Drachenzorn (Die Feuerreiter Seiner Majestät 3)

Drachenzorn - Naomi NovikMit Drachenzorn habe ich auch das dritte Buch aus der Reihe Die Feuerreiter ihrer Majestät der amerikanischen Authorin Naomi Novik zum Abschluß gebracht. Er beginnt dort, wo der zweite Teil geendet hatte: im kaiserlichen China. Gerade machen sich Will Laurence und sein Drache Temeraire daran, die Rückreise anzutreten als sie eine Nachricht der Admiralität erreicht, welche sie ins Ottomanische Reich nach Istanbul beordert. Von dort sollen einige Dracheneier nach England gebracht werden – und die Zeit drängt. So entschließen sich Will, Temeraire und die Besatzung des Drachen dazu, über den Landweg zurück nach Europa zu reisen. Doch auch das nach den Ereignissen des zweiten Teiles bekannte Drachenweibchen Lien ist auf dem Weg nach Europa – um sich an dem englischen Captain und seinem Drachen für den Tod ihres Herren zu rächen.
Nach dem etwas gemäßigteren zweiten Teil geht es im dritten Teil mal wieder so richtig zur Sache. Nicht nur die abenteuerliche Reise durch Asien und dem Zusammentreffen mit Wilddrachen fesselten mich an dieses Hörbuch. Auch die Episode im Ottomanischen Istanbul, der Verrat durch die Türken und der darauf folgende Coup der Engländer um doch noch an die versprochenen Eier zu kommen, welcher fast in einem Debakel endet waren gut beschrieben.
Aber besonders gefiel mir die Episode als Will Laurence und Temeraire nach ihrer Flucht aus Istanbul auf die Preußen treffen, die sich gerade auf eine Invasion durch Napoleon vorbereiten. Da die versprochene Unterstützung durch die Engländer nicht engetroffen ist, werden sie dort zwangsverpflichtet und müssen helfen Preußen gegen die anstürmenden Franzosen zu verteidigen. Im weiteren Verlauf kommt es schließlich zur Schlacht bei Jena und Auerstedt (einem geschichtlich realem Ereignis, dessen Reenactment ich ja vor einiger Zeit besucht hatte) sowie der anschließenden Völkerschlacht bei Leipzig – in dem die Geschichte ihren Lauf nimmt. Und zu aller Erschrecken muss die Gruppe feststellen, dass sich Lien, der Himmelsdrache gegen den sie sich im zweiten Teil der Romanreihe in China zur Wehr setzen mussten, inzwischen mit Napoleon verbündet hat, um ihre Rache zu vollziehen.
Nach den beiden Schlachten wird die Geschichte zwar kurz etwas zerfahren, in der Summe erwies sie sich dann aber doch wieder als sehr gelungen. Im dritten Band wird dieses Mal weniger auf die Beziehung zwischen Drachen und Capitain eingegangen, dafür fand ich ihn aber mehr Actiongeladen als seine Vorgänger. Aber auch an dem moralischen Dilemma im Verhältnis zwischen Mensch und Drache gearbeitet, in dem sich Temeraire seit seinem Besuch in China befindet – bedeuten Abhängigkeit und Gehorsam gleich Sklaverei und wie kann man dies ändern.
Alles in allem wieder ein sehr gelungener Roman, den zu konsumieren ich keine Minute lang bereute habe – und dass bei einer Laufzeit von insgesamt fast dreizehneinhalb Stunden. Bisher sind fünf Bände erschienen, die ich auch schon alle mein eigen nenne. Gerüchte besagen dass es zehn Bände geben soll. Ich freue mich auf jeden Fall bereits jetzt auf den vierten Band, den ich die nächsten Tage angehen werde. Natürlich wird dieser dann auch hier rezensiert – also stay tuned… <img src = "/wp-images/smiley/smile.gif" hheight = "18" wwidth = "18" align="absmiddle">

Meine Wertung: 3 von 3 Sternen

Drachenprinz (Die Feuerreiter Seiner Majestät 2)

Novik - DrachenprinzMit Drachenprinz habe ich auch den zweiten Teil Feuerreiter-Reihe der amerikanischen Authorin Naomi Novik verkonsumiert.
Nachdem Will Laurence und sein Drache Temeraire die ersten Bewährungsprobe bestanden haben, kündigen sich Schwierigkeiten politischer Art an. Denn bei der Admiralität der Krone wird eine Delegation der Chinesen, darunter der Bruder der Kaisers Prinz Yongxing, vorstellig und fordert den Himmelsdrachen Temeraire zurück. Zuerst wird versucht, Will und Temerarira zu trennen und den Drachen zu täuschen, doch als das nicht gelingt willigen die Chinesen zähnknirschend ein, Captain Laurence mit ins ferne China reisen zu lassen. An Bord des Drachentransportes Allegiance, einem Schiff mit Landedeck für Drachen, macht sich die illustre Gesellschaft aus Chinesen, der Besatzung von Temeraire samt dem Capitain Will Laurence und natürlich der Besatzung dieses Schiffes auf den Weg.
Gleich am Anfang der Reise wird das Schiff von den Franzosen angegriffen und es entbrennt eine Schlacht zwischen dem schwerfälligen Transporter, der von Temeraire beschützt wird und einem Verband der Franzosen. Dabei setzt der Himmelsdrache erstmalig seine gefährlichste Waffe ein, den “himmlischen Wind” – ein Brüllen, das wie sich herausstellt sogar in der Lage ist Schiffe zu zertrümmern…
Mit dem zweiten Teil hat die Authorin ein etwas ruhigeres, aber nicht minder interessantes Buch vorgelegt. Ein großer Teil der ersten Hälfte der Geschichte handelt von der gefahrvollen Seereise von England nach China, in der die Allegiance und ihre Besatzung zahlreiche Gefahren erfolgreich meistert. Dabei wird auch ein Teil darauf verwendet, auf die innige Beziehung zwischen Mensch zu Drache einzugehen. Ebenfalls wird sehr schön beschrieben, wie fremdartig sich die Chinesen und Europäer des frühen 19ten Jahrunderts gegenüberstehen und welche Konflikte aus der Andersartigkeit der Kulturen entsteht. Das kommt auch noch einmal deutlich heraus, als die Reisegesellschaft im China eintreffen, wo Menschen und Drachen ohne Furcht zusammenleben – ganz anders als in Europa, wo die Drachen und ihre Besatzungen teilweise das Leben von Ausgestoßenen führen müssen. Temeraire trifft in Peking dann auch das erste Mal auf andere Himmelsdrachen und muß erkennen, dass er in England eher das Leben eines Sklaven führt, was durch Erinnerung an eine Begegnung mit einem Sklavenschiff während der Reise noch verstärkt wird. Die Beziehung zu Laurence wird dadurch auf dir Probe gestellt – vor allem als sie in eine Intrige geraten, die am chinesischen Kaiserhof ihren Lauf nimmt…

Ich habe den zweiten Teil ebenso wie den ersten Teil verschlungen. Große Empfehlung meinerseits. Und der dritte Teil der insgesamt fünfbändigen Reihe wartet auch bereits darauf gehört zu werden.

Meine Wertung: 3 von 3 Sternen

Drachenbrut (Die Feuerreiter Seiner Majestät 1)

drachenbrutMit “Drachenbrut” der us-amerikanischen Authorin Naomi Novik habe ich mal wieder ein Buch aus der Reihe der fantastischeren Literatur verschlingen können – natürlich in der von mir sehr geschätzten Audioform und erworben bei meinem Lieblings-Audiodealer Audible. Das ganze ist aber auch als Buch verfügbar, z.B. hier bei Amazon.

Gleich zu Anfang angemerkt: Bei der Reihe “Die Feuerreiter Seiner Majestät” handelt es sich keinesfalls um Fantasy mit irgendwelchen Elfen, Zwergen, Orks oder Trollen. Die Handlung spielt vielmehr im Europa des beginnenden 19ten Jahrhunderts, in dem der französische Kaiser Napoleon ganz geschichtstreu weite Teile des Kontinents erobert hat und das Inselreich Großbritannien sich erfolgreich den franzöischen Expansionbestrebungen wiedersetzt. Der britsche Marineoffizier Will Laurence bringt während einer Patroullienfahrt eine französische Fregatte auf und entdeckt unter der Beute ein Drachenei, das kurz vor dem Schlüpfen steht. Als die Flugkreatur schlüpft, muss er ihr einen Namen geben und sie in seine Obhut nehmen. Das bedeutet für ihn, dass er von nun an von der Marine abschied nehmen muss und sich der “Royal Airforce” dieser Zeit anschließen muss: den Feuerreitern ihrer Majestät.

Es entstrickt sich in der Folge eine wirklich sowohl amüsante als auch spannende Geschichte, die einen Alternativverlauf der napoleonischen Kriege aufzeigt, in der die Armeen auch Drachen als Luftstreitkräfte einsetzen. Da die Drachen hier in der Regel zwar kein Feuer spucken, finde ich die deutsche Übersetzung der Reihe mit “Feuerreiter” zwar etwas misslungen – im englischen heißt es “His Majesty’s Aerial Corps”, aber von diesem kleinen Missgriff einmal abgesehen ist es Naomi Novik wirklich exzellent gelungen, die geschichtlichen Fakten mit der Fiktion der Existenz von geflügelten, intelligenten Echsenwechsen zu verknüpfen.
In den Luftschlachten wird in der Regel Drache gegen Drache und Mann gegen Mann gekämpft. Die gegnerischen Mannschaften entern die jeweils anderen Drachen, kämpfen die Besatzung mit Muskete und Degen nieder und nehmen ihren Kapitän mit vorgehaltener Waffe gefangen – ganz ähnlich wie bei den Seeschlachten dieser Zeit.

Neben den Luftkämpfen zwischen englischen und französischen Drachen legt die Authorin vor allem großen Wert darauf, die Soziale Sonder- und Aussenseiterstellung der Drachenreiter in der konserativen britischen Gesellschaft zu beschreiben. Dabei geht sie sehr ausgiebig auf das innige Verbindung ein, das sich zwischen dem Drachen und seinem Reiter entwickelt, die aufgrund der hohen Intelligenz der Flugechsen eher einer gleichwertigen Partnerschaft zwischen Mensch und Drachen gleicht, als dem Verhältnis, das ein Tier zu seinem Herren entwickelt.

Den ersten Teil des Buches nutzt Frau Novik natürlich sehr intensiv, um die verschiedenen Ausprägungen von größeren und kleineren Drachen, die sich sowohl in britischen als auch französischen Diensten befinden zu beschreiben und verknüpft dies mit der Ausbildung von Will Laurence und Temeraire auf einem Drachenreiter-Stützpunkt in Schottland und seiner ersten Bewährungsprobe bei der Schlacht von Trafalgar. Bei dieser Einführung in die Welt der Drachenreiter stellt sich auch heraus, das Temeraire zur Art der chinesischen Himmelsdrachen gehört und somit einzigartig in Europa ist. Das spielt im zweiten Teil eine besondere Rolle, aber dazu in einem anderen Beitrag mehr.

Ich fand die Geschichte um das Gespann von Captain Will Laurence und Temraire sowie die Abenteuer, die sie im Rahmen der napoleonischen Kriege erleben trotz anfänglicher Bedenken – das Hörbuch war eher ein Spontankauf – faszinierend, spannend und mehr als nur unterhaltsam. Natürlich tat der Sprecher des Hörbuches – Detlef Bierstedt – ein übriges um den Genuß zu vervollständigen. Wie ich erfahren habe zählt auch der Regisseur Peter Jackson zu den eingeschworenen Fans dieser Reihe und seine Firma hat inzwischen die Recht an den Büchern erworben und wird sie wohl demnächst verfilmen. Bleibt nur zu hoffen dass die Filmfassung etwas näher am Buch ist als z.B. bei der von mir bereits rezensierten Verfilmung von “Tintenherz”. Aber bei Peter Jackson habe ich da wenig Befürchtungen. <img src = "/wp-images/smiley/smile.gif" hheight = "18" wwidth = "18" align="absmiddle">
Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf den zweiten Teil dieser Reihe.

Meine Wertung: 3 von 3 Sternen

Crashkurs – Weltwirtschaftskrise oder Jahrhundertchance? – ein Buchreview

crashkurs Letztlich habe ich “Crashkurs- Weltwirtschaftskrise oder Jahrhundertchance?” des deutschen Authors und Börsenmaklers Dirk Müller gehörlesen – erstanden bei Audible.de und vorgetragen von Detlef Bierstedt, einem von mir sehr geschätzten Hörbuchvorleser.
Zuerst führt Müller eine interessante und sehr aufschlußreiche Analyse des aktuellen Wirtschaftssystems durch und verweht viele der (wie er es nennt) “Nebelkerzen”, die den Blick des normalen Bürgers auf die Geschäftswelt und das Treiben der Regierungen trübt. Ich kann hier unmöglich alles wiedergeben, aber er zeigt nicht nur auf wie viele Statistiken wie Arbeitslosenstatistik oder die Inflationsrate mit voller Absicht schöngerechnet werden, um das Volk über die wahre Lage hinwegzutäuschen.
Auf amüsante, aber auch alarmierende Art erhält man einen Überblick, wie so Dinge wie z.B. der ifo-Geschäftsklimaindex überhaupt zustande kommen oder was man beim Investieren in der aktuellen Wirtschaftskrisebeachten sollte. Außerdem stellt Dirk Müller verschiedene Prognosen vor, wie sich die aktuelle Wirtschafts- und Bankenkrise weiter entwickeln könnte und malt dabei nicht nur schwarz, sondern gibt verschieden gefärbte Szenarien vor, die er detailliert beschreibt.
Besonders interessant fand ich dabei auch, wie er die Rolle Chinas und anderer asiatischer Staaten für die Zukunft einschätzt und wie er die Hintergründe und Verstrickungen der USA im internationalen Ölhandel aufdeckt. Auch ich, der ich mich nicht gerade als unbelesen in diesem Bereich bezeichne, habe viel Neues erfahren können.
Wen also das Treiben der Finanzmärkte, die Hintergründe der aktuellen Wirtschaftskrise und Prognosen eines erfahrenen Finanzmaklers für die Zukunft interessiert, dem sei dieses kurzweilige Buch sehr ans Herz gelegt. Ich hatte mich im übrigen für die ungekürzte Variante mit über 8 Stunden länge entschieden – wem das zu viel ist, dem sei gesagt dass es auch eine gekürzte Variante mit 3 Stunden und 48 Minuten Länge gibt.

Meine Wertung: 3 Sterne

Eragon 3 – Die Weisheit des Feuers

Eragon - Brizingir

Mit Eragon 3 – Die Weisheit des Feuers habe ich mir nun auch den aktuellsten dritten Teil der Saga des us-amerikanischen Jungauthors Christopher Paolini zu Gemüte geführt. Erworben natürlich wieder bei meinem Hörbuch-Dealer Audible. Mein Bericht zu “Eragon – das Vermächtnis der Drachenreiter” findet sich hier und der zu “Eragon – Im Auftrag des Ältesten” hier.
Die Handlung des Romans spielt in der Zeit nach der Schlacht auf den brennenden Steppen, in der die Rebellen, die sich selbst Varden nennen, ihren ersten großen Sieg gegen den Diktator Galbatorix erlangt haben. Eragon reist mit seinem Cousin Roran und dem Drachen Saphira zum Helgrind, um dort Rorans Verlobte Katrina aus den Fängen der grausamen Ra’zac zu befreien…
Paolini hat mit dem dritten, aber definitiv nicht letzten Teil seiner Drachenreiter-Saga hat er der Geschichte eine meiner Meinung nach würdige Fortsetzung verpasst. Dabei springt er wie auch schon zuvor von der detailverliebten Erzählungsweise mit genauer Beschreibung jedes Details einer Szene immer wieder zu der schnellen Abhandlung eines Ereignisses in einigen Sätzen – aber es gelingt ihm dennoch die Geschichte nie langatmig werden zu lassen. An einigen gestelzt wirkenden Dialogen und vor allem den sinnierenden Monologen Eragons über das Töten merkt der Aufmerksame Leser bzw. Zuhörer aber doch – so empfand ich es zumindest – dass es dem Author etwas an der Lebenserfahrung eines erfahrenen Schreiberlings fehlt – aber obwohl das junge Alter, Paolini ist Geburstjahrgang 1983, vor allem in us-amerikanischen Besprechungen seiner zum Thema gemacht und als Quelle der Kritik dient, so empfand ich es in der deutschen Version als nicht besonders offensichtlich. Wenn ich es nicht gewusst und anderswo gelesen hätte, wäre es mir vielleicht auch gar nicht so aufgefallen. Die Handlung hat dabei keinen wirklich zentralen Höhepunkt am Ende des Buches, sondern zieht sich über mehrere in sich geschlossene Geschichtsstränge hin, die jeder für sich ihren kleinen oder größeren Abschlusshöhepunkt haben. Dennoch erschien die Geschichte gut durchdacht – und das Ende hat mich natürlich neugierig auf den nächsten Teil gemacht. Leider steht dessen Erscheinungstermin noch in den Sternen – aber ich bin ja Geduldig und werde mir die Wartezeit bis dahin mit anderer Literatur versüßen. ;-)

Meine Wertung: 3 Sterne