was mich darauf schließen lässt dass man das Chili mit Schweinehackfleisch zubereitet hatte. Außerdem hatte man, so war ich der Meinung, etwas dunkle Schokolade oder Kaffee in die leicht pikant gewürzte Tomatensauce gemischt, denn sie erschien etwas dunkler als gewöhnlich – man vergleiche dazu dieses oder jenes Chili. Genau konnte ich es aber nicht heraus schmecken. Hätte man mehr draus machen können – ich denke da nur mit wohlwollen an mein selbst gekochtes Texas Beef Chili zurück – aber Gründe für einen Punktabzug gab es auch nicht. Und auch beim Baguette, von dem ich mir Sicherheitshalber gleich zwei Stücke genommen hatte, gab es nichts auszusetzen, denn es erwies sich als frisch und außen schön knusprig.
Bei der Allgemeinheit der Gäste lag heute aber leider nichts von der US-Zusatzspeisekarte, sondern die gewöhnliche Currywurst mit Pommes am höchsten in der Gunst, die mit kleinem aber klar erkennbaren Vorsprung Platz eins auf der heutigen Allgemeinen Beliebtheitsskala belegte. Auf dem zweiten Platz folgte das New York Club Sandwich und mit geringen Abstand dahinter schließlich das Chili con Carne auf Platz drei. Die Asia-Thai-Gerichte belegten den vierten Platz und das Vitality-Gericht kam schließlich auf Platz fünf.

Mein Abschlußurteil:
Texas Jailhouse Chili: ++
Baguette: ++