Archive for December, 2018

Fisch, Whiskey und haitianischer Jahreswechsel [30. – 31.12.2018]

Monday, December 31st, 2018

Am Sonntag, dem 30. Dezember, ließen wir mal wieder ruhig angehen. Erst am spätere Nachmittag entschieden wir uns schließlich in der kleinen Pescaderia Delvin, einem Fischrestaurant direkt an der Straße kurz vor der Brücke über den Rio Camun in Cangrejo. Eine Speisekarte gibt es dort scheinbar nicht, viel mehr erzählte man uns auf Spanisch angeboten wurde. Dazu zählten Fisch in verschiedenen Ausführungen (frita und plancha) sowie irgend welche Krebse und Muscheln in einer Suppe. Ich entschied mich für einen frittierten Fisch, den ich mir mit einigen Pommes Frites servieren ließ.

34 - Pescado frita - Deivi Pescaderia - Cangrejo

Keine Ahnung um welchen Fisch es sich hier genau handelte, aber das Ding war echt riesig und vor allem lecker war er alle mal. Unter einer dünnen, knusprig frittierten Haut fand sich reichlich saftiges, geschmacksintensives Fleisch, das ich mir mit dem Saft der beiliegenden Limonen sowie etwas einer Sauce, die mir wie eine Art Pesto aussah, garnierte. Sehr lecker und mit 280 Pesos auch angenehm günstig.
Am Abend verschlug es uns, nachdem die Frauen mal wieder ewig gebraucht hatten um fertig zum ausgehen zu werden, ins Chalo Corner, einer unter den einheimischen jungen Erwachsenen scheinbar aktuell sehr angesagten Kneipe. Nach Kontrolle durch einige Türsteher wies man uns um Inneren einen der wenigen freien Tische zu und servierte uns die bestellten Getränke. Nach einem Red Bull und einem kleinen Presidente-Bier kam jemand auf die Idee, Sekt für die Frauen und Whiskey für die Herren zu bestellen. Diese wurden nach kurzem Warten, kurz hintereinander und jeweils mit einem sprühenden bengalischen Feuer versehen, im Kühlkübel am Tisch serviert. Beim Whiskey gab es zuerst Red Bull und später Fruchtsaft kostenlos zum Mischen dazu.

36 - De Charley - Puerto Plata
Vor dem Chalo Corner

35 - Dewar's - Chalo Corner - Puerto Plata

Ich war bei der Auswahl der Sorte nicht beteiligt gewesen, doch der servierte Dewar’s White Label Scotch Whiskey erwies sich als mehr als nur trinkbar – auch wenn er mit hiesigen Preisen zwischen 16 und 19 Euro pro Flasche bestimmt nicht zu den hochklassigen Whiskeys zählt. Ich kann mich aber sowohl an den ganzen Abend als auch die Heimfahrt noch durchgehend erinnern, ich selbst habe mich nämlich aus Erfahrung beim Komsum noch etwas zurückgehalten. ­čśë Trotzdem war es bereits früher Morgen, als wir schließlich zu Hause ankamen.
Daher schliefen wir am nächsten Tag auch bis in die Mittagszeit hinein und den Tag hindurch geschah auch wenig berichtenswertes. Erst als meine Begleitung ihr Auto, das jemand anderes, nüchternes gefahren und anschließend mitgenommen hatte, holen wollte kam es zu einem kleinen Unglück. Jemand hatte wohl einen Kanaldeckel geklaut und sie fuhr in das so entstandene Loch hinein, wodurch der linke Vorderreifen platzte und das Auto leicht beschädigt wurde. Zum Glück passierte dabei der Fahrerin nichts – das Auto war aber erst mal nicht mehr einsatzfähig.
Daher ließen wir uns von einem privaten Taxis zum Silvester-Abendessen nach Sosua fahren. Zuerst hatten wir geplant wieder im Ristorante Bologna zu speisen, doch dort war eine Veranstaltung mit Buffet, welches zur etwas fortgeschrittenen Stunde auch schon größtenteils leer gegessen war. Das sagte uns nicht so ganz zu. Daher wichen wir nach einigem Suchen ins Captain Baileys an der Calle Alejo Martinez aus, eines der vielen Touristenrestaurants in Sosua. Auch hier war viel los, doch man fand noch einen der letzten freien Tische für uns und brachte uns auch sogleich die Speisekarte und fragte nach Getränken. Ich wählte erst einmal einen Fruchtpunsch.

37 - Fruit Punch - Captain Bailee - Sosua

Aus der umfangreichen Speisekarte, die Fisch, Fleischgerichte mit Rind, Schwein und Huhn, Pizza aber auch lokale Spezialitäten umfasst, entschied ich mich für ein Beef Tenderloin Steak – Medium gebraten – mit Shrimps und Gemüse. Dazu mal wieder Pommes Frites.

38 - Tenderleoin Steak & Shrimps - Captain Bailee - Sosua

Eine sehr leckere Kombination von Meeresfrüchten mit einem angenehm großen, zarten und saftigen Rindfleisch-Steak, das tatsächlich – wie bei der Bestellung gewünscht – Medium durchgebraten und somit innen noch leicht rosa war.

39 - Medium Steak - Captain Bailey - Sosua

Dazu noch geröstetes, aber noch knackiges Gemüse aus grünen Bohnen, Möhren, Zucchini und Broccoli sowie angenehm knusprige, jedoch nur wenig gesalzene Fritten machten unser kleines Abendessen zum Jahreswechsel zu einem sehr gelungenen Event.
Danach hätten wir eigentlich gleich in eine der Bars oder Disotheken in Sosua gehen können, doch meine Begleitung wollte zum Jahreswechsel aufgrund des schadlos überstandenen Unfalls am Nachmittag gerne in eine Kirche gehen und Gott für ihr Glück danken. Da konnte ich natürlich nicht Nein sagen und wir fuhren zurück nach Cangrejo, wo wir letztlich in einer haitianisch-christlichen Kirche landeten, in der die Menschen zur Gospelmusik einer kleinen Band auf der Empore und der in Singsang vorgetragenen Predigt auf kreolisch vor den Bänken tanzten und ihre Hände in die Höhe streckten.

40 - Haitian church - Cangrejo

Ich hatte so etwas zuvor in meist us-amerikanischen Filmen gesehen, aber Live hatte ich es noch nicht erlebt – die Stimmung war durchaus mitreißend. Um Mitternacht begannen dann alle, sich gegenseitig um den Hals zu fallen und sich Bon ane zu wünschen, also Frohes neues Jahr. Und auch ich, der ich vor allem meiner hellen Hautfarbe eindeutig aus der Menge herausstach, wurde herzlich und vorbehaltlos mit einbezogen.
Etwas später fuhren wir dann zurück nach Sosua und landeten dort mal wieder in der City Lights Discothek, wo wir bis in die frühen Morgenstunden weiter feierten. Diesmal allerdings nur mit Bier – nach Whiskey stand mir der Geschmack absolut nicht.

41 - City Lights Discotheke - Sosua

Erst in den frühen Morgenstunden – mal wieder – ließen wir uns von einem etwas zwielichtig aussehenden privaten Taxifahrer nach Hause fahren, wo wir fast augenblicklich ins Bett fielen und einschliefen.

Lunch @ Ocean World Terrace – Cofresi [29.12.2018]

Saturday, December 29th, 2018

Am Samstag verschlug es uns mal wieder nach Puerto Plata, wo wir um die Mittagszeit etwas Hunger bekamen. Meine Begleitung schlug daher vor ins La Sirena Einkaufszentrum zu fahren und dort zu essen – ich hatte hier darüber berichtet – was mir jedoch nicht ganz so zusagte. Ich meinte, das hätte ja eher den Charakter einer Kantine. Darauf hin drehte meine Begleitung das Auto und fuhr quer durch die Stadt, ohne mir jedoch zu sagen wo wir jetzt hin wollten. Erst als wir den Osten der Stadt erreichten und Puerto Plata fast verlassen hatten, schwante mir was unser Ziel war: das Ocean World Resort am östlichen Stadtrand. Ich befürchtete etwas, dass dadurch das Mittagessen doch etwas zu kostspielig werden würde, doch meine Proteste diesbezüglich wurden geflissentlich ignoriert und so landeten wir schließlich, nachdem wir das Resort-Gelände fast komplett durchfahren hatten, am dortigen Yacht-Hafen

29 - Hafananlage - Ocean World - Cofresi - Puerto Plata

30 - Yachten - Ocean World - Cofresi - Puerto Plata

wo sich neben einem Lifestyle Holidays Hotel samt der Kviar-Discothek The Dome

31 - The Dome - Ocean World - Cofresi - Puerto Plata

auch das Restaurant Ocean World Terrace befindet, in dem wir nun speisen wollten.

32 - Ocean World Terrace - Cofresi - Puerto Plata

Das Restaurant selbst, das mit einer großen Anzahl an Tischen sowohl im Schatten als auch in der Sonne vielen Gästen Platz bietet, war trotz Mittagszeit nur spärlich besucht. Außer uns waren vielleicht noch vier andere Tische besetzt. Dennoch schien das Bedienungspersonal, das zwischen den Tischen herumwuselte, uns erst einmal wenig Aufmerksamkeit zu spenden. Erst nachdem wir auf uns Aufmerksam gemacht hatten, brachte man uns die Speisekarte und fragte nach Getränken.
Das Angebot auf der Speisekarte war reichhaltig aber nicht überladen und bot dabei sowohl internationale Gerichte wie Pasta, Hamurger oder Pizza als auch lokale Spezialitäten wie zum Beispiel Mofongo, einen aus Kochbananen hergestellter Kloß. Und genau für diesen Mofongo entschied ich mich als Mittagessen, und zwar als Mofongo Mixto mit Res (Rindfleisch), pollo (Huhn) und camar├│nes (Garnelen). Meine Begleitung wählte eine Pasta con camar├│nes.
Nach der Bestellung begann erst einmal wieder das warten. Ich war schon drauf und dran, einfach nur die Getränke zu zahlen und zu gehen als man uns nach über einer Dreiviertelstunde Wartezeit endlich das Essen brachte.

33 - Mixed Plate with Mofongo - Ocean World Terrace - Cofresi - Puerto Plata
Mofongo mit Rind, Huhn & Meeresfrüchten

33 - Shrimp Pasta - Ocean World Terrace - Cofresi - Puerto Plata
Pasta con camar├│nes

Doch ich muss zugeben, das Warten hatte sich gelohnt, denn was man uns das gebracht hatte war wirklich überaus gut gelungen. Ich würde fast sagen, dies sei der beste Mofongo den ich je gegessen habe, doch da es mein erster überhaupt war, warte ich mit einer solchen Aussage lieber noch etwas ab. ­čśë Auf jeden Fall rief dieses Geschmackserlebnis nach einer Wiederholung – wobei natürlich auch das leicht säuerlich angemachte Rindfleisch, das Huhn in Currysauce und die Garnelen in einer fruchtigen Tomatensauce einen nicht geringen Anteil zum Genuss beitrugen. Leider war das ganze auch nicht gerade billig, ich zahlte 480 Dominikanische Pesos, umgerechnet 8,30 Euro – aber die Investition hatte sich auf jeden Fall gelohnt. Und auch die Pasta muss sehr lecker gewesen sein wie mir meine Begleitung bestätigte. Ich vermute mal dass man das Ganze sogar frisch zubereitet hatte, womit auch die lange Wartezeit zu entschuldigen wäre. Wer also in Puerto Plata sonniger Hafenatmosphäre gut speisen will, dem kann ich die Ocean World Terrace durchaus ans Herz legen.

Asadero Do├▒a Pula – Puerto Plata [28.12.2018]

Friday, December 28th, 2018

Am Freitag entschieden wir uns dazu, dem Asadero Do├▒a Pula einem Besuch abzustatten, einem erst relativ neu in Puerto Plata eröffneten Restaurant oberhalb etwas nördlich des La Sirena Einkaufszentrums.

26 - Asadero Doña Pula - Puerto Plata

Obwohl sich die Lokalität direkt neben einer Tankstelle befindet, kann man sie durchaus als gehobene Gastronomie bezeichnen, denn das Restaurant verfügt über einen Parkservice, d.h. Angestellte am Eingang parken das Auto nach der Ankunft und bringen es bei der Abreise wieder bis vor die Tür – aber vielleicht auch nur zum Selbstzweck, denn Parken ist in der Umgebung – abgesehen von direkt auf der nebenan liegenden Tankstelle – eher schwer. Laut meiner Recherchen handelt es stammt Do├▒a Pula wohl ursprünglich aus dem ca. 60 Kilometer entfernten Santiago de los Caballeros, wo es sehr erfolgreich gewesen war, und hatte mit Lokalität in Puerto Plata seine erste Filiale eröffnet. Da wir nur zu dritt waren, fand die Angestellte die uns am Eingang begrüßte schnell einen freien Tisch im gut besuchten und sehr sauberen Restaurant und brachte und die Speisekarten. Nach einigen Entr├ęes listete diese vor allem verschieden Fleischsorten von Huhn, Schwein über Rind bis hin zu Kaninchen, Ziege und etwas das als “Guinea” bezeichnet wurde auf – hier handelte es sich wie sich auf Nachfrage herausstellte aber nicht um das Guinea Pig, also Meerschweinchen, sondern um eine lokale Geflügelsorte. ­čśë Außerdem gab es Salate und eine separate Liste von Sättigungsbeilagen von Patatas, also Kochbananen, über verschieden Kartoffelzubereitungen bis hin zu Reis, Fritten und Maisbrot. Während sich meine Gäste für Schwein mit Maisbrot sowie Hähnchenflügel mit Potato Wedges entschieden, wählte ich die Ziege mit frittierten Kartoffelstäbchen. Außerdem bestellte ich als kleine Vorspeise für alle etwas Pulpo frita, also frittierten Tintenfisch mit Knoblauchsauce. Diese wurde auch nach angenehm kurzer Wartezeit schon auf einem Holzbrett stilvoll serviert. Besteck lag zwar am Tisch bereit, aber die mundgerechten Stücke luden regelrecht zum Verzehr mit den Händen ein.

27 - Pulpo - Doña Pula - Puerto Plata

Im Grunde genommen die dominikanische Version von Calamaris, aber deutlich hochwertiger als das was man z.B. in unserem Betriebsrestaurant servierte und eindeutig sehr frisch. Und die Knoblauchsauce, in die wir den Tintenfisch tunkten, erwies sich als wirklicher Genuss. Einige Spritzer Limone rundeten das ganze sehr gelungen ab.
Wir hatten, während wir auf den Hauptgang warteten, natürlich die anderen Gäste beobachtet und uns war aufgefallen, dass häufig große hölzerne, an Scheiben eines Baumstamms erinnernde und auf Drehgestellen montierte Platten mit Speisen serviert wurden, ich hielt das ganze aber zuerst eher für eine Sondervariante des Verzehrs. Also man uns unsere Speisen aber schließlich ebenfalls auf einem solchen Holzteller brachte, musste ich erkennen dass es sich hierbei wohl eher um die Standard-Variante des Verzehrs im Do├▒a Pula handelte.

28 - Fleischplatte - Doña Pula - Puerto Plata

Das hatte natürlich den Vorteil, dass man nicht nur auf seine Auswahl beschränkt war, sondern von allen Fleischsorten probieren konnte – auch wenn meine Gäste weniger Interesse an der von mir gewählten Ziege zeigten, obwohl sie wirklich fantastisch zart und meiner einer leckeren, an BBQ-Sauce erinnernden Sauce versehen war. Auf kleinen Porzellantellern konnten wir uns jeweils etwas nach Geschmack von der Holzunterlage nehmen und verzehren, dazu gab es eine Art Pesto sowie Ketchup für die Sättigungsbeilagen. Aber auch die anderen Fleischsorten waren von äußerst hoher Qualität. Für Fleischliebhaber ein wirklicher Genuss, die Sättigungsbeilagen waren zwar ebenfalls sehr gelungen, aber letztlich doch eher schmückendes Beiwerk. Und ein weiterer Vorteil: Das ganze ist auch noch ausgesprochen Günstig angesichts der hochwertigen Fleischmengen, die wir verzehrt hatten. Ich kann dem Asadero Do├▒a Pula nur mit uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Wir waren bestimmt nicht zum letzten Mal hier gewesen.

Montellano & Ristorante Bologna in Sosua [27. – 28.12.2018]

Friday, December 28th, 2018

Am nächsten Tag verbrachten wir die meiste Zeit in Montellano, einer kleinen Ortschaft zwischen Puerto Plata und Sosua, direkt gegenüber der dortigen Feuerwache,

19 - Cuerpo de Bomberos - Montellano

20 - Montellano

wo wir und unter anderem einer Mani- und Pediküre unterzogen, die dort von einer Einheimischen angeboten wurde. Die Umstände waren zwar etwas ungewöhnlich, auf offener Straße direkt vor einem Mode- und Friseurladen, aber an solche Begebenheiten gewöhnt man sich hier schnell.

21 - Maniku╠łre - Pediku╠łre

Bis zum späten Nachmittag verbrachten wir noch dort in Montellano, ohne dass sich groß interessante oder erzählenswerte Dinge ereigneten.

22 - La Esquina de Juan Pablo - Montellano

Nach einer kurzen Rückkehr nach Hause, einer Dusche und dem Anlegen frischer Kleidung begaben wir uns am Abend dann nach Sosua, wo wir dem Ristorante Bologna, mit dem wir ja in Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht hatten, einen Besuch abstatteten.

23 - Ristorante Bologna - Sosua

Als Entr├ęe gönnten wir uns erst einmal eine Portion Bruschetta, das im Bologna wirklich sehr gelungen zubereitet wird.

24 - Bruschetta - Ristorante Bologna - Sosua

Danach begann aber erst einmal das lange Warten. Das Restaurant war nicht allzu voll, aber dennoch musste wir eine geschlagene Stunde warten, bis man uns schließlich den Hauptgang servierte. Meine Begleitung hatte sich für eine große Languste entschieden, die mit einer Gemüsemischung aus Paprika, Bohnen, Pilzen und Möhren serviert wurde.

25 - Langosta frita - Ristorante Bologna - Sosua

Ich selber hatte mich für eine Pizza Mariscos entschieden, eine Pizza mit Meeresfrüchten, die ebenfalls mit einer – jedoch kleinen – Languste, Muscheln, Krabben und Tintenfisch serviert wurde.

25 - Pizza Mariscos - Ristorante Bologna - Sosua

Dass man die Muscheln mit Schalen und die Languste mit Panzer auf die Pizza getan hatte war natürlich grenzwertig, aber lecker war es allemal. Vor allem weil die Meeresfrüchte wirklich frisch schienen. Allerdings war die Pizza insgesamt etwas mächtig, so dass sogar ich gegen Ende etwas kämpfen musste – und dabei war dies noch die kleine von zwei möglichen Varianten gewesen. Dass die dabei 650 Dominikanische Pesos, also über 11 Euro, kostete nahm ich dabei billigend in Kauf.

Schiefes BBQ [26.12.2018]

Thursday, December 27th, 2018

Für den Abend des 27ten Dezembers hatten wir uns dazu entschlossen eine kleine Grillparty zu veranstalten. Wir hatten ja noch den einfachen Kugelgrill, den wir zu Ostern gekauft und verwendet hatten. Ich wollte aber nicht schon wieder die 25 Kilometer bis nach Puerta Plata fahren, daher fuhren wir dieses Mal in den Supermercado Playero am Ortseingang des deutlich näheren Sosuas.
Der Touristenort Sosua besitzt eine beachtliche Kolonie an deutschen und deutschstämmigen Bewohnern. Daher gibt es auf der Touristenmeile mit ihren Bars, Restaurants und Discotheken zum Beispiel das Schlemmerstube mit deutschen Essensangebot – ich berichtete – aber auch das Angebot dieses Playero Supermarkts ist ein wenig an die Bedürfnisse der deutschen Bewohner angepasst. So findet man hier nicht nur Thüringer Premium Bier,

16 - Thu╠łringer Bier - Playero - Sosua

sondern auch Dinge wie Vollkornbrot und Pumpernickel oder sogar Bratwurste unter genau dieser Bezeichnung ohne ü.
Hier deckten wir uns mit Grillzeug ein – wobei meine dominikanischen Gastgeber beim Grillen eher Hähnchenflügel und Schweinesteaks bevorzugen, und kauften Stangenweißbrot, Ketchup sowie ein paar Getränke für die Party. Die benötigte Holzkohle besorgten wir uns in Cangrejo an einem von einer Haitianerin betriebenen Straßenstand – das war deutlich billiger als die abgepackte Kohle aus dem Supermarkt.
Als wir jedoch den Grill hevor holten, erwies er sich als alles andere als stabil. Zwei der vier Beine ließen sich nicht mehr richtig an der Unterschale befestigen und die Schrauben waren durch das mehrmalige Benutzen so mit Kohle und Grillrückständen verunreinigt, dass wir das Gerät nur notdürftig zusammenstecken konnten und es dabei nicht gerade stabil, sondern eher schief stand.

17 - Schiefer Grill / Inclined BBQ

Ich persönlich hätte das Ding nicht mehr verwendet, da es jedezeit hätte umkippen können und die glühende Kohle über die Terasse verteilt hätte. Doch das sieht man hier in der Karibik nicht so eng – daher wurde die Holzkohle wie üblich mit eine Plastiktüte entzündet und munter drauf los gegrillt. Die fertigen Grillstücke wurde in einer großen Aluschale gesammelt und von den lokalen Gästen, nachdem alles etwas abgekühlt war, meist einfach mit den Händen gegessen. Von deutscher Grillkultur keine Spur ­čśë – aber das ist hier eben so und wenn man öfters hier ist wie ich gewöhnt man sich irgendwie daran.
Ich nahm mir zumindest noch einen Teller, den ich mir mit einem Steak und einem Würstchen, etwas Weißbrot mit Butter und etwas Ketchup bestückte und dann alles am Tisch sitzend aß.

18 - Steak & Wu╠łrstchen

Bei lauter lokaler Musik vom iPad, reichlich Bier und natürlich auch etwas Brugal-Rum mit Cola (den ich allerdings nicht anrührte, da ich Bauchweh davon bekomme) dennoch eine erfolgreiche Party, die wir erst deutlich nach Mitternacht beendeten.